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Pater Julius Ferrao verlässt die Pfarreiengemeinschaft Lechrain nach nur einem Jahr.

Pfarreiengemeinschaft Lechrain

Kaplan muss nach einem Jahr gehen

Reichling/Lechrain- Pater Julius Ferrao verlässt die Pfarreiengemeinschaft Lechrain: Nach nur einem Jahr muss der indische Kaplan schon wieder gehen. Grund für den raschen Weggang ist eine Umstrukturierung: Die benachbarte Pfarreiengemeinschaft Vilgertshofen wird mit der Pfarreiengemeinschaft Stoffen zusammengelegt – und eben dort wird dann ab September noch ein Kaplan gebraucht. Diese Aufgabe soll Pater Julius übernehmen.

Es ging alles ganz schnell: Der Stoffener Pfarrer Jojo George Koonamaruthumkal hatte kurzfristig um Versetzung gebeten – nach nur einem Jahr. Das hat zur Folge, dass die Pfarreiengemeinschaften Vilgertshofen und Stoffen nun schon in diesem Jahr zusammengeschlossen werden – ein Schritt, der ursprünglich erst später erfolgen sollte.

Die sehr kurzfristige Abberufung von Pater Julius kam auch für die Pfarreiengemeinschaft Lechrain ziemlich überraschend: Dort war man davon ausgegangen, dass der Kaplan mindestens drei Jahre – oder auch länger – als zweiter Priester in den Pfarreien Apfeldorf, Kinsau, Reichling, Rott Epfach und Ludenhausen tätig sein wird.

Doch jetzt wird Pater Julius gerade noch Zeit haben, sich in den letzten beiden Juliwochen von den Gläubigen zu verabschieden. Dies soll nicht in einer gemeinsamen Messfeier geschehen, sondern in jeder Pfarrei extra: Der Kaplan wird sich in allen sechs Orten mit einem Gottesdienst verabschieden. Im August wird der Pater seinen Urlaub antreten, bevor er dann am 1. September seine neue Stelle beginnt.

Der unerwartete Weggang des Kaplans wird in der Pfarreiengemeinschaft sehr bedauert

„Wir sind alle sehr traurig“, sagt der leitende Pfarrer Michael Vogg, der den Pater als kontaktfreudig, freundlich und interessiert beschreibt.

Anderseits kann der Pfarrer die Entscheidung, dass die Wahl auf Pater Julius fiel, durchaus nachvollziehen: Denn der Kaplan wohnt ja schließlich auch in Vilgertshofen, da dort auch seine Mitbrüder aus derselben Ordensgemeinschaft leben.

Ganz so unproblematisch ist der Weggang für die Pfarreiengemeinschaft Lechrain allerdings nicht: Pater Julius ist schließlich schon der zweite Kaplan in Folge, der nach nur einem Jahr wieder geht. Zuvor war es der kolumbianische Priester Alfredo Quintero, der ebenfalls nur ein Jahr da war.

Doch nach nur einem Jahr sei eigentlich die Einarbeitungszeit noch gar nicht abgeschlossen, gibt Pfarrer Vogg zu bedenken. Außerdem hätten die Kapläne in dieser kurzen Zeit noch gar nicht genügend Kontakte in der Pfarreiengemeinschaft knüpfen können.

Dabei müssen die sechs Pfarreien im südlichen Lechrain sowieso schon bereits seit zwei Jahren ohne eine Gemeindereferenten auskommen: Die Stelle wurde nicht mehr neu besetzt, nachdem Martin Bergmeister gegangen war.

Darüber hinaus ergibt sich jetzt noch ein ganz praktisches Problem: Für den neuen Kaplan – dessen Name bislang noch nicht feststeht – gibt es keine Wohnung. Denn die ursprüngliche Kaplanswohnung im Ludenhausener Pfarrhof wurde vermietet, da sie ja nicht gebraucht wurde – Pater Julius wohnt ja in Vilgertshofen. Bis zum 1. September muss jetzt also auch noch eine Wohnung für den Nachfolger gefunden werden.

Leerstehende Gebäude hat die Pfarreiengemeinschaft momentan keine

Die Pfarrhöfe in allen sechs Orten sind entweder bewohnt oder erfüllen eine andere Funktion – wie etwa in Reichling (Sitz des Verwaltungszentrums der Pfarreiengemeinschaft) und Apfeldorf (wo die Gemeinde und die Kirchenverwaltung unter einem Dach untergebracht sind) oder in Kinsau, wo ja gerade der Umbau zum Rathaus in vollem Gange ist.

Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht, um eine neue Kaplanswohnung zu finden. Und auch den Gläubigen bleiben gerade noch ein paar Wochen mit Pater Julius.

Einen Trost gibt es allerdings: Vilgertshofen ist nur ein paar Kilometer von Reichling entfernt – wer Pater Julius in seinem neuen Wirkungskreis besuchen möchte, hat es nicht sehr weit.

Manuela Schmid

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