Leonhardiritt: Bayern von seiner schönsten Seite

Wildsteig - 97 prächtig herausgeputzte Pferde, drei Landauer, vier Festwagen und die Musikkapelle bildeten am Kirchweihsonntag den 89. Wildsteiger Leonhardi-Ritt zur Schulwiese.

Ganz im Zeichen des Heiligen Leonhard stand gestern Vormittag das Dorf Wildsteig. Den Leonhardi-Ritt begeht das Dorf seit mittlerweile 89 Jahren. 45 Mal davon hat Alfred Stadler die Zugaufstellung auf der Mattheiser-Wiese organisiert. „I bin scho mit Ross aufgewachsen“, sagte der 75-jährige Vorstand des Wildsteiger Leonhardi-Vereins. „Eigentlich sind wir gar kein Verein, sondern eine lockere Vereinigung von 16 Ross-Bauern“, so Alfred Stadler und dirigiert die Landauer an den richtigen Platz in der Zugaufstellung.

Es war gestern schon eine beeindruckende Kulisse, die sich da bei strahlend blauem Himmel präsentierte. „Entweder regnets, schneits oder man schwitzt“, sagte Pfarrer Gerhard Gumpinger. Gestern hat er geschwitzt oben auf seinem prächtig geschmückten Ross „Hedi.“

In Wildsteig war es für Gerhard Gumpinger der letzte Ritt vor seiner Versetzung im nächsten Jahr. „Wohin sag ich nicht, nur so viel, dass es dort auch einen Ritt mit einem Heiligen gibt, welchen sag ich auch nicht.“ Harald Kühn, Mitglied des Landtages, sagte, „es ist eine Freude, dass solch eine wichtige Tradition weitergepflegt und fortgeführt wird, ein großartiges Erlebnis.“ Hier werde Bayern von seiner schönsten Seite gezeigt.

Die schönsten Bilder vom 89. Wildsteiger Leonhardi-Ritt

Die schönsten Bilder vom 89. Wildsteiger Leonhardi-Ritt

Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer sieht in dem Leonhardi-Ritt ein „Erkennungsmerkmal und zugleich Aushängschild für den Ort“. Bei diesem Ritt werde die Ursprünglichkeit bewahrt. Etliche hundert Zuschauer waren es, die den Zug mit den prächtig geschmückten Oberländern, Haflingern, Norikern und Kaltblütern sowie die Landauer und Festwagen bestaunten. Vorneweg marschierte die Wildsteiger Blaskapelle gefolgt von der Geistlichkeit hoch zu Ross und den drei Vorreitern Franz Keller, Georg Klein und Josef Jais mit der Leonhardi-Standarte. In den Landauern von Christian Strauß, Leonhard Schilcher und Magnus Geier konnten es sich Harald Kühn, die beiden Landräte Andrea Jochner-Weiß und Anton Speer (GAP) sowie die Bürgermeister aus Wildsteig und der Umgebung bequem machen.

Den Wagen mit dem Heiligen Leonhard hat die Landjugend geschmückt. Den Gottesdienst auf der Schulwiese hat die Musikkapelle mit der Deutschen Messe von Franz Schubert musikalisch gestaltet. Nach dem Gottesdienst formierten sich Ross und Reiter für den Ritt vom oberen ins untere Dorf.

Walter Kindlmann

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