Den Segen gab den Pferden und ihren Reitern der neue Schongauer Stadtpfarrer Norbert Marxner (li.). Fotos: herold

Leonhardiritt in Schongau: Tiere als Mitgeschöpfe achten

Schongau - Prächtig geschmückte Pferde und Kutschen mit stolzen Reiterinnen, Reitern und Kutschern, haben einmal mehr ein farbenprächtiges Bild beim Leonhardi-Ritt in Schongau abgegeben.

Prächtig geschmückte Pferde und Kutschen mit stolzen Reiterinnen, Reitern und Kutschern, haben einmal mehr ein farbenprächtiges Bild beim Leonhardi-Ritt in Schongaus guter Stube abgegeben. Dazu die Klänge der Stadtkapelle, die es schaffte, mit einem donnernden Regimentsgruß alle Regenwolken zu vertreiben.

In langer Reihe warten die Reiter hoch zu Ross am Pferdebrunnen vor der St. Sebastianskirche. Dazwischen dicht gedrängt die Zuschauer, die sich die besten Plätze frühzeitig ergattert haben. Von außen nehmen sie am Gottesdienst teil, den Ruhestandspfarrer Hartwig Obermüller zelebriert. Die musikalische Umrahmung gestalten die Weisenbläser der Stadtkapelle. Teile der Leonhardi-Messe sind außen zu hören, gemischt mit dem Wiehern und Scharren der Pferde.

Die Kutschen und Wagen für die Ehrengäste stehen bereit. Liebevoll sind Blumen, Bänder und Schleifen an den Kutschlaternen angebracht, kunstvoll die Mähnen der Pferde geflochten. Echte Traditionspflege, die von Herzen kommt, Brauchtum in seiner Ursprungsform.

Pfarrer Obermüller spricht vor der Kirche ein letztes Gebet, fordert auf, Tiere als Mitgeschöpfe zu achten. Dann übergibt er das große Kreuz an Vorreiter Markus Schwarz, der zusammen mit Annett Krause und Georg Kögel den langen Zug anführt. Dahinter Standartenträger Franz Reßle junior, der von Thitikorn Pramchuen und Stefan Kassebaum begleitet wird. Im Landauer von Franz Ressle aus Forst haben die Ehrengäste Platz genommen. Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, Josef Reßle, Alexander Schmitz und Michael Lautenbacher.

Kutscher Klement Kölbl ist sich seiner Verantwortung bewusst, seine Fuhre gut ans Ziel zu bringen. Schließlich haben die beiden Vorstandsmitglieder der Kreissparkasse, Schmitz und Lautenbacher, die Zeche in Form einer Brotzeit für alle Teilnehmer übernommen. Ganz auf Siegeskurs ist Maria Erhard aus Bernbeuren mit ihrer Victoria-Kutsche. In den Genuss der Mitfahrt kommen auch Pfarrer Obermüller und Hartl Schwarz. Die Ministranten nehmen die Verfolgung in der Wagonette von Christian Schmid aus Peiting auf. Dicht dahinten hoch auf dem Kastenwagen stehend Sigi Müller. Seine Fracht: Die Trachtenfrauen. Die reiferen Damen tragen den Schalk, die Jugend in Festtagstracht hat diesen sprichwörtlich im Nacken.

Und Kutscher Reinhard Bair aus Tannenberg nimmt es gelassen. Selbst als Stadtpfarrer Norbert Marxer den Wedel tief ins Weihwasser taucht und kräftig den Segen gibt, bleiben die beiden Rösser von Bair die Ruhe selbst. Andere zeigen sich wasserscheu und wechseln leicht die Spur.

Nicht so Manuela Hartmann auf ihrem süddeutschen Kaltblut „Nico“: Sie zeigt kein bisschen Nervosität, obwohl sie das erste Mal in Schongau dabei ist. Andreas Ellenrieder hat sie in diesem Jahr mitgebracht. Beide gehören zum Georgi-Rittverein Auerberg, für beide ist es selbstverständlich, diese tolle Tradition zu pflegen, „weil es einfach schön ist“.

Große Beteiligung zum Leonhardi-Ritt in Schongau

Große Beteiligung zum Leonhardi-Ritt in Schongau

Annemarie Müller vom selben Verein ist voll des Lobes über Organisator Franz Reßle: „Der macht das mit ganzem Herzen, das siehst Du ihm auch an.“ Max Sprenzel, Vorsitzender des Georgi-Rittvereins Auerberg, bezeichnet Reßle als den treibenden Motor. Alle wünschen sich, dass dieser Motor noch lange auf (Hoch)-Touren laufen soll.

Nach dem Umritt, der auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz endet, ist dort gemütliches Beisammensein bei einer Brotzeit angesagt.

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