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Letzte Ausstellung von Maurice de Coulon. Die ersten Exponate sind schon im Werkstattraum platziert. Foto: uf

Letzte Ausstellung von Maurice de Coulon in Schwabsoien

Schwabsoien - „Wie ein Leistungssportler auf dem Höhepunkt seines Schaffens höre ich mit dem künstlerischen Bereich auf“, betont Maurice de Coulon.

Zum Mühlentag am Pfingstmontag eröffnet er seine „Letzte Ausstellung“ in seinem Wohnhaus am Kellerberg 5 in Schwabsoien. Sie ist bis zum 9. Juni jeweils mittwochs und an Wochenenden von 10 bis 18 Uhr und auf Wunsch nach Vereinbarung geöffnet.

„Den letzten Brand habe ich absolut emotionslos ausgeräumt“, so Maurice de Coulon, der seinen Abschied aus dem künstlerischen Arbeiten nicht als Verlust, sondern als Chance und große Freiheit sieht. Keramiker war sein erster Beruf, der 1966 mit der Ausbildung an der „Ecole des Arts Décoratifs“ in Genf begann. 1968 gründete er eine eigene Werkstatt in Schondorf am Ammersee. Es folgten ein eidgenössisches Stipendium für bildende Kunst in Bern, zahlreiche Ausstellungen und Preise, wie der erste Preis der Kulturstiftung der Stadt Frechen oder der Westerwaldpreis für freie keramische Plastik. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen privaten Sammlungen in Europa und USA und Museen, wie dem Museum Bellerive in Zürich, im Hetjens-Museum in Düsseldorf oder im Kunstgewerbemuseum in Stuttgart.

Von 1980 bis 1995 arbeitete Maurice de Coulon in seinem zweiten Beruf - als Sozialpädagoge im SOS-Kinderdorf am Ammersee. „Nach dieser Schaffenspause bin ich nicht mehr so richtig in die Szene reingekommen und habe hauptsächlich schubweise für Ausstellungen gearbeitet oder Aufträge gefertigt“, erzählt de Coulon. Es habe die Kontinuität gefehlt, um das Gefühl zu haben, dass seine Arbeit noch in irgendeiner Weise gebraucht würde.

Die Schließung der Keramikwerkstatt gibt ihm die Möglichkeit, frei zu sein für neue Projekte, z.B. einen Aufenthalt im Ausland oder auch die Arbeit als Übersetzer und freies Schreiben. So hat er vor kurzem ein französisches Philosophie-Buch ins Deutsche übersetzt oder auch die französischen Texte an den Schautafeln der Villa Rustica erstellt.

Vorerst freut sich Maurice de Coulon aber auf seine letzte Ausstellung, für die einige Räume seines Hauses komplett aus- und umgeräumt werden, um den Wandbildern, Kacheln und Plastiken Platz zu schaffen. Mehr oder weniger die letzte Gelegenheit, seine Arbeiten, die ihre Wirkung aus einer spannungsvollen Kombination von geometrischen und organischen Formen erzielen, zu sehen. Für seine Werkstatt mit Töpferscheibe und Brennofen hat der Keramikkünstler den Plan, sie eventuell an Hobbykünstler aus der Region zu vermieten. uf

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