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Szenenapplaus gab’s beim letzten Konzert der Singgemeinschaft nicht nur für Sänger und Dirigent.

letztes Konzert der Singgemeinschaft

Abschied mit Engerl, Bier und Brotzeit

Schwabsoien - Fliegende Engerl und Bühnenbauer mit Bier und Brotzeit statt ein singender Chor? Die traditionelle Überraschung beim letzten Konzert der Singgemeinschaft Schwabsoien ist definitiv gelungen.

Bei ihrem 16. Konzert wurde auf offener Bühne gestreikt. Und zwar noch vor dem unverhofften Erscheinen von 14 Engeln in weißen Gewändern. Sie hatten Flügel auf dem Rücken. Was war denn da los an diesem Abend? Es ist schnell erklärt: Die Singgemeinschaft Schwabsoien gab ihr letztes Konzert für diese Saison. Und das ist traditionell mit einer Überraschung behaftet. „Wir wissen vorher gar nichts“, sagt Josef Kirchhofer, Dirigent des Männerchors. Es ist nämlich so der Brauch, dass bei dem Finale des alle drei Jahre statt findenden Konzertmarathons etwas Ungewöhnliches passiert. Und so geschah es auch heuer.

Vorausschicken muss man, dass das Programm dieser Konzerte nicht nur von der Singgemeinschaft bestritten wird. In Schwabsoien wird generell gern gesungen, was sicherlich mit dem legendären Ruf des Männerchors zusammenhängt. Ein Kinderchor ist mit dabei, auch die Jugend bildet ein Gesangsensemble, der Dirigent tritt im Duett mit Gattin auf und es findet immer ein Singspiel statt. Hier zeigen dann ein paar Ausgewählte, dass sie neben dem Singen auch noch die Schauspielerei beherrschen.

Man plant und inszeniert ja so ein Konzert bis in das Kleinste hindurch. Und nun passierte es in diesem verteufelten letzten Konzert. Nach dem Singspiel – es handelte sich um eine vergnügliche Posse mit einem Männerquartett – musste die Bühne der Grundschule in Schwabsoien umgebaut werden. Die Requisiten wie Schrank, Tisch, Gläser und Fensterattrappe mussten weg, damit der Männerchor sein Programm fortsetzen konnte.

Doch die Aufräumarbeiter verhielten sich an diesem Abend seltsam. Es wurde eine Brotzeit ausgepackt, Bier kam auf den Tisch, man ließ sich Zeit. Und all das geschah vor dem überraschten Publikum. „Wir haben uns gerade für den Auftritt des Chors umgezogen und wussten gar nicht, was da passierte“, sagt Kirchhofer. Und als wäre dieses Ereignis nicht schon Gaudi genug, traten dann noch beim berühmten „Abendsegen“ von Engelbert Humperding, dem letzten Lied der Singgemeinschaft, passend zur Textzeile 14, Englein auf. Es waren Ehefrauen des Männerchors. Die Stimmung des Publikums wurde als unbeschreiblich geschildert. Und so eine Präsentation unverfälschter Sangesfreude ist der Grund für die Beliebtheit dieser Konzerte. Herumgesprochen hat sich das auch.

Befreundete Chöre kommen sogar aus der Schweiz. Aber auch die einheimische und weit umliegende Bevölkerung ist nachhaltig begeistert. „Beim Aldi hat mir heute einer auf die Schulter geklopft“, freut sich Zwick. Motivieren für 16 Konzerte an insgesamt sechs Wochenenden muss man keinen der Mitwirkenden. „Wenn wir in die Gesichter der Zuhörer schauen, dann freuen wir uns jedes Mal“, sagt Zwick. Und er spricht damit für jeden Teilnehmer des Konzerts.

Das Gesangsensemble der Jugend hat nach jeder Vorstellung kräftig Party gemacht. Der Kinderchor war sogar traurig, als dann alles vorbei war, freut sich aber nun auf einen gemeinsamen Besuch im Skylinepark – auf Einladung der Singgemeinschaft natürlich.

Und genauso natürlich war es, dass man sich nach jedem Auftritt im Wirtshaus traf. Dirigent Kirchhofer hatte immer sein Akkordeon dabei. „Das Konzert ging einfach weiter“, sagt Zwick. Und so ganz ohne Musik kann sich Kirchhofer die Zeit bis zu dem nächsten Konzertmarathon in drei Jahren nicht vorstellen. „Mir schwebt schon etwas vor“, verrät er. Ein Kirchenkonzert im nächsten Jahr vielleicht. Natürlich wieder auswendig gesungen, ohne am Notenblatt zu kleben. Denn das ist das Markenzeichen der Singgemeinschaft.

Regina Wahl-Geiger

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