Blick nach Landsberg

E-Autos auf dem Vormarsch

E-Autos sind in Landsberg auf dem Vormarsch. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der angemeldeten elektrisch betriebenen Fahrzeuge fast verdoppelt. Anfang 2017 waren immerhin schon 183 Fahrzeuge zugelassen.

Landsberg – Wer zur Rush Hour durch die Landsberger Katharinenstraße muss, kann die Haltung von Oberbürgermeister Mathias Neuner sicher verstehen. Zu viele Autos seien in der Lechstadt unterwegs, meint der OB. Die Stadt dem Verkehr anzupassen, gehe nicht. Deshalb seien die Bürger aufgefordert, auf neue Möglichkeiten der Fortbewegung zu setzen: beispielsweise Car-Sharing, die Öffentlichen Verkehrsmittel (ÖPNV) oder Elektro-Autos.

38 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes im Landkreis schreibt die Landsberger Energieagentur (LENA) dem Verkehr zu. Würde der gesamte Landkreis sich vorrangig mit Fahrrad, ÖPNV oder E-Autos fortbewegen, ließen sich Abgase um bis zu 36,5 Prozent reduzieren, sagt Berthold Lesch, Vorsitzender der LENA. Dass in Landsberg das Bewusstsein für die E-Mobilität noch nicht so ausgeprägt sei wie in anderen Städten, schreibt Lesch den ländlichen Strukturen um die Lechstadt zu. „In der Großstadt brauchen die 20- bis 40-Jährigen kein Auto.“ Gute Ansätze sieht der Vorsitzende in Landsberg trotzdem, unter anderem das Angebot des kostenlosen Stadtbusfahrens an jedem ersten Samstag im Monat. So könne man Stück für Stück Verhaltensänderungen bei den Bürgern herbeiführen. „Das geht nun mal nicht von heute auf morgen“, sagt Lesch.

Dass E-Autos in Landsberg auf dem Vormarsch sind, beweisen auch die Zahlen aus dem Landratsamt. Waren Anfang 2016 noch etwa 100 elektrisch betriebene Fahrzeuge im Landkreis zugelassen, sind es aktuell schon 183. Zum Vergleich: Im benachbarten Schongau waren im Frühjahr gerade mal 19 E-Autos in der dortigen Zulassungsbehörde gemeldet. Vergleicht man die Zulassungszahlen aller Pkw, fallen die E-Autos allerdings nach wie vor kaum ins Gewicht (siehe Kasten). 

Nach Angaben der Zulassungsstelle im Landratsamt Landsberg waren zum 31. Dezember 2016 folgende Fahrzeuge zugelassen (die Vergleichszahlen zum 31.12.2015 und nachstehend zum 31.12.2014 in Klammern):

Alle E-Fahrzeuge:

457 (340, 266)

Reine E-Fahrzeuge:

146 (102, 72)

Hybrid-Fahrzeuge:

311 (238, 194).

Alle Pkw:

75 693 (73 781, 72 083)

Alle Kfz:

114 110 (111 063, 108 201)

Erster Bürgermeister im Landkreis, der seine Dienstreisen im E-Auto antrat, war 2013 Kauferings Erich Püttner (UBV). Mittlerweile besteht seine E-Flotte aus fünf Fahrzeugen, er selbst fährt bis heute einen E-Smart. „Der ist sehr leise und fährt sich angenehm“, berichtet der Bürgermeister. Und ein weiterer Unterschied zum kraftstoffbetriebenen Auto: „Der E-Smart beschleunigt wahnsinnig schnell.“ Bis zu 150 Kilometer könne der Smart mit einer „Tankladung“ zurücklegen, dann müsse er den Wagen wieder an die Steckdose hängen, sagt Püttner. Drei bis vier Stunden, dann ist die Batterie wieder voll. „Funktioniert ganz gut“, meint er.

Vom Aufladen an einer normalen Haushaltssteckdose raten die Stadtwerke Landsberg allerdings ab. Schneller und sicherer sei eine spezielle Ladestation. Wo im Landkreis diese Stationen zu finden sind, ist zur Information im Internet auf de.chargemap.com dargestellt.

Marco Tobisch/re

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