Voll beladen: Der derzeitige Handymast. Foto: MS

Handymast soll in Apfeldorf verhindert werden

Apfeldorf - Ein 36 Meter hoher Handymast bereitet den Apfeldorfern Kopfzerbrechen. Der Gemeinderat erkundigte sich nun, wie der Bau verhindert werden kann.

Gibt es Mittel, den geplanten Handymasten an der Hüttenleiten zu verhindern? Das wollte der Apfeldorfer Gemeinderat wissen. Und ja, die gibt es. Darüber informierte der Diplomingenieur Frank Müller-Diesing vom gleichnamigen Planungsbüro für Ortsentwicklung und Bauleitplanung aus Dießen die Lokalpolitiker.

Wie berichtet, will die „Deutsche Funkturm“ einen 36 Meter hohen Masten errichten. Der soll den bisherigen ersetzen, der bereits voll mit Antennen bestückt ist und den vier Mobilfunkbetreibern nicht mehr reicht. Der neue Mast wäre sechs Meter höher als der bisherige.

Müller-Diesing bestätigte, dass dieser Plan nicht akzeptiert werden muss. Es sei einer Kommune erlaubt, „Gesundheitsvorsorge“ zu betreiben, erklärte er in Bezug auf die Strahlenbelastung. Apfeldorf sei nur dazu verpflichtet, im Gemeindegebiet eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten: Bei allem, was darüber hinaus gehe, könne die Gemeinde „nein“ sagen. Schon der jetzige Mast versorgt die ganze Umgebung. Er ermöglicht Epfach und Denklingen eine perfekte Versorgung, wohingegen es im Apfeldorfer Unterdorf Stellen mit schwachem Empfang gibt. Aufgrund der Faktenlage drängt sich Bürgermeister Georg Epple die Vermutung auf, dass der neue Mast gar nicht auf die Schwachstellen in Apfeldorf abziele, sondern ein noch größeres Umland versorgen solle - möglicherweise bis nach Wessobrunn und Vilgertshofen. Dies käme die Mobilfunkbetreiber wohl billiger, als in anderen Orten weitere Masten aufzustellen.

Grundsätzlich gibt es laut Müller-Diesing zwei Varianten, gegen die Pläne vorzugehen: Zum einen könnte die Kommune den Nachweis erbringen, dass die Versorgungssicherheit im Ort ohne einen höheren Masten gewährleistet sei. Eine zweite wäre es, über eine Bauleitplanung Konzentrationsflächen auszuweisen und den neuen Mast damit in den Außenbereich zu verbannen. Mittels eines Flächennutzungsplanes könnte die Gemeinde damit festlegen, wo der Bau von Mobilfunkmasten zulässig ist und wo nicht. Das ermöglicht unter anderem, einen Bau im Ortskern zu verhindern. Wenn den Mobilfunkbetreibern dadurch Mehrkosten entstünden, so sei dies nicht das Problem der Gemeinde.

Was die Versorgung der Schwachstellen im Unterdorf angehe, so könnten diese theoretisch am besten von der anderen Seite des Lechs aus (Epfach oder Kinsau) abgedeckt werden, erklärte Müller-Diesing. Weil dies aber schon nicht mehr Apfeldorfer Flur ist, müsste dann erst eine gemeindeübergreifende Vereinbarung getroffen werden. Ganz nach dem Motto: Da Epfach von dem Apfeldorfer Mast profitiert, könnte am Lech an der Grenze zu Epfach im Gegenzug auch ein Mast für die Apfeldorfer aufgestellt werden. Das eine solche Einigung zustande kommt, glaubt aber selbst der Gemeinderat nicht.

Gemäß dem Vorschlag von Müller-Diesing will Epple jetzt erst einmal die Mobilfunkbetreiber an einen Tisch holen, um weitere Daten in Erfahrung zu bringen.

ms

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