Zwei Meinungen zum Windpark Fuchstal

Denklingen/Fuchstal - Erwartungsgemäß unterschiedlich wird in Fuchstal und Denklingen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Windpark Fuchstal aufgenommen.

Erwartungsgemäß völlig unterschiedlich wird in Fuchstal und in der Nachbargemeinde Denklingen die Nachricht aufgenommen, dass das Landratsamt Landsberg für die vier Windkraftanlagen im Bereich Kingholz die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt hat. Wir haben dazu mit Bürgermeister Erwin Karg (Fuchstal) und Michael Kießling (Denklingen) gesprochen.

Erwin Karg meint: „Das Landratsamt hat in Bezug auf die Genehmigung hervorragend gearbeitet. Dass wir die Genehmigung bereits Anfang Juli erhalten, damit hat im Fuchstal keiner gerechnet. Wir sind von Ende des Monats ausgegangen.“ Und Karg ergänzt noch: „Ich und Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid waren den Tränen nahe, da unsere jahrelange Schufterei nun belohnt wurde.“ Die Gemeinderäte seien per Mail verständigt worden. „Ansonsten habe ich es meinen Eltern, meinem Tauf- und Firmpaten, meiner Frau und den Kindern mitgeteilt“, erklärt Karg und fügt den Satz hinzu: „Es lebe das Fuchstal.“

Auf Karg, auf den geschäftsleitenden Beamten Schmid und auf die Mitarbeiter im Ingenieurbüro Sing in Landsberg wartet nach der Genehmigung nun viel Arbeit. Stichwörter sind die Finanzierung, Bafin-Prospekt, Zuwegung, Pachtvertrag, Gesellschaftsgründung, Bestellung der vier Anlagen. Baubeginn soll im September dieses Jahres sein.

„Ich gehe davon aus, dass wir nicht gerichtlich dagegen vorgehen werden.“ Dies erklärt der Denklinger Bürgermeister Michael Kießling zu dem Genehmigungsbescheid für die vier Windkraftanlagen. Diese werden drei Kilometer westlich von Dienhausen errichtet, dem südlichen Ortsteil in der Gemeinde Denklingen. Der Bürgermeister bedauert die Entscheidung, hat aber damit gerechnet. Trotz der völlig unterschiedlichen Auffassungen beim Thema Windkraft werde er mit dem Fuchstaler Bürgermeister Karg künftig ordentlich zusammenarbeiten - zum Beispiel im Schulverband oder beim Abwasserzweckverband. Kießling plädiert für einen „vernünftigen Energiemix“. Grundlage seien Kraftwerke und der Ausbau von Stromtrassen. Ebenso wichtig sei es, die Speicherkapazität zu erhöhen.

Im Juni hat der Denklinger Gemeinderat einstimmig seinen Widerspruch geltend gemacht mit Blick auf eine Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für Bau und Betrieb der vier Windenergieanlagen. Begründung: Die Belange des Naturschutzes, insbesondere des Artenschutzes, könnten dem widersprechen. Das Landschaftsbild werde massiv beeinträchtigt.

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