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Gemeinsame Sache: Die drei Bürgermeister von Steingaden, Lechbruck und Bernbeuren – von links Xaver Wörle, Helmut Ang l und Martin Hinterbrandner – erläutern anhand der Karte die Planung für den Anschluss von Steingaden an den Abwasser-Zweckverband Lechbruck/Bernbeuren.

Zweckverband beigetreten

Steingadens Abwasser fließt nach Lechbruck

Die Gemeinde Steingaden schließt sich dem Abwasser-Zweckverband Bernbeuren/Lechbruck an. Darauf haben sich die drei Gemeinderäte mit ihren Bürgermeistern Martin Hinterbrandner, Xaver Wörle und Helmut Angl geeinigt.

Lechbruck – „Wir haben etwas zu verkünden“, sagte Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle auf einem extra eingerichteten Termin im Lechbrucker Rathaus. Und er erläuterte zusammen mit seinen Amtskollegen aus Bernbeuren und Lechbruck, Martin Hinterbrandner und Helmut Angl, Einzelheiten über den Anschluss Steinagdens an den Abwasser-Zweckverband Bernbeuren/Lechbruck.

Wörle hält den Zusammenschluss für „eine ganz tolle Sach“. Auslöser des Zusammenschlusses mit dem Zweckverband Lechbruck und Bernbeuren ist die Tatsache, dass die vor 48 Jahren gebaute Kläranlage in Steingaden in die Jahre gekommen ist. Von den Einwohner-Schmutzwerten her gesehen, hätte die Anlage noch lange ausgereicht. Sie war damals wegen der Großkäserei Hindelang auf den Schmutzwert 6000 ausgelegt worden. Für die 2800 Einwohner hätten 3000 ausgereicht.

Nunmehr die Überlegung, Neubau einer Kläranlage mit allem, was dazu notwendig ist, oder künftig das Abwasser der Gemeinde Steingaden über eine Leitung in die Kläranlage nach Lechbruck zu leiten. Die Entscheidung ist dem Steingadener Gemeinderat laut Wörle nicht schwer gefallen.

Ein Neubau, so die Berechnung des beauftragten Ingenieurbüros, würde gut fünf Millionen Euro kosten. Der Anschluss an die Kläranlage in Lechbruck mit allem, was dazu notwendig ist, kostet rund zwei Millionen Euro weniger.

Die Wasserwirtschaftsämter der Landkreise Ostallgäu und Weilheim-Schongau begrüßen diese Entscheidung Steingadens zum Zutritt zum Zweckverband. Der Freistaat Bayern unterstützt seinerseits den Anschluss an den Zweckverband mit 100 000 Euro.

Derzeit besteht bereits eine Abwasser-Leitung von Urspring in die Kläranlage nach Steingaden. Eine Pumpstation sorgt für den notwendigen Druck. Für den Zusammenschluss mit Lechbruck ist eine neue Leitung, rund 500 Meter lang, von Urspring nach Lechbruck notwendig.

„Die Pumpstation in Urspring wird einfach umgedreht“, sagt Xaver Wörle. So kann das gesamte Abwasser der Gemeinde Steingaden und seiner Ortsteile in die Kläranlage nach Lechbruck gepumpt werden. Voraussetzung für den Zusammenschluss ist allerdings auch, dass die Einwohner-Schmutzwerte der Lechbrucker Kläranlage von derzeit 11 000 auf 14 000 erweitert werden. Auch ein zusätzliches Nachklärbecken muss deswegen in Lechbruck angelegt werden, um den Puffer in Lechbruck nicht komplett auszureizen.

„Die Folgekosten sind danach auf drei Schultern zu tragen“, freut sich Lechbrucks Bürgermeister Helmut Angl. Und er lobt die gute Zusammenarbeit mit Steingaden und Bernbeuren, „die über das Kirchturmdenken weit hinaus geht“.

Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner bezeichnete den Zusammenschluss „als Glücksfall für den Zweckverband“. Weil eben künftig bei sämtlichen anfallenden Ausgaben für Wartung und Ertüchtigung drei Gemeinden zur Kasse gebeten werden können.

Wichtig für alle Bürger: Die Abwassergebühren bleiben in den drei Gemeinden auch nach dem Anschluss von Steingaden an den Zweckverband konstant: „Wir müssen aber Rücklagen für die Reparaturen der in die Jahre gekommenen Abwasser-Leitungen bilden“, sind sich die drei Bürgermeister einig.

Der Zeitplan des Zusammenschlusses sieht nunmehr vor, dass im nächsten Jahr die notwendigen Planungen abgeschlossen werden. 2020 wird gebaut und ab 2021 das Abwasser von Steingaden in die Kläranlage nach Lechbruck gepumpt.

von Walter Kindlmann

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