Großes Interesse: Die Einwohner Rotts wollten live mitverfolgen, zu welchen Schlüssen der Gemeinderat als Folge der Bürgerbefragung gelangt war. foto: ms

Endgültiges "Aus" für Gewerbegebiet

Rott - Der Rotter Gemeinderat hat dem Wunsch der Bürger entsprochen und jetzt offiziell das „Aus“ für das Gewerbegebiet im Norden des Dorfes beschlossen.

Wie berichtet, hatten sich die Stimmberechtigten aus Rott jüngst bei der (freiwillig durchgeführten) Bürgerbefragung mehrheitlich gegen das geplante Gewerbegebiet und gegen den Discounter, der dort ebenfalls entstehen sollte, ausgesprochen.

In der Gemeinderatssitzung hatten nun die Räte darüber zu entscheiden, ob sie dem Bürgerwillen nachkommen wollten. Andernfalls wäre es zu einem Bürgerentscheid gekommen. Für die Durchführung eines Bürgerentscheids, der im Gegensatz zur Befragung dann auch rechtlich bindend gewesen wäre, war bereits die erforderliche Anzahl der Unterschriften vorgelegen.

Bei der Abstimmung waren sich die Gemeinderäte alle einig, dass die Rotter nicht erneut zur Wahlurne gebeten werden müssten: Ohne vorherige Diskussion sprachen sie sich mit zwölf zu null Stimmen gegen das Gewerbegebiet Rott-Nord aus.

Stephan Rupp bat vor der Abstimmung sogar darum, dass sein Stimmverhalten im Protokoll festgeschrieben würde - zog seinen Antrag dann aber zurück, da das Votum sowieso einstimmig ausfiel.

Der Bürgerentscheid ist nun hinfällig geworden. Das Bauleitverfahren wird eingestellt. Rechtlich gesehen hat der Beschluss des Gemeinderates eine Bindefrist von einem Jahr: So lange darf auf der ursprünglich für das Gewerbegebiet vorgesehenen Fläche im Norden des Dorfes (Richtung Pessenhausen) nun keine Bautätigkeit stattfinden.

Wie Bürgermeister Quirin Krötz gegenüber unserer Zeitung sagte, werde aber vermutlich wohl auch nach dieser Zeit keinerlei Interesse mehr daran bestehen, hier Gewerbeflächen zu errichten. Im Punkt „Wünsche und Anträge“ kam Stephan Rupp im Gemeinderat nochmals aufs Gewerbegebiet zu sprechen und meinte, man solle in den nächsten Sitzungen einmal das weitere Vorgehen beraten. Was mögliche Alternativen betrifft, vertrat Krötz jedoch den Standpunkt, dass momentan keine Eile geboten sei: „Ich brauche jetzt erst einmal eine Verschnaufpause.“

„Wir haben die letzten zwei Monate sehr viel Zeit für dieses Thema aufgewendet“, so der Bürgermeister - jetzt müssten erst mal die anderen anstehenden Dinge aufgearbeitet bzw. nachgearbeitet werden, die in letzter Zeit zu kurz gekommen seien. Aber man könnte ja in einer der nächsten Sitzungen wieder das Thema Gewerbegebiet aufgreifen.

Was die Rückabwicklung betrifft, so handele es sich um Grundstücksangelegenheiten - und diese müssten daher in der nichtöffentlichen Sitzung behandelt werden. Dies betrifft auch die Frage, was jetzt mit den erworbenen Grundstücken geschieht.

Allerdings ließ Krötz gegenüber unserer Zeitung schon mal verlauten, dass bei der Info-Veranstaltung zum Gewerbegebiet der Gemeinde signalisiert worden sei, dass die Grundstücke lieber im Besitz der Kommune bleiben und nicht zurückgegeben werden sollten.

Fakt ist: Für das geplante Gewerbegebiet hatte die Gemeinde Rott bereits zwei Grundstücke im Norden des Ortes erworben- eines mit Rücktrittsrecht, das andere ohne (letzteres konnte die Gemeinde jedoch günstig kaufen, da der Besitzer in Australien lebt).

Die Bürgerinitiative „L(i)ebenswertes Rott“, die das Bürgerbegehren ins Leben gerufen hatte, wird sich übrigens nach dem „Aus“ fürs Gewerbegebiet nicht auflösen, sondern will sich auch in Zukunft „zum Wohle des Dorfes“ einbringen. „Die Dorfentwicklung ist weiter unser Grundanliegen“, erklärten Josef Habersetzer und Konrad Erhard.

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