Aus dem Lechbrucker Rathaus kommen trotz Corona erfreuliche Zahlen. Der Haushalt ist verabschiedet.
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Aus dem Lechbrucker Rathaus kommen trotz Corona erfreuliche Zahlen. Der Haushalt ist verabschiedet.

Der Lechbrucker Gemeinderat hat nun endlich seinen diesjährigen Haushalt verabschiedet

Lechbruck: Trotz Corona erfreulicher Haushalt

Der Lechbrucker Gemeinderat hat nun endlich seinen diesjährigen Haushalt verabschiedet. „Corona ist es geschuldet“ sagte Bürgermeister Werner Moll zum späten Termin der Haushaltsplanverabschiedung.

Lechbruck – Martin Neuber, Kämmerer in der Gemeindeverwaltung Lechbruck, hat in der jüngsten Sitzung des Lechbrucker Gemeinderates den Mitgliedern die Eckpunkte des gemeindlichen Haushalts für das laufende Jahr vorgestellt. Vorab sagte Neuber, dass „trotz der Pandemie ein erfreuliches Ergebnis erwirtschaftet wurde, dass allerdings deutliche Dellen“ bei den Einnahmen aus dem Tourismus aufweist“. Und weiter: „Die strenge Ausgabendisziplin in allen Bereichen hat sich bewährt. Und dies werden wir auch weiterführen.“

Der Verwaltungshaushalt schließt mit Einnahmen und Ausgabe in Höhe von 7,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 3.8 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2019 wurde der Verwaltungshaushalt mit 8,5 Millionen und der Vermögenshaushalt mit 6,8 Millionen Euro verabschiedet. Der diesjährige Überschuss von 1,4 Millionen Euro kann komplett dem Vermögenshaushalt zugeführt werden.

Wie Neuber weiter vermeldete, sind die Erlöse aus dem Kurbeitrag um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, die der Minigolfanlage um 14 Prozent. Die größten Einbußen mussten aber die Floßfahrten hinnehmen: Sie sanken sogar um 82 Prozent. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind um neun Prozent, die aus dem Einkommenssteueranteil um zehn Prozent zurückgegangen.

„Dies ist beispielsweise Corona geschuldet. Durch die Reisebeschränkung im ersten halben Jahr sind weniger Gäste nach Lechbruck gekommen, und die Floßfahrten mussten fast komplett eingestellt werden. Und die Kurzarbeit schlägt natürlich beim Einkommenssteueranteil zu Buche“ so Neuber.

Beim Bootsverleih wurde dagegen ein Plus von 26 Prozent verzeichnet: „Hier gab es ja keine Hygienevorschriften, daher wurde unser Bootsverleih in dieser Saison gut besucht“, sagte Bürgermeister Moll.

Die Überschüsse aus den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasser, Abwasser und Bestattungswesen werden schon seit dem Jahr 2017 der jeweiligen Sonderrücklage zugeführt und dienen dem Ausgleich von Defiziten in den vergangenen Jahren beziehungsweise für Gebührenschwankungen in kommenden Jahren.

Die Personalkosten sind in diesem Jahr um knapp ein Prozent gesunken. Dies ist unter anderem dem geschuldet, dass Bürgermeister Moll seinen Ausgabenetat von 8000 Euro auf 100 Euro gesenkt hat. „Wenn ich mit einer Schulklasse beim Minigolf zum Eis essen gehe, dann zahle ich wie mein Vorgänger so etwas selber, da brauch ich keinen Etat.“ so der Bürgermeister der Flößergemeinde.

Für Zinsausgaben sind in diesem Haushaltsjahr 113 685 Euro eingeplant. Das ist die niedrigste Summe im Beobachtungszeitraum. „Der stetige Abbau der Verschuldung lässt dieses Ergebnis zu“, so Bürgermeister Moll. „Hier zeigt sich einmal mehr die Wichtigkeit eines ernsthaften Schuldenabbaus ganz deutlich, da der Überschuss im Verwaltungshaushalt und damit letztendlich die Handlungsfähigkeit der Gemeinde steigt.“

Denn: Die Gesamtverschuldung des Flößerdorfes ist auf drei Millionen Euro gesunken. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1129 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei 2566 Euro. Der Gesamtstand aller Rücklagen beläuft sich in diesem Haushaltsjahr dagegen auf 5, 3 Millionen Euro.

Nach der Vorstellung des Haushaltes zeigte Bürgermeister Moll die zukünftigen Aufgaben der Gemeinde auf. Da mit den Verantwortlichen von Feuerwehr und auch der Kirche Einigungen über Standorte erzielt wurden, könne alsbald mit der Planung eines Feuerwehrhauses und eines neuen viergruppigen Kindergartens begonnen werden.

Silke Zink

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