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Die Böllerschützen in Aktion. Der Pulverdampf war schon von weitem sichtbar.

Feuerschützen feierten Jubiläum

Pulverdampf und Kanonendonner

Zum Abschluss des 13. Schwäbischen Böllerschützentreffen zogen mehr als 100 Festgruppen durch Lechbruck. Höhepunkt des Jubiläumswochenendes war das gemeinsame Platzschießen von mehr als 700 Schützen.

Lechbruck – Als der letzte Schuss verklungen war, versagte Schussmeister Markus Balzarek die Stimme. Auf die eben noch mehr als 700 Böllerschützen aus dem Bezirk Schwaben, dem benachbarten Oberbayern und sogar aus Tirol gehört hatten.

700 Männer und Frauen mit ihren Stutzen, Vorderladern, Kanonen und Böllern, die als Höhepunkt des Jubiläumswochenendes – zu Ehren der Gastgeber, der VSG Lechbruck – zuerst gemeinsam durch Lechbruck gezogen waren. Und nun, hoch über dem Ort neben dem Festzelt gemeinsam ihre Feuerwaffen zuerst luden, verdämmten, das Zündhütchen einsetzten und den Hahn spannten.

Auf das Kommando Balzareks hin hoben sie dann die Böller und feuerten schließlich in Reihe, in Linie und schließlich ein schnelles Reihenfeuer, den so genannten Flächenbrand. Mehr als 700 Mal dieselben Handbewegungen, dasselbe markante Klopfen, um die Pulverladung zu verdämmen, also zu verdichten, und schließlich 700 Böller, mal weniger heftig und manchmal explosionsartig, heftig und laut. Und immer auf das Kommando von Schussmeister Markus Balzarek und immer, nachdem der Landesböllerreferent des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB), Xaver Wagner, die Bayernflagge gesenkt hatte.

Kein Wunder, wenn so manchem nach diesem Erlebnis die Tränen in die Augen stiegen oder die Stimme mal kurz versagte. Und Zeit, endlich die Kehle zu befeuchten, nach fünf Tagen harter Arbeit und Abstinenz, um alles im Blick zu behalten, einen kühlen Kopf angesichts der zahlreichen Gäste aus nah und von weiter her, die mit ihren großen und kleineren Kanonen, manche in Kompaniestärke, mit Musikkapelle oder Trommlerzug angereist waren.

Mit dem Gewehr auf der Schulter zogen diese Schützen schneidig durch Lechbruck.

In Nachbarschaftshilfe hatten die Premer nicht nur ihre Schützen, den Trommlerzug und die Musikkapelle in den Nachbarort abkommandiert, sondern halfen auch den Feuerwehrkameraden beim Absperren der Umzugsstrecke und in der Organisation.

Gerade dieses Miteinander hatte denn auch den Lechbrucker Schützenmeister Hans Theil beeindruckt. „Die Gemeinschaft in Lechbruck hat wunderbar funktioniert“, lobte Theil. Es sei dieser Gemeinschaftssinn im Ort und der Verein, die für die Zukunft hoffen ließen.

Ein Dank galt auch den Ehrengästen. So hatten neben Wagner auch Gauschützenmeister Hanspeter Christen und Bezirksreferent Dirk Alexander Kogl teilgenommen sowie MdL Angelika Schorer und MdB Stefan Stracke.

Man wisse nicht, so Theil, wann es wieder ein derartiges Großereignis in Lechbruck geben werde. Das die, in diesem Fall Schützen, schon seit mehr als einer Woche auf Trab gehalten hatte, mit dem Aufbau der Festzelte und der Planungen für den Umzug sowie das sich anschließende Salutschießen.

Dass alles geklappt hat, beweist ein Fakt: Es gab, bedingt durch das Schießen oder den Umzug, keine Verletzten. Allenfalls hätte man sich an diesem herrlichen Sonntag einen Sonnenstich holen können.

Oliver Sommer

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