Gibt nicht auf: der Ruhestandspfarrer Horst Drosihn, hier vor dem Gericht in Kaufbeuren.

Aus 15 Euro wurden 257

Lechbrucker Pfarrer bringt Strafzettel-Affäre in den Landtag

Lechbruck - Seit zwei Jahren kämpft Lechbrucks Ruhestandspfarrer Horst Drosihn gegen ein 15-Euro-Knöllchen, klagt sich durch die Instanzen. Jetzt landet die Park-Posse vor dem Landtag.

Seit mehr als zwei Jahren kämpft der Pfarrer im Ruhestand, Horst Drosihn (78), aus Lechbruck gegen ein 15-Euro-Knöllchen, das nach dem Einkaufen in Füssen an seinem Audi klebte. Durch alle Gerichtsinstanzen beschwor er, dass dort kein Parkverbotsschild war. Lieber wolle er ins Gefängnis gehen als zu zahlen. Weil ihm weder das Amtsgericht Kaufbeuren noch die Staatsanwaltschaft Kempten vermitteln konnten, dass sich die Halteverbotsschilder an den Einfahrten befunden hatten, wurde der inzwischen auf 257 Euro angewachsene Strafzettel von seinem Ruhestandsgehalt gepfändet.

Nun hat das Landtagsamt auf Drosihns Eingabe eine Stellungnahme zu dem Vorgang bei der Bayerischen Staatsregierung angefordert. Noch im Herbst soll die Park-Posse im Ausschuss für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen behandelt werden. Horst Drosihn gibt sich zuversichtlich. „Die Wahrheit muss die Wahrheit bleiben!“

Die Vorgeschichte: Im Mai 2014 wollte Drosihn mit seiner Ehefrau in der Füssener Innenstadt einkaufen. Wegen Bauarbeiten waren die Parkmöglichkeiten an der Theresienstraße zu diesem Zeitpunkt unübersichtlich gewesen, erklärte er damals vor Gericht. Als Drosihn schließlich einen freien Platz fand, war er der festen Überzeugung gewesen, „dass man dort stehen darf“, denn es hatte dort kein ersichtliches Parkverbot gegeben. Dafür kassierte er einen Strafzettel – den er nicht bezahlen wollte.

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