„So schön kann Schule sein“, ruft einer der Moderatoren zum Schluss. Beim Anblick der „Spielfiguren“ kein Wunder.

Lehrer für einen Tag im "Geh 8"

Schongau - Der Abistreich am Welfen-Gymnasium Schongau war wieder eine unterhaltsame und lustige Angelegenheit.

Ein bisserl erinnert’s an den Einzug der Gladiatoren: Musik ertönt, die Tore sind geöffnet, und herein fährt eine Rikscha. Himmelblau, mit Blumen geschmückt und voll beladen. Am Steuer: Harald Schweizer. Triumphierend radelt der Gymnasiallehrer in die „Arena“ ein - Ein Gefolge von Lehrern und Schülern des Schongauer Welfen-Gymnasiums hinter sich her.

So furios eröffneten die diesjährigen Abiturienten den Abistreich 2015. Und überließen kein Detail dem Zufall. Pünktlich zu Beginn der dritten Stunde wurde der Spieß umgedreht: Lehrer und Schüler tauschten die Rollen. Jeweils zwei Abiturienten durften in die Haut eines Klassenoberhaupts schlüpfen und nahmen sich einer Klasse von Lehrern an. Auch die tauschten Perspektive und durften wieder die Schulbank drücken. Pinke Leibchen, Tiermasken oder Kartoffelsäcke kennzeichneten die jeweiligen Klassen.

Auf den Couchen nebenan thronten die wortgewandten Moderatoren: Maxi Nestmann und Marcel Neu. Die führten spitzzüngig durch die Veranstaltung und belustigten mit Interviews á la „Pelzig hält sich“. Motto war dieses Jahr „Geh 8“, wie Nestmann verriet. Dabei war der Name Programm: Innerhalb eines Vormittags mussten die Lehrer ein ganzes Schulleben meistern - von der fünften Klasse bis zum Abitur. G8 eben.

Zum „Geh 8“ wurde es durch die zu Beginn ausgewählten Spielfiguren. Die durften auf einem Feld immer eine Stufe weiterrücken, wenn ihre Klasse einen Kontest gewonnen hatte. Und kamen damit vom Regen in die Traufe. „Bis jetzt mussten wir in einem Schlammbecken stehen, Gummibärchen aus Mehl holen und Seil springen“, erklärte die Spanisch- und Erdkundelehrerin Heike Bischof. Damit hatten sie aber erst die Unterstufe gemeistert. Später ging’s ans Styling. Matthias Frey, zur Melone geschminkt, schien’s zu gefallen. „Das ist richtig unterhaltsam dieses Jahr“, rief er begeistert.

Währenddessen schlugen sich seine Kollegen in beinharten Matches. Sackhüpfen, Twister oder Bierbong - hier befüllt mit Wasser - gehörten noch zu den Klassikern. Interessant wurde es dann aber beim „Arschbolzen“. „Wen wollt ihr denn?“, fragte Nestmann ketzerisch ins Publikum. Laute Schreie ertönten. Langsam kristallisierte sich aber ein bestimmter Nachname aus dem Gewirr heraus. Pech gehabt, kneifen gab’s nicht. Vor einer dicken Matratze positionierten sie den (ehemaligen) Vorgesetzten und hielten ihm eine Zielscheibe vor den Po. Auf die durften die anderen Lehrer dann hemmungslos draufbolzen, bis einer das Ziel traf. Wer allerdings einen Treffer landete, wurde selbst zur Zielscheibe - das wurde vorher freilich nicht verraten.

Viele Lacher erntete auch die Klobürstenaufgabe: Hierfür präparierten die Schüler einen nagelneuen Toilettenputzer mit einer ordentlichen Portion Nutella. Der sollte - sofern möglich - blitzeblank geschleckt werden. Die Spieler nahmen’s mit Humor. Als es dann ums Abitur ging, wurde es spannend. Die finale Aufgabe: Mit einer Turnmatte auf dem Kopf 400 Meter zurücklegen. Teamgeist, Geschick und Schnelligkeit bewies letztendlich das Team um Matthias Bichlmayr, die zu den Klängen von Queens „We Are the Champions“ ihren Pokal, alias Abitur, entgegen nahmen.

ew

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