Martin Finkbeiner aus Pitzling berichtete in Ludenhausen über seine dreijährige Tour durch die Meere rund um die Welt. Auch für die Umwelt setzte er sich ein.

Mit Segelboot drei Jahre um die Welt

Ludenhausen - Drei Jahre lang umrundete Martin Finkbeiner aus Pitzling mit dem Segelboot die Welt - und initiierte dabei mit seiner Freundin ein Umweltprojekt zum Schutz der Weltmeere.

30 Länder durchsegelte der Pitzlinger auf seiner ereignisreichen Abenteuerreise: Im September 2010 startete Finkbeiner, damals 25 Jahre alt, in Kiel - und kam dort im August 2013 wieder an.

„Nach so einer Reise ändert man so manche Denkweise: Dann ist es nicht mehr so wichtig, ob die Amazon-Bestellung gleich am nächsten Tag da ist, oder ob man gerade das neueste iPhone besitzt“, stellte Finkbeiner fest, als er im Happerger-Saal in Ludenhausen von seinen spannenden Erlebnissen auf dem Segelboot „Ivalu“ berichtete.

Von einer Reise, die komplett nach dem Wetter geplant, und die nach einem Motordefekt teilweise auch ohne Maschine bewerkstelligt werden musste. Mit wechselnder Crew, zu der unter anderem Finkbeiners Freundin Corinna Mayer und seine Schwester Barbara gehörte, ging es über den Atlantik und den Pazifik zum Indischen Ozean und schließlich über die Kapverden wieder zurück nach Europa.

Zwei Jahre hatten die Segler ursprünglich für die Erdumrundung eingeplant. Doch widrige Umstände, vor allem bedingt durch Wind und Wetter, verzögerten die Reise - und so wurden aus zwei dann am Ende drei Jahre.

In einem Video mit beeindruckenden Bildern präsentiert Finkbeiner die Erlebnisse der Crewmitglieder. Wie sie durch den Panamakanal geschleust werden, wie sie die Schildkröten auf den Galapagos-Inseln beobachten, und wie sie dabei zusehen dürfen, wie die Inselvölker die französisch-polynesischen Tanzmeisterschaften austragen.

Die Segler besuchen Orte wie die Inseln von Mikronesien, auf denen man Strom, Internet und Autos vergeblich sucht, und wo menschenleere weiße Traumstrände voller Kokospalmen das Bild beherrschen. Und wo nicht mit Geld bezahlt wird, sondern stattdessen Waren getauscht werden.

Sie erreichen Inseln, auf die sonst nie Fremde kommen - und werden dort von den Einheimischen stürmisch begrüßt.

Doch eines fällt den Weltumseglern immer wieder negativ auf: Die Unmengen von Müll, die in den Ozean gekippt werden oder sich mitten auf den Inseln stapeln. Vielerorts ein alltägliches Bild. „Sogar auf ganz unbewohnten Inseln, auf denen es keine Industrie gibt“, erklärte Corinna Mayer.

Mayer stellte das Umweltprojekt „Ivalu & You“ vor, das sie und Finkbeiner während ihrer Weltumsegelung auf die Beine gestellt hatten. Ziel war es, ein größeres Umweltbewusstsein für künftige Generationen zu schaffen. Entlang ihrer Route von Fidschi bis Deutschland veranstalteten sie Workshops. Sie zeigten zum Beispiel, wie man aus Recyclingmaterialien bunte Tonnen basteln kann, oder fischten bei einer groß angelegten Säuberungsaktion verrostete Dosen, Plastikflaschen und sonstigen Unrat aus dem Meer.

In Schulen und Organisationen informierten sie vor Ort und thematisierten mit Kindern auf spielerische Art und Weise die Müllproblematik und entwickelten so gemeinsam Ideen für eine positive Zukunft.

Warum gerade der Plastikmüll im Meer so gefährlich ist?: „Plastik zersetzt sich in immer kleinere und immer giftigere Teile. Und die Fische verwechseln Plastik schließlich mit Plankton, einem der Grundnahrungsmittel der Meere“, erklären die Weltumsegler. Und eben diese Fische würden dann wiederum von den Menschen verzehrt.

Manuela Schmid

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