Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache

Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache

Die Lkw-Retter von Schlögelsberg

Bernbeuren - Eigentlich wollte Marion Kaufmann (50) Altholz ans Altenstadter Heizkraftwerk liefern. Gelandet ist sie mit ihrem 40-Tonner auf einem Feldweg nahe Schlögelsberg im Gemeindebereich Bernbeuren. Drei Landwirte halfen tatkräftig mit, dass die Fernfahrerin dort wieder herauskam - und das mehrmals.

Seit vier Jahren ist Marion Kaufmann Fernfahrerin, die 50-Jährige aus Gammelsdorf (Landkreis Freising) ist in ganz Deutschland unterwegs, auch mal in der Schweiz und in Österreich. „Im Schongauer Land war ich das erste Mal überhaupt unterwegs“, erzählt sie über den Vorfall, der sich bereits Mitte Februar zugetragen hat - und den alle Beteiligten nicht vergessen haben.

Kaufmann kam aus dem Oberallgäu, ihr Sattelzug-Auflieger voll mit Altholz fürs Altenstadter Heizkraftwerk. „Die Landschaft ist wunderschön“, schwärmt sie. Doch schon bald hatte sie keinen Blick mehr für die Umgebung. Zwei Navigationsgeräte hatte sie im Lkw, ein eigenes und eines ihrer Firma - und beide waren offenbar nicht auf dem neuesten Stand, leiteten sie fehl. Im damals noch tiefen Schnee verfranste sie sich immer weiter, bis sie auf einem asphaltierten Feldweg nahe Bernbeuren landete. „Ich habe noch versucht, aus der kurvigen Nebenstraße rückwärts herauszukommen, aber es war zu spät“, so Kaufmann, Die drei hinteren rechten Achsen hatten sich im weichen Untergrund festgefahren, der vollbeladene Anhänger neigte sich bedrohlich zur Seite.

Ratlos stand die Fernfahrerin vor ihrem Dilemma. Es war bereits später Nachmittag und wurde langsam dunkel. „Plötzlich tauchte ein Auto auf“, jubelte die 50-Jährige. Ludwig Prinzing kam zufällig vorbei und organisierte nicht nur Hilfe, sondern half beim Freischaufeln. Sein Hilferuf landete über Umwege bei Landwirt Georg Seelos. „Ich habe einen Schlepper mit starker Seilwinde, deshalb hat man wohl mich angerufen“, sagt der Bernbeurer. Kopfschüttelnd fragte er sich, wie Kaufmann mit ihrem 40-Tonner überhaupt so weit gekommen ist, aber es half nichts: Mit viel Feingefühl bugsierten Seelos und Prinzing den Lkw aus der gefährlichen Situation.

Alle dachten, das war’s, auch Kaufmann selbst - doch es kam anders. Vorsichtig setzte sie den Lastzug zurück, um auf die Landstraße zwischen Bernbeuren und Salchenried zu gelangen. „Doch immer wieder verlor der ganze Zug den Vorratsdruck und war deshalb weder rücksetzbar noch lenkbar“, beschreibt Kaufmann das Problem. Die Zugmaschine sei für so schwere Manöver zu schwach. Zwar konnte Kaufmann durch eine höhere Drehzahl im Leerlauf den Vorratsdruck wieder aufbauen, so dass der Auflieger rollte und das Antiblockiersystem wieder arbeitete. Doch irgendwann gegen 20.30 Uhr, es war bereits stockfinster, ließ bei der entnervten Kaufmann die Konzentration nach - sie fuhr sich ein zweites Mal fest.

Prinzing war die ganze Zeit an der Seite von Kaufmann geblieben, jetzt wurde erneut Seelos organisiert, der den Lkw wieder freibekam. „Aber ich war seit 4.30 Uhr unterwegs, überlastet und übermüdet, meine Zugmaschine spielte beim letzten Wendemanöver nicht mehr mit“, sagte Kaufmann - sie fuhr sich tatsächlich noch ein drittes Mal fest. „Ich war gerade daheim, als das Telefon gegen 22.30 Uhr wieder geklingelt hat“, erinnert sich Seelos. Ein drittes Mal rausfahren wollte er nicht mehr, aber er organisierte für den nächsten Morgen einen weiteren Helfer.

Der kam zwischendurch aber auf anderen Wegen. Auf Kaufmann, die im Führerhaus ihres Lkw übernachtet hatte, waren die Straßenmeisterei und ein Milchfahrer aufmerksam geworden. Sie informierten Landwirt Hans Brugger, der mit seinem schweren Traktor den Lkw innerhalb von fünf Minuten freizog. „Dank der guten Wegbeschreibung von Herrn Prinzing am Abend zuvor kam ich auch glücklich am Heizkraftwerk an“, sagt Kaufmann. Weil sie kurz danach einen Krankenhausaufenthalt hatte, meldete sie sich erst jetzt bei den Schongauer Nachrichten, um sich auf diesem Weg bei ihren Rettern zu bedanken. „Vielen lieben Dank für die geduldige Hilfe.“

bo

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