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Pünktlich in dem Moment, in dem die 600 Kilogramm schwere Kupferzwiebel auf den Turm der Jakobskapelle in Lechbruck gehoben wird, kommt die Sonne heraus und ermöglicht dieses Bilderbuch-Panorama-Bild. 

Die sendung mit der Maus in Lechbruck und Langau

Hundertfaches Kinder-Hallo in die Kamera

Viel Geduld haben Kinder und Erwachsene am vergangenen Dienstag gebraucht: Aber jetzt glänzt der kupferne Zwiebelturm auf dem Dach der Jakobskapelle, denn „Die Sendung mit der Maus“ war in Lechbruck.

Lechbruck/Langau – Pünktlich um 9 Uhr haben sich rund 150 Kinder und Erwachsene bei der Lechbrucker Jakobskapelle eingefunden, um zusammen mit dem Filmteam des WDR den Abschluss der „Sachgeschichte mit dem Zwiebelturm“ zu erleben, der am vergangenen Sonntag im Fernsehen zu sehen war. Doch ebenso pünktlich öffnet der Himmel seine Schleusen, und es gießt wie aus Kübeln.

In der kleinen Kapelle werden derweil orangefarbige Mausluftballons aufgeblasen, kleine zwiebelturmförmige Spanplatten warten darauf, von den Kindern mit einer Messingfolie überzogen zu werden. „Als kleines Andenken an diesen Tag“, sagt Spengler Stefan Zink. Wie Familie Dreher aus Bernbeuren nutzen einige die Chance zum Erinnerungsfoto mit Moderator Johannes Büchs.

Doch eine halbe Stunde später wird die Aktion auf den Nachmittag verlegt, da vorerst kein Ende des Regens in Sicht ist. Trotz Schirmen schon recht durchnässt, machen sich viele der Ortsansässigen wieder auf den Heimweg, andere und die, die von weiter her kommen, nutzen die Gelegenheit, gleich in die Bildungs- und Erholungsstätte Langau zum „Maus-Türöffner-Tag“ zu fahren.

Wie beispielsweise Familie Marihart aus dem württembergischen Erolzheim. Ihre vier Kinder sind eingefleischte Maus-Fans: „Wir wollten das Angebot nutzen und sind deshalb heute hierhergekommen“, sagt Edgar Marihart. „Benjamin, Stella, Gianluca und Felicia wollen ausprobieren, wie es ist, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein.“ Denn dafür ist in der Langau extra ein Parcours aufgebaut worden.

Vorher, als es noch geregnet hatte, waren rund 150 Kinder, deren Eltern und das Filmteam der „Sendung mit der Maus“ in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau, um weitere Aufnahmen zu machen. Dort konnten Kinder ausprobieren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen.

Die Dreharbeiten für den „Türöffnertag“ selbst sind für 13 Uhr angesagt, und rund 50 Kinder rufen ein begeistertes „Hallo!“ in die Kamera von Regisseurin und Autorin Katja Engelhardt. Die von ihr ausgewählten Kinder setzen sich in die Rollstühle, fahren um und über nachgestellte Alltags-Hindernisse. Auch Moderator Johannes Büchs probiert, einen Bordstein mit dem Rollstuhl hochzufahren. „Gar nicht so leicht“, resümierte er.

Das bestätigte auch der 11-jährige Pascal aus Adelsdorf bei Erlangen in die Kamera, der von klein auf im Rollstuhl sitzt und seit 2009 jedes Jahr für ein paar Wochen mit seinen Eltern in die Langau kommt.

Inzwischen hat der Regen tatsächlich aufgehört. In Lechbruck versammelten sich über 200 Kinder und deren Familien erneut an der Jakobskapelle. Gut gelaunt schallt auch hier das fröhliche „Hallo!“ in die Maus-Kamera. Und während die Dreharbeiten laufen, bereiten die Mitarbeiter der Schreinerei Mößmer und der Haustechnik-Firma Zink, die maßgeblich an der Maus-Aktion beteiligt sind, alles für den großen Moment vor.

Als die 600 Kilogramm schwere Kupferzwiebel schließlich per Hebevorrichtung zum Turm der Jakobskapelle schwebt, schaut sogar die Sonne heraus und bietet den Zuschauern ein fantastisches Licht zum Postkarten-Panorama über das Voralpenland. Zu guter Letzt wird ein provisorisches Kreuz aufgesteckt, das Richtige soll bei der offiziellen Einweihungsfeier, die für das nächste Jahr geplant ist, angebracht werden.

Auch das Maus-Filmteam ist von seiner Zeit in Lechbruck und der Langau begeistert: „Was uns hier wirklich beeindruckt hat, ist der spürbare Zusammenhalt, die Herzlichkeit und die hohe Bereitschaft der Menschen für ehrenamtliche Arbeit“, sagt Moderator Johannes Büchs.

Myrjam C. Trunk

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