Hubert Kustermann erläuterte sein Konzept. foto: ms

Wohnanlage für die Senioren

Reichling - In Reichling soll eine Seniorenwohnanlage entstehen. Der Gemeinderat billigte eine entsprechende Bauvoranfrage.

Ein zweistöckiges Gebäude mit acht barrierefreien Wohnungen will die „Konstruktiv Bau GmbH“ aus Tutzing in Reichling gegenüber dem Lagerhaus errichten. Hubert Kustermann, Geschäftsführer des Bauträgers, stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung sein Projekt „Seniorengerechtes Wohnen“ vor.

Dabei handelt es sich um ein bedarfsgerechtes, alternatives Wohnkonzept, das besonders auf die Bedürfnisse von älteren Menschen zugeschnitten ist. In der geplanten Wohnanlage werden alle Voraussetzungen erfüllt, um eine Barrierefreiheit zu gewährleisten: Ein Aufzug (Plattform-Aufzug), breite Gänge und Türen sowie altersgerechte Bäder gehören ebenso dazu wie der Verzicht auf Treppen und Schwellen.

Die geplanten Zweizimmerwohnungen mit Terrasse bzw. Balkon sollen 50 bis 70 Quadratmeter groß werden. Sie werden von der Firma Kustermann sowohl gebaut als auch verkauft. Hubert Kustermann hofft, dass nicht nur Senioren in das Gebäude einziehen, sondern auch jüngere Menschen: Denn eine Mischung aus Jung und Alt würde eine gegenseitige Unterstützung ermöglichen, wie zum Beispiel beim Einkaufen oder Babysitten. Wer dann konkret dort wohnen werde, hänge von den Kaufinteressenten ab, räumte er ein.

Das Grundstück sei nah am Ortskern gelegen - somit könnten die Bewohner der Anlage problemlos die Geschäfte erreichen. Zielgruppe seien Leute „aus der Mitte“: Es sollen weder Luxuswohnungen entstehen, noch staatlich finanzierter Wohnraum, erläuterte der Geschäftsführer. Er strebe einen relativ niedrigen Preis an, damit die Wohnungen für Leute aus dem Ort auch erschwinglich seien, so Kustermann. Es sei ein Kaufpreis zwischen 150 000 Euro und 170 000 Euro angedacht, antworte er auf Nachfragen.

In dem Gebäude ist auch ein Gemeinschaftsraum für Zusammenkünfte, Veranstaltungen oder Besuche vorgesehen - ebenso wie ein Büro (für Hausmeister, Einkaufsservice, Pflegedienst etc.). Zudem soll ein autofreier Innenhof als Erholungsort und Treffpunkt (zum Beispiel für Spiele wie Schach, Boule) angelegt werden. Ein Keller ist nicht geplant - dafür jedoch ein ebenerdiger Stauflächenbereich mit Laggerräumen.

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler sieht das Vorhaben sehr positiv: „Es wird eine Bereicherung für den Ort sein“, meinte sie. Man sollte älteren Menschen, die in Reichling fest verwurzelt seien, auch die Möglichkeit geben, im Ort zu bleiben. In der Gemeinde sei Bedarf für seniorengerechte Wohnungen vorhanden, erklärte die Bürgermeisterin - sie habe bereits mehrere Anfragen von Ortsansässigen bekommen.

Auch der Seniorenbeauftragte in Reichling, Hubert Frankl, sieht es als wichtig an, barrierefreie und behindertengerechte Wohnungen in der Gemeinde zu haben. Denn viele Senioren wollten sich möglichst lange selbst versorgen. Die Bauvoranfrage wurde vom Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme genehmigt. Joseph Heitmeir sprach sich dagegen aus, da ihm die Parkplätze zu wenig vorkamen.

Es sind zehn Stellplätze und zwei Garagen vorgesehen. Damit seien die vorgeschriebenen eineinhalb Stellplätze pro Wohnung erreicht, erläuterte Horner-Spindler. Sie zog einen Vergleich zur Seniorenwohnanlage in der Nachbargemeinde Rott: Dort seien sogar nur 0,8 Stellplätze pro Wohnung vorhanden, da die Gemeinde eine Ausnahmegenehmigung erteilt habe.

Auch Kustermann wollte eigentlich eine solche Ausnahmegenehmigung - was die Gemeinde Reichling aber nicht befürwortete. Somit bleibt es also bei den insgesamt zwölf Parkplätzen.

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