Leonhardi-Brauch wird auch in Schongau gepflegt

Schongau - Es war ein prächtiger Zug, der am Samstagvormittag zu Ehren des Heiligen Leonhard durch die Schongauen Altstadt gezogen ist.

„Dieser Zug ist Beweis dafür, dass auch in Schongau Tradition und Brauchtum gepflegt wird“, sagte Bürgermeister Karl- Heinz Gerbl. 54 Reiter auf ihren herausgeputzten Kaltblütern, Haflingern und Norikern und fünf liebevoll geschmückte Landauer und Festwagen sowie die Schongauer Stadtkapelle waren es diesmal beim Schongauer Leonhardiritt. Dem hatte Josef Reßle (80) vor 27 Jahren wieder Leben eigehaucht.

Bilder vom Leonhardiritt in Schongau

Leonhardiritt in Schongau

Die Tradition fort führend, organisiert Sohn Franz schon seit einigen Jahren diesen Brauchtumsritt, zu dem sich Ross und Reiter am Leonhardi-Brunnen vor dem Sparkassenforum aufgestellt haben und dort auch von Stadtpfarrer Bernhard Mooser gesegnet wurden. Erst danach machte sich der Zug auf den Weg. Bestaunt von den Zuschauern, die links und rechts die Münzstraße und auch den Marienplatz säumten. Vorneweg die Stadtkapelle mit Dirigent Marcus Graf und dahinter die Vorreiter mit Leonhard Schwarz und Stefanie Bader sowie Kreuzträger Markus Schwarz in ihrer Mitte.

In den noblen Landauern hatten es sich Bürgermeister Gerbl („schön, dass ich in der Kutsche durch die Stadt fahren darf“), Pfarrer Mooser, Sparkassen-Chef Fritz Lutzenberger und Trachtenverein-Ehrenvorstand Hermann Dietrich bequem gemacht. Gefolgt von den Reitern aus dem Altlandkreis Schongau in ihren schmucken Trachten. Ziel des Zuges war der Schaeggerplatz, wo die Reiter mit schneidigen Märschen der Musikkapelle begrüßt worden sind.

„Der Heilige Leonhard lebt in der Freude Gottes“ sagte Mooser in seiner Predigt beim Gottesdienst in der Schongauer Friedhofskapelle, der dem Umzug durch die Stadt vorausgegangen ist. Vor allem sei es die Eucharistie gewesen, die dem Schutzpatron der Pferde die Kraft zum Leben gegeben habe. Der im sechsten Jahrhundert lebende Abt des französischen Klosters Noblac bei Limoges werde indes auch angerufen von Menschen, die in Not geraten sind, sagte Schongaus Seelsorger. Gerbl indes ist überzeugt, „dieser Leonhardizug ist eine Werbung für die Stadt“.

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