Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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Erfolgreiche Bilanz: (v.l.) Thomas Brücher (Geschäftsführer Vertrieb, Einkauf, Entwicklung), Walter Pischel (Frank Hirschvogel Stiftung), Frank Anisits (Geschäftsführer Produktion), Armin Maudrich (Stiftung) und Alfons Hätscher (Geschäftsführer Finanzen).

Neue Halle bereits im Bau

Hirschvogel erweitert in Schongau für 25 Millionen Euro - zum letzten Mal?

Schongau - Erst im September hat Automobilzulieferer Hirschvogel die Halle 7 in Schongau fertiggestellt, jetzt folgt noch dieses Jahr die Halle 8 für 25 Millionen Euro folgen. Doch es könnte die letzte Erweiterung in der Lechstadt sein.

Sanktionen gegen Russland? „Trifft uns nicht, da liefern wir nichts in den Markt“, sagt Thomas Brücher, Geschäftsführer Vertrieb, Einkauf und Entwicklung bei Hirschvogel. Abgasskandal bei VW? „Da geht ein Drittel unserer Kaltumformung hin, vor allem Getriebewellen, und trotz Wochenend-Arbeit haben wir Probleme, alles rechtzeitig auszuliefern“, sagt Frank Anisits, Produktions-Geschäftsführer. Egal, welche Krisen die Automobilbranche beutelt, Hirschvogel meistert sie. Vergangenes Jahr stieg der Umsatz um rund sieben Prozent auf 931 Millionen Euro, dieses Jahr ist die Milliarden-Marke das erklärte Ziel – und auch realistisch. Zum Gewinn sagt das Familienunternehmen, das zu den größten weltweit operierenden Automobilzulieferern gehört, traditionell nichts. Nur so viel: Er sei passend zum Umsatz auch gewachsen, so Finanz-Geschäftsführer Alfons Hätscher.

Mexiko wird neuer Standort

Dass das Unternehmen seit Jahren auf Erfolgskurs ist, hat sich weltweit herumgesprochen. Man bekomme immer wieder Angebote, andere Firmen zu übernehmen, so Brücher. „Aber bisher hat noch nichts gepasst.“ Deshalb wächst das Unternehmen lieber organisch – zum Beispiel in Mexiko. „Alle sind mittlerweile dort, zum Teil werden Produktionsstandorte aus den USA massiv dorthin verlagert“, sagt Brücher. Die Kunden haben Hirschvogel gebeten, sich dort zu engagieren, „und das werden wir auch tun“, so Brücher. Damit wird Mexico nach China, Indien, Polen und den USA der fünfte Auslandsstandort. „Es gibt nur wenige Wettbewerber, die so global aufgestellt sind wie wir“, sagt Anisits nicht ohne Stolz.

Der meiste Umsatz wird mit 80 Prozent aber immer noch in Europa gemacht, Asien und die USA können da mit je zehn Prozent bei weitem nicht mithalten. Wie wichtig Hirschvogel der Heimatmarkt ist, zeigen auch die Mitarbeiterzahlen: Von weltweit derzeit 4400 (die Zahl soll bis 2018 auf 5100 steigen) sind 1800 im Stammwerk Denklingen beschäftigt, 730 in Schongau – insgesamt also mehr als die Hälfte. Und das dürfte sich sogar noch erhöhen, denn in Denklingen werden in der vergangenes Jahr fertiggestellten Halle 16 neue Pressenlinien zum Einsatz kommen. In Schongau, wo vergangenen September erst die Halle 7 fertiggestellt wurde, ist dieses Jahr schon der nächste Ausbau geplant – bereits am Mittwoch wurde mit dem Bau begonnen. „Wir verfolgen die Auftragslage für mehrere Jahre, deshalb war klar, dass es trotz der Halle 7 in Schongau noch Erweiterungsbedarf gibt“, sagt Anisits. Die Halle 8 soll rund 25 Millionen Euro kosten – trotz Gewerbesteuer-Erhöhung wird also der Standort gestärkt. Durch die Blume lässt Anisits aber durchblicken, dass die Entscheidung möglicherweise anders gelaufen wäre, wenn man vorher davon gewussst hätte: „Die Planungen waren schon zu weit fortgeschritten“, sagt er.

Keine Erweiterungsmöglichkeit in Schongau

Abgesehen davon ist der Standort mit der neuen Halle voll, es gebe keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr, so Anisits. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt über weitere Entwicklungsmöglichkeiten, aber da ist noch nichts spruchreif.“ Zum Glück habe man in Denklingen noch mehr als 200 000 Quadratmeter Platz. Wäre es vorstellbar, die komplexen Komponenten-Tätigkeiten, die derzeit in Schongau getätigt werden und stark wachsen, künftig auch in Denklingen anzusiedeln? Anisits wollte das nicht ausschließen: „Wenn wir in Schongau keinen Platz haben und weitere Aufträge haben, ist das denkbar.

Boris Forstner

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