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Mit dem Vorbeimarsch an der Ehrentribüne, begleitet durch die Klänge des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen, endete der offizielle Teil des Auflösungs- und Indienststellungs-Appells.

Luftlandeschule aufgelöst

Der Geist bleibt

Altenstadt - Wehmut schwang bei den Rednern mit, als die Luftlande-/Lufttransportschule gestern offiziell zu Grabe getragen wurde. „Mir fällt es schwer, heute nicht in nostalgische Betrachtungen zu verfallen, sondern den Blick voraus zu nehmen“, sagte Oberstleutnant Christian Schoebel, der letzte Kommandeur der LL/LTS.

Da standen sie – und warteten. Die Soldaten waren angetreten, doch nichts passierte. Fünf Minuten, zehn Minuten vergingen, die Besucher, darunter neben zum Teil hochrangigen Offizieren auch zahlreiche Bürgermeister aus der Umgebung, wurden langsam unruhig. Immer wieder blickte jemand verstohlen auf die Uhr. „Vermutlich weigert sich der Kommandeur, die Luftlandeschule aufzulösen“, witzelte ein Ehemaliger. Doch schließlich kündeten die Klänge des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen, dass es endlich losgeht. Der Grund für die ungewöhnliche Verzögerung der ansonsten stets pünktlichen Truppe blieb unklar.

Vergangene Jahre waren "schwere Prüfung"

Kommandeur Schoebel nannte den formalen Akt das Ende einer fast sechs Jahrzehnte währenden Tradition in der Ausbildung von Fallschirmspringern und Lufttransportsoldaten. 138 500 Soldaten seien seit 1957 ausgebildet worden. „Für alle Fallschirmjäger war die LL/LTS das Symbol unserer Truppengattung“, so Schoebel, der die vergangenen Jahre als „schwere Prüfung“ bezeichnete.

Bereits 2013 musste unter anderem die lange gehegte Einzelkämpferausbildung abgegeben werden, besonders schmerzlich war für Schoebel die Auflösung des Bereichs Weiterentwicklung, die für ihn ein immens wichtige Aufgabe ist. Dafür ging die Stationierungsentscheidung bekanntlich gut aus, für die Schoebel vor allem Bürgermeister Albert Hadersbeck noch einmal dankte. „Der gute Geist und die Symbolkraft der Luftlandeschule leben auch im künftigen Ausbildungsstützpunkt weiter. Wir bleiben die Schule der Fallschirmjäger, egal unter welchem Namen“, betonte Schoebel. Man habe schon viele Herausforderungen gemeistert und werde das auch in Zukunft tun.

Eine Ära geht zu Ende

Das stellte auch Generalmajor Walter Spindler in den Vordergrund. Nachdem er für Irritationen gesorgt hatte, weil er die Begrüßung durch die Soldaten laut als „verbesserungswürdig“ bezeichnet hatte, lobte er anschließend die „exzellente Ausbildungseinrichtung“ und verwies auf Dutzende Siege und Medaillen bei Fallschirmsprung-Vergleichswettkämpfen. „Eine Ära geht zu Ende, aber die Ausbildung bleibt in vollem Umfang erhalten“, sagte Spindler, der sich sicher war, dass vor allem die manuelle Ausbildung künftig zunehmen werde. Auch er beschwor den Geist der Schule, der erhalten bleibe.

Altes Fahnenband bleibt noch an der Fahne - aus Traditionsgründen

Anschließend folgte der offizielle Akt der Auflösung der LL/LTS, mit einem neuen Fahnenband an der Truppenfahne war die Umwandlung in den Ausbildungsstützpunkt besiegelt. Das alte Fahnenband bleibt laut Schoebel, der jetzt statt Kommandeur nur noch Leiter ist, aus Traditionsgründen an der Fahne.

Danach machten sich die Ehrengäste vom Appellplatz auf zur vorbereiteten Ehrentribüne, an der die Soldaten mitsamt Truppenfahne und Gebirgsmusikkorps vorbeimarschierten. Auch viele Besucher wollten sich die Auflösung der LL/LTS nicht entgehen lassen.

Boris Forstner

Luftlandeschule aufgelöst: Die Bilder  

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