Orgelbauer Eduard Heißerer (rechts) zeigt eine der Orgelpfeifen. Pfarrer Michael Vogg (links) freut sich über den schönen Klang. foto: ms

Eine Orgel, aber kein Organist

Epfach - „Sie klingt jetzt viel wohltuender, harmonischer und angenehmer“, stellt Pfarrer Michael Vogg zufrieden fest, wenn die frisch renovierte Orgel in der Epfacher Pfarrkirche ertönt.

Was der Orgel, dessen neuen Wohlklang der Pfarrer so lobt, aber noch fehlt, ist der Organist. Das Problematische an der Sache: Kaum ist das Instrument renoviert, verliert die Epfacher Pfarrei mit Thomas Becherer jetzt ihren Organisten und Chorleiter: Der Kirchenmusiker, der bereits den Gemischten Chor im Pfaffenwinkel von Joseph Kraus übernommen hat, wird nämlich zum 1. März auch als Chorleiter in Wessobrunn die Nachfolge von Kraus antreten.

Zum Bedauern der Epfacher Kirchengemeinde, die jetzt auf der Suche nach einem Nachfolger für Becherer ist. Grund zur Vorfreude gibt’s für diesen übrigens genug, denn: Er kann sich gleich über eine Orgel freuen, die gerade für rund 13 000 Euro renoviert wurde.

Zwei Monate lang hatte der Orgelbauer Eduard Heißerer zusammen mit einem Kollegen an dem Instrument gearbeitet. Als erstes musste die Orgel gereinigt werde: Denn dies wurde seit dem Bau der Orgel im Jahr 1986 nicht mehr gemacht. Zudem war auch noch Schmutz von den Bauarbeiten im Innenraum der Kirche hinzugekommen.

Auf die Ventile, die zuvor mit Schaumstoff belegt waren, wurde jetzt Filz und Leder aufgebracht: Denn der Schaumstoff war bereits ganz zerfallen. Zudem wurde an der Orgel der Tastentiefgang verringert, und die Registerzüge wurden verlängert.

Doch damit immer noch nicht genug. An der Rückseite der Brüstungsorgel wurde ein Gitter angebracht: Dadurch hört man die Orgel jetzt besser heraus. Und schließlich hat Heißerer auch noch den Klang des Instruments gemildert.

Die Arbeiten an der Orgel wurden im Zuge der Innenrenovierung der Pfarrkirche mit durchgeführt. Ebenso gut wie die Innenrenovierung, so seien auch die Arbeiten an der Orgel wirklich gelungen, stellte Pfarrer Michael Vogg jetzt gleichermaßen mit Genugtuung wie auch großer Freude fest.

Somit ist eigentlich vieles perfekt, doch: Jetzt wartet die Orgel noch auf einen neuen Organisten. Der örtliche Pfarrer würde sich dafür jemanden wünschen, der „gleichermaßen Spaß an der Liturgie wie auch Freude am Instrument hat“. Die Organistentätigkeit würde etwa zweieinhalb Stunden in der Woche in Anspruch nehmen, die Aufgabe des Kirchenchorleiters rund drei Stunden pro Woche.

Dabei könnte sich der Pfarrer auch gut vorstellen, die Aufgabenbereiche künftig auf zwei Leute aufzuteilen, sprich einen Chorleiter und einen Organisten. Interessierte, die sich eine solche Aufgabe vorstellen können, werden deshalb gebeten, sich möglichst umgehend bei der Pfarreiengemeinschaft Lechrain (Tel.: 08194/539) in Reichling zu melden.

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