Die Kläranlage in Rott muss saniert werden. Daher müssen die Bürger bald tiefer in die Tasche greifen. foto: manuela schmid

Beim Abwasser müssen Reichlinger bald tiefer in die Tasche greifen

Reichling - Für die Abwasserversorgung müssen die Reichlinger Bürger bald tiefer in die Tasche greifen. Grund dafür ist, dass die Kläranlage Rott saniert werden muss.

Dies gab Reichlings Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler jetzt vor dem Hintergrund bekannt bekannt, dass die Reichlinger ihr Wasser in Rotts Anlage einleiten..Die Kläranlage sei inzwischen technisch veraltet: Aufgrund deren Bauart und Betriebsweise könnten die geforderten Grenzwerte, und zwar speziell beim Stickstoff, nicht immer eingehalten werden. „Bereits im Jahr 2008 wies uns deshalb das Wasserwirtschaftsamt darauf hin, dass die Stickstoffumwandlung verbessert werden muss“, erläuterte Horner-Spindler. Im Bereich des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Weilheim sei die Kläranlage in Rott die einzige, die noch nicht mit der dafür notwendigen Nitrifizierungsanlage nachgerüstet worden sei.

Das wird sich aber bald ändern: „Nachdem der Gesetzgeber nun auch die Grenzwerte im Kläranlagenablauf gesenkt hat, müssen wir handeln und die Kläranlage mit einer Nitrifikation zum Umbau des Stickstoffs erweitern und verbessern“, erklärte die Reichlinger Bürgermeisterin.

Die Rotter Kläranlage ist seit dem Jahr 1981 in Betrieb. Die Abwässer aus der Nachbargemeinde Reichling werden dort seit 1991 eingeleitet. „Das war und ist für beide Gemeinden eine gute und kostengünstige Lösung“, betont Horner-Spindler.

Der Umbau der Kläranlage soll voraussichtlich im kommenden Jahr durchgeführt werden. Der Knackpunkt: „Dadurch kommen erhebliche Ausgaben auf uns zu“, legt die Bürgermeisterin dar. Denn die Sanierungskosten werden voraussichtlich - je nach Ausführungsvariante - zwischen 1,4 und 2,1 Millionen Euro betragen. Die Kosten sollen dann entsprechend der Einheitsgleichwerte umgelegt werden: Das heißt, rund 53,3 Prozent Kosten müsste Rott und rund 46,7 Prozent Reichling tragen.

Da die Kosten im Endeffekt auf die Bürger zurückfallen, plant die Gemeinde Reichling zum Thema Kläranlagensanierung eine Informationsveranstaltung, die in absehbarer Zeit stattfinden soll. Diesbezüglich weist Horner-Spindler darauf hin, dass die Gemeinde verpflichtet sei, die Sanierungskosten auf die Nutzer umzulegen: Denn der Betrieb einer Kläranlage müsse dem Gesetz nach kostendeckend sein.

Für die Umlegung der Kosten auf die Bürger gebe es zwei verschiedene Möglichkeiten: Eine Verbesserungsbeitragssatzung oder eine Erhöhung der Abwassergebühren. Im Falle einer Verbesserungsbeitragssatzung würde die Kommune von allen Hauseigentümern per Bescheid eine Kostenbeteiligung in Form einer größeren Geldsumme verlangen - „eventuell auch auf zwei bis drei Jahre verteilt“, so Horner-Spindler.

Bei der zweiten Variante, der Gebührenerhöhung, müssten die Sanierungskosten von den Bürgern über einen längeren Zeitraum abbezahlt werden. Alternativ wäre auch eine Kombination beider Möglichkeiten zulässig.

In gleicher Weise werden sich auch die Rotter Bürger an den Kosten beteiligen müssen. Welche der Umlagemöglichkeiten gewählt wird, steht auch dort noch nicht fest: „Entscheidungen wird der Gemeinderat erst treffen, wenn die Sanierungsmaßnahmen in 2011 anlaufen“, informiert die Kommune in ihrem Mitteilungsblatt. Die Gemeinde Reichling möchte die Info-Veranstaltung auch nutzen, um die Meinung der Bürger zu den verschiedenen Varianten zu hören.

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