Immer wieder ein Genuss: Der Blick auf die Litzauer Schleife ist einer der ersten Höhepunkte der 42 Kilometer langen Moutainbike-Tour.
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Immer wieder ein Genuss: Der Blick auf die Litzauer Schleife ist einer der ersten Höhepunkte der 42 Kilometer langen Moutainbike-Tour.

Eine Mountainbike-Tour von Schongau nach Lechbruck und zurück

Von der Flößerstadt ins Flößerdorf: Panorama pur

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Wegen der Corona-Krise wird in den Sommerferien wohl vermehrt auf große Auslandsreisen verzichtet und Urlaub daheim gemacht. Deshalb bieten wir unseren Lesern viele Ausflugstipps zu Fuß oder per Rad – auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Heute: Eine Mountainbike-Tour von Schongau nach Lechbruck und zurück.

Schongau/Lechbruck – Eines vorweg: Wer sich auf die gut 42 Kilometer lange Strecke begibt, sollte Kondition und ein anständiges Mountainbike mitbringen. Häufig geht es bergauf und bergab, mitunter auch über Stock und Stein.

Unser Versuchskaninchen aus der Redaktion hatte nicht alle Anforderungen erfüllt und kam deshalb auf den letzten Kilometern gehörig ins Schnaufen. Mehr als sechs Stunden brauchte er für die Strecke (inklusive Pausen), ein geübter Mountainbiker sollte es in deutlich kürzerer Zeit schaffen.

Start und Ziel ist die historische Altstadt in Schongau. Vom Marienplatz aus geht es über die Löwenstraße zur Christophstraße und von dort den Frauenberg hinab zur Marktoberdorfer Straße. Hinter dem Schulzentrum folgt der einzige Anstieg, der von Abgasgeruch und Motorenlärm begleitet ist.

Diesen malerischen Bauernhof bekommt der Radler nach rund 30 Kilometern Fahrtstrecke östlich des Lechs zu Gesicht. 

Und auch die übrige Fahrradfahrt entlang der Marktoberdorfer Straße bis zum Stadtrand ist bekanntlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. Am Ortsende auf Höhe des Aldi-Markts geht es dann aber endlich links ab in die Römerstraße. Fortan ist die Tour ein Naturerlebnis pur mit atemberaubenden Aussichten.

Auf der geteerten Römerstraße fährt es sich in Richtung Süden zunächst sehr angenehm durch den Wald und die landwirtschaftlich geprägte Umgebung. Nach insgesamt neun gefahrenen Kilometern geht es bei Burggen dann links ab zum ersten Höhepunkt der Reise: Der Ausblick hoch oben über der Litzauer Schleife des Lechs ist immer wieder ein Genuss. Und das ganz besonders, wenn der Himmel klar und die Sicht ins Gebirge frei ist. Mehrere Ruhebänke und eine Holzliege laden zur ausgiebigen Pause ein. Für Zeitvertreib sorgt obendrein ein Kiesel-Mobile.

Naturerlebnis mit tollen Aussichten

Der Vertreter der Redaktion hat an dem Aussichtspunkt gut und gerne eine halbe Stunde vertrödelt. Auch, um nachzulesen, wie die Naturschützer das Kleinod des Lechs hegen und pflegen. Bekanntlich hatten sie in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Lechschleife bei Schongau gerettet wurde und nicht in einer Staustufe unterging.

Idylle pur: Auf den Nebenstrecken ist meist nicht viel los.

Von der Litzauer Schleife aus geht die Fahrt weiter zur Lechhalde bei Burggen. Von dort führt dann scharf links ein Feldweg hinab zum Steinbach und zum Hof der Familie Bock. Der Lech ist auf dem Streckenabschnitt zwar ein gutes Stück entfernt. Die Landschaft mit ihren sanften Hügeln vor dem Alpenpanorama ist aber nicht minder aufregend als der Fluss.

Nach gefahrenen 13,6 Kilometern folgt der erste anspruchsvolle Teil der Tour, für den das Mountainbike unabdingbar ist. Auf einem Trail geht es bergab durch den Wald. Vor allem bei Nässe sollte ein ungeübter Fahrer in dem steilen Gelände lieber absteigen und schieben, Sicherheit geht vor! 600 Meter lang ist der wilde Ritt, bevor der Trail auf eine gemütliche Teerstraße mündet. Die führt im Anschluss zur Lechstaustufe Dessau und weiter nach Lechbruck – das umwerfende Alpenpanorama immer vor Augen.

