Bilder vom Leonhardritt Wildsteig

Harmonie zwischen Mensch und Tier

Wildsteig - Am Sonnenbrand im Gesicht kann man am Montag erkennen, wer in der Kirche war und wer nicht - so strahlte die goldene Herbstsonne über Wildsteig und seinen Leonhardiritt.

Bilder vom Leonhardiritt in Wildsteig

Bereits zum 87. Mal trafen sich auf Einladung des Leonhardivereins und der Gemeinde Wildsteig Reiter und Pferdebesitzer aus der Region, um für sich und ihre etwa 100 Rösser Gottes Segen durch die Fürbitte des Heiligen Leonhard zu erbitten. Auf den Straßen drängten sich Teilnehmer und Zuschauer aus Nah und Fern, um dem Traditionsereignis beizuwohnen. Für die Gäste gab es nicht nur die aufwändig geschmückten Pferde und Gespanne zu bestaunen. Auch die Trachten der Akteure fanden viel Bewunderung.

Trotz der langjährigen Geschichte des Wildsteiger Leonhardiritts war für den einen oder anderen Gast oder Teilnehmer die bunte Szenerie neu. So zum Beispiel für die vierjährige Haflingerstute von Herbert Berchtold aus Morgenbach. Das Tier war angesichts der vielen Menschen und Tiere sichtlich aufgeregt, wie der Gespannführer erzählte, und verlangte entsprechend viel Aufmerksamkeit und Feingefühl vom Kutscher. „Mei, des isch wia bei de Leit. Irgendwann kommt immer des erschte Mol“, kommentierte Berchtold verständnisvoll die Nervosität seines Tieres, „do muaß ma durch“. Nach der Aufstellung und dem Kirchenzug fanden dann unter freiem Himmel auf dem Dorfplatz vor der Schule der Festgottesdienst mit anschließender Pferdesegnung und Umritt statt.

Bürgermeister Josef Taffertshofer erinnerte bei seiner Begrüßung daran, dass ein so natürliches und harmonisches Verhältnis zwischen Mensch und Tier heute keine Selbstverständlichkeit mehr sei. „Im Zeitalter der Massentierhaltung führen viele Nutztiere kein schönes Leben mehr“, so der Rathauschef.

Umso wichtiger sei ein verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung, was auch Gegenstand der Fürbitten im anschließenden Gottesdienst war. Pfarrer Gerhard Gumpinger nahm entsprechend Rücksicht auf die Tiere und hielt seine Predigt knapp, um den Tieren ein allzulanges Stillstehen zu ersparen.

Rubriklistenbild: © Rupert Linder

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