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Die Kläranlage in Lechbruck. Ein Teil der Anlage muss erweitert bzw. umgebaut werden, um die Abwässer von Steingaden künftig auch aufnehmen zu können. 

Nach Treffen

Abwasser: Zusammenschluss rückt näher

Der Zusammenschluss Steingadens mit dem Abwasserverband Lechbruck-Bernbeuren rückt näher. In der jüngsten Sitzung des Steingadener Gemeinderates informierte Bürgermeister Xaver Wörle die Gemeinderäte über ein Treffen mit seinem Amtskollegen Helmut Angl sowie Ingenieuren und Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes.

Steingaden – Die Gemeinde Steingaden müsste – wie berichtet – die eigene Kläranlage aus Kapazitäts- und Modernisierungsgründen neu bauen. Bürgermeister Wörle resümierte, dass man ein sehr positives Gespräch geführt und einen guten Fortschritt erzielt habe.

Schon im vergangenen November hatte es eine Machbarkeitsstudie für den Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden Steingadens im Westen gegeben. Sehr viel früher hatte man dort den Mehrwert eines gemeinsamen Abwasserverbandes erkannt, unter anderem die Synergieeffekte beim Personal.

Fachleute hatten kostspieligen Neubau angemahnt

Im vergangenen Jahr nun kam das Thema Kläranlage auch auf den Steingadener Rathaustisch. Dabei hatten Fachleute einen kostspieligen Neubau der Anlage angemahnt, weshalb Xaver Wörle sich mit Helmut Angl in Verbindung gesetzt hatte.

Im Nordosten Lechbrucks nahe des Campingplatzes und Feriendorfes unterhält die Flößergemeinde ihre Kläranlage, ausgelegt für 11 000 Einwohner. Diese Kläranlage ist in ihrer Kapazität ausgelegt für die beiden angeschlossenen Ortschaften Lechbruck und Bernbeuren mit einer angesetzten Reserve von 30 Prozent. Allein die, erklärte Xaver Wörle den Gemeinderäten, würde ausreichen, um Steingaden ohne weitere bauliche Erweiterungen anschließen zu können.

Doch es sei nachvollziehbar, so Wörle, wenn sowohl Bernbeuren als auch Lechbruck weiterhin eine Reserve haben wollen, etwa für eigene Neubaugebiete. Deshalb werde die Kläranlage für den Zusammenschluss auf 14 000 Einwohner erweitert, man behalte einen Puffer von 20 Prozent.

Neubau eines Kombibeckens ist geplant

Geplant sei der Neubau eines Kombibeckens, beschrieb Wörle das Treffen mit Angl und dem Lechbrucker Klärwärter Herbert Theil sowie dem Planer Werner Gebert von Ingenieurbüro GFM. Um einen sicheren Betrieb der Kläranlage gewährleisten zu können, soll das Nachklärbecken vergrößert werden, um den maximal möglichen stündlichen Trockenwetterzufluss, bis zu 45 Liter pro Sekunde, aufnehmen zu können. Dadurch würden Mehrkosten von 70 000 Euro entstehen, so Wörle, die sich die drei Gemeinden teilen.

Aufgrund der geringen Tiefe des neuen Belebungsbeckens sei eine separate Gebläsestation erforderlich, erläuterte der Rathauschef weiter. Geplant sei der Einbau eines energieeffizienteren Schraubengebläses, das allerdings rund 35 000 Euro mehr kosten würde als das bisherige Drehkolbengebläse, dafür aber auch weniger Strom verbraucht.

Erweiterung kostet zwischen 2,25 und 2,29 Millionen Euro

Geschätzt soll die Erweiterung des Lechbrucker Klärwerkes für den Zusammenschluss zwischen 2,25 und 2,29 Millionen Euro kosten, je nach eingesetzter Technik; Zum Einsatz kommen soll, auch auf Empfehlung des Planers, nur neueste und energiesparende Technik.

Enthalten seien da aber schon das größere Nachklärbecken und die gut 1,2 Millionen Euro für die neue Abwasserleitung von Steingaden nach Lechbruck. Dabei erinnerte Wörle daran, dass der Neubau der Steingadener Kläranlage mit gut vier Millionen Euro zu Buche schlagen würde, wobei die Standortfrage aber unklar sei.

Beim zeitlichen Ablauf sei man derzeit in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, so Bürgermeister Wörle. Er hoffe, dass diese Ende des Jahres abgeschlossen sei, so dass im Februar die Ausschreibung beginnen könne und bis April alle Arbeiten vergeben werden können. Dann könnte im Mai oder Juni 2020 mit den Arbeiten begonnen werden, die voraussichtlich bis November 2021 dauern werden.

OLIVER SOMMER


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Die Gemeinde Steingaden schließt sich dem Abwasser-Zweckverband Bernbeuren/Lechbruck an. Darauf haben sich die drei Gemeinderäte mit ihren Bürgermeistern Martin Hinterbrandner, Xaver Wörle und Helmut Angl geeinigt.

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