Die Stromschnellen in Lechbruck: Im Flößerdorf empfiehlt sich eine längere Rast samt Mittagessen. Denn weitere Einkehrmöglichkeiten sind rar gesät.

Wer jetzt schon müde wird, kann die Tour abkürzen, wenn er bei Urspring den Lech überquert und wieder gen Norden fährt. Aber dann verpasst er einiges. Zum Beispiel die Fahrt durch den stattlichen Campingplatz am Lechbrucker See samt winkender Touristen . Und natürlich lässt er sich die wohl verdiente Rast in Lechbruck entgehen.

Dass in der Flößergemeinde der Tourismus boomt, zeigt sich auf dem übervollen Minigolfplatz. Die Fahrt am Lechstausee ist aber zumindest wochentags noch sehr angenehm und die Stromschnellen flussaufwärts malerisch.

Wer müde wird, kann abkürzen

Dann muss allerdings kurz auch der Mountainbiker auf die Staatsstraße 2059, um den Lech zu überqueren. Und der Lechuferweg gleich hinter der Brücke ist tabu. Der ist nach Auskunft der Gemeinde den Wanderern vorbehalten. So geht die Fahrt weiter über Drachenleite, Urspring und Illach, bevor der Mountainbiker am nördlichen Ende des Lechsees wieder herauskommt.

Über meist geteerten Straßen geht es bergauf und bergab zurück nach Schongau – durch Hirschau, Riesen, über die Weiler Stiegl, Geisenberger bis kurz vor Kreut. Die Beine werden schwerer, die Pausen länger. Die Erschöpfung lässt sich aber ertragen, wenn der Auerberg grüßt oder eine Herde Pferde über die Koppel galoppiert.

Wer die Tourdaten in die bei Radfahrern beliebte App „komoot“ eingibt, erfährt, dass er sich auf eine mittelschwere Mountainbike-Tour einlässt, für die eine gute Grundkondition erforderlich ist. „Technische Grundkenntnisse genügen“, heißt es. Etwas sollte unbedingt im Gepäck sein: Genug zu trinken und Verpflegung. Einkehrmöglichkeiten sind auf der Strecke rar gesät. Es empfiehlt sich, am Vormittag zu starten und in Lechbruck Mittag zu essen. Natürlich geht es auch anders herum. Die links auf der Karte eingezeichneten Punkte zeigen einige von „komoot“-Mitgliedern empfohlene Streckenabschnitte: 1 und 2 die Aussichtspunkte auf die Litzauer Schleife, 3 eine „wunderschöne Straße ohne Verkehr“, 4 den Ausblick auf den Auerberg, 5 den Ausblick auf den Riesener See, 6 einen weiteren „traumhaften Ausblick“ sowie 7 „den Blick auf den Lech“. Die Strecke selbst hat die Redaktion ausgewählt, neben den genannten gibt es zahlreiche weitere Höhepunkte. 

Auf dem Kreuter Weg geht es schließlich nahe der Lechtalbrücke über die  B 472, das Ziel ist in Sichtweite. Eine angenehme Abfahrt durch den Wald zur Schongauer Lechstaustufe ist die letzte Etappe, bevor die Kamine der UPM-Papierfabrik grüßen. Am Plantsch vorbei und über den Festplatz geht es den Berg hinauf zurück in die Schongauer Altstadt.

Das Ankunftsbierchen hat sich der Reisende dann mehr als verdient.

Weitere Tour-Infos: Wer die Tourdaten in die bei Radfahrern beliebte App „komoot“ eingibt, erfährt, dass er sich auf eine mittelschwere Mountainbike-Tour einlässt, für die eine gute Grundkondition erforderlich ist. „Technische Grundkenntnisse genügen“, heißt es. Etwas sollte unbedingt im Gepäck sein: Genug zu trinken und Verpflegung. Einkehrmöglichkeiten sind auf der Strecke rar gesät. Es empfiehlt sich, am Vormittag zu starten und in Lechbruck Mittag zu essen. Natürlich geht es auch anders herum.

Die auf einer Karte eingezeichneten Punkte zeigen einige von „komoot“-Mitgliedern empfohlene Streckenabschnitte: 1 und 2 die Aussichtspunkte auf die Litzauer Schleife, 3 eine „wunderschöne Straße ohne Verkehr“, 4 den Ausblick auf den Auerberg, 5 den Ausblick auf den Riesener See, 6 einen weiteren „traumhaften Ausblick“ sowie 7 „den Blick auf den Lech“. Die Strecke selbst hat die Redaktion ausgewählt, neben den genannten gibt es zahlreiche weitere Höhepunkte.

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