Rückenwind für Windkraft

Fuchstal - Im Gegensatz zu früheren Foren in Denklingen und Leeder verlief der Infoabend in Fuchstal zum Thema „Windkraft“ harmonisch.

160 Interessierte waren dazu in die Fuchstalhalle gekommen. Über den Stand der Windkraft-Planungen für die vier Anlagen im Kingholz berichteten Planer Robert Sing, Bürgermeister Erwin Karg sowie Anwalt Bernd Wust. Beim Forum verspürten die Initiatoren Rückenwind, aber kaum Gegenwind.

Gut ein Dutzend Anfragen wurden an die Herren auf dem Podium gerichtet. Eines von vielen Themen - die Palette reichte vom Windertrag bis zur Klagemöglichkeit - war die Bürgerbeteiligung. Dazu erklärten Bürgermeister Karg und Planer Sing, dass der Mindestanteil 5000 Euro betragen müsse. Zeichnungsbeginn sei Mitte Juli, also zu dem Zeitpunkt, zu dem die Gemeinde vom Landratsamt Landsberg die endgültige Genehmigung der vier Anlagen am Höhenzug westlich des Aschtals erwartet.

Nach den Worten von Karg gibt es bei der Vergabe von Anteilen eine zeitliche Staffelung. In den ersten zehn Tagen haben vorrangig Fuchstaler die Möglichkeit, in die Beteiligungsgesellschaft einzusteigen. Danach soll diese Option ebenfalls über zirka zehn Tage denjenigen eröffnet werden, die in Gemeinden der so genannten Südallianz zu Hause sind - bis Reichling, Vilgertshofen und Thaining.

In einem dritten Zeitfenster werde dann das Zeichnen von Anteilen für Bürger aus anderen Gemeinden eröffnet. „Ich sag‘ Ihnen schon jetzt: Einige werden zu spät kommen“, so Karg. Zwei Dutzend Anfragen seien schon da. Das Zeichnungsende sei für Ende September vorgesehen.

Der Bau der vier Windkraftanlagen kostet 21,3 Millionen Euro, erklärte Planer Sing den Zuhörern. Beim Einspeisen der Windenergie ins Netz der LEW ist nach seiner Rechnung von gut zwei Millionen Euro Erlös pro Jahr auszugehen - wenn die Vergütung, die 2016 freilich jedes Quartal leicht zurückgeht, bei 8,58 Cent je Kilowattstunde liege.

Bei den vier Windkraftanlagen soll die Eigenkapital-Quote bei 6,6 Millionen Euro liegen. Das entspricht 30,5 Prozent. Knapp 15 Millionen Euro werden über Darlehen finanziert. Die Gemeinde Fuchstal bringt sich mit knapp 50 Prozent in die Beteiligungsgesellschaft Bürgerwind Fuchstal GmbH ein. Dabei wird sich die Gemeinde die 3,2 Millionen Euro wohl zu 100 Prozent auf dem Kapitalmarkt beschaffen.

Die Rede war von 5,15 Prozent Rendite auf das Eigenkapital der Bürger. Vorgesehen ist eine jährliche Ausschüttung, beginnend mit fünf Prozent. Beim Betrieb der Windkraftanlagen wird von 20 Jahren Laufzeit ausgegangen.

Nach dem Erhalt der Genehmigung, die für Mitte Juli erwartet wird, geht es an das Einwerben des Eigenkapitals. Im August und September soll der Wegeausbau erfolgen, im September ist die Fällung der Bäume vorgesehen. Das Fundament wird im Oktober ausgegossen, der Turm der ersten Windkraftanlage soll ab Dezember hochgezogen werden.

(jj)

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