Hubertus Heil wird SPD-Generalsekretär in Berlin

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Das Festareal auf der Landzunge am Bootshafen. Heuer soll die Bühne wieder weiter in Richtung Lech verschoben werden.

Gemeinderat Lechbruck

Schlüssiges Lärmschutzkonzept vorgelegt

Lechbruck - Nun also doch: die House-am-See-Party kann auch heuer Ende August in Lechbruck stattfinden. Nachdem der Veranstalter in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein überzeugendes Lärmschutzkonzept vorgelegt hatte, stimmte eine Mehrheit der Gemeinderäte für das Event.

Finden Gemeinderatssitzungen in Lechbruck normalerweise weitgehend ohne Öffentlichkeit statt, saßen in der jüngsten Sitzung etwa doppelt so viele Bürger wie Gemeinderäte. Die sich wahrscheinlich für den ersten Punkt auf der Tagesordnung interessierten, den erneuten Antrag des Premer Eventteams Klein, auch heuer Ende August das Sommerevent „House am See“ abzuhalten.

Schon Ende November 2015 hatte der Gemeinderat den Antrag diskutiert und mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Mit der Begründung, dass vor allem die Nachbarn zu sehr unter der Lärmbelästigung hätten leiden müssen.

Dabei hatte das Gremium dem Antragssteller aber die Chance eröffnet, die House-Party doch noch zu genehmigen, sollte ein schlüssiges Lärmschutzkonzept vorgelegt werden, was Domenic Lohrmann nun tat.

Um sein Konzept, bei dem sich der unerwünschte Lärm selber auslöschen soll, zu erklären, zeigte Lohrmann, wie sich der Schall – von den Boxen ausgehend – ausbreitet. Gleich einem Stein, der ins Wasser geworfen wird, breiten sich die Wellen des Schalls kreisförmig von der Box aus.

Deshalb plant Lohrmann, dessen Firma Pro-Veranstaltung das Equipment für das Konzert liefert, heuer Veränderungen. So soll die Bühne wieder auf ihre ursprüngliche Position zurückverlegt und auch wieder um 90 Grad zurückgedreht werden. Damit allein will Lohrmann einen Teil der Lärmbelastung reduzieren, zum einen liegen die Anwohner nicht mehr im unmittelbaren Einzugsbereich der Bühne. Auch soll es keine Reflexionen mehr von den Schulgebäuden geben.

Mit Physik den Schall reduzieren 

Darüber hinaus plant der Schalltechniker, mit Hilfe der Physik einen Teil des unerwünschten Schalls zu reduzieren. Wellen, das weiß man aus der Naturwissenschaft, können sich gegenseitig verstärken, wenn sie sich überlagern. Andererseits können Schwingungen auch ausgelöscht werden, wenn sie die gleiche Wellenlänge und Frequenz haben, aber gegenläufig schwingen. Dieses Prinzip möchte Lohrmann anwenden und auf je zwei Bässe, die in Richtung des Publikums gerichtet sind, eine Bassbox aufstellen, die dieselbe Musik abspielt, aber in die entgegengesetzte Richtung zeigt.

So werde der Schall hinter der Bühne und auch teilweise seitlich nahezu ausgelöscht, argumentierte Lohrmann und zeigte grafisch, was bei dieser Auslöschung passiere. Des Weiteren bot Lohrmann an, der ohnehin nach dem im Landkreis Weilheim-Schongau empfohlenen Lärmschutzkonzept für Veranstaltungen arbeitet, das gesamte Konzert zu dokumentieren und eine protokollierte Messung, nicht nur auf dem Festgelände, sondern auch bei den Nachbarn durchzuführen. Damit sei dann gewährleistet, dass dort, entsprechend der Tageszeit nur die maximal zulässige Lautstärke, z.B. zwischen 22 und sechs Uhr morgens nur 50 Dezibel (dB/A) ankomme. Eine Geräuschkulisse, die einem fahrenden Auto entspricht. Tagsüber liegt der Grenzwert für Dorf- und Mischgebiete bei 60 dB(A). Er sei auch bereit, als Ansprechpartner zu reagieren, sollten sich Anwohner dennoch gestört fühlen.

Hierbei entwickelte sich eine teils recht groteske Diskussion, welche Grenzwerte wo gelten – auch im Publikum? – und wie sie zu interpretieren seien. Insbesondere eine Gemeinderätin hatte hierfür in eine Broschüre des Umweltamtes zu Rate gezogen. Letztlich beendete Herbert Thieme die Diskussion, indem er anmerkte, dass es hier nicht um fünf Dezibel hin oder her gehen solle, sondern dass die Nachbarn nicht belästigt würden. Einer Ansicht, der sich viele Ratskollegen anschlossen. Immerhin habe der Veranstalter ein schlüssiges Lärmschutzkonzept präsentiert. Robert Fichtl: „Er hat sich Mühe gegeben und die Vorgaben eingehalten.“ Man könne – falls nötig – immer noch nachjustieren.

Beide Seiten müssen sich bewegen

Ähnlich sah es Brigitte Deschauer, die meinte, „einen Tag pro Jahr kann ich das aushalten“. Selbst Gast auf der Veranstaltung im vergangenen Jahr, merkte sie an, dass eine Kommunikation mit ihrem Begleiter problemlos möglich gewesen sei. Was Erwin Maas auf seinem Balkon nicht hatte tun können, wie der zweite Bürgermeister schon einmal geäußert hatte. Auch meinte Maas, dass es trotz Konzepts laut werden würde und stimmte später gegen die Genehmigung.

Das Gros der Räte erkannte aber an, dass es sich um eine Ausnahmesituation (einmal pro Jahr) handele und man es 1600 feiernden Menschen gönnen sollte. Beide Seiten müssten sich halt etwas bewegen, weshalb das Gremium mit 8:4 Stimmen den Antrag genehmigte.

Oliver Sommer

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