„Manches muss man sich schönschauen“

Bernbeuren - Damit das Baugebiet Lechweg-Nord in Bernbeuren auf den Weg gebracht werden kann, waren Änderungen notwendig. Schwer tat man sich beim Lechweg-Ost.

Für die Beratungen zur Flächennutzungsplanänderung waren nicht nur Planer und Architekt Dietmar Hörner geladen, sondern auch die Landschaftsplanerin Heidi Frank-Krieger. Es gilt, neue Flächen einzuarbeiten, auch die steile Hangkante bei der Biotopfläche muss beachtet werden. Ein Teilbereich war im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen, dieser muss also nicht mehr angetastet werden. Durch einen kleinen Kunstgriff könne das Biotop so erhalten werden, dass keine weiteren Ausgleichsflächen notwendig werden, erläuterte Hörner dem Gremium. Die Verwaltung kann die Änderung nun ins Verfahren bringen. Bürgermeister Martin Hinterbrandner rechnet damit, dass man sich eventuell schon im Januar mit den Abwägungen befassen kann. Und auch wenn die ein oder andere Parzelle für die Neubauten nun etwas anders aussehe, hätte diese kleine Änderung davor bewahrt, alles unnötig zu verteuern. Hörner: „Es ist alles etwas hinoptimiert, aber die Anzahl der Bauplätze bleibt.“ Landschaftsplanerin Frank-Krieger gab lediglich mit auf den Weg, dass zwar ein Abstand zwischen Biotop und Grünfläche nicht notwendig sei, jedoch südlich des Biotops keine Gehölze gepflanzt werden dürften. Die Planung wurde einstimmig gebilligt.

Zu keinem abschließenden Ergebnis kam der Gemeinderat für den Bebauungsplan Lechweg-Ost, obwohl laut Tagesordnung auch schon der Beschluss für die zweite Auslegung angestanden wäre. Und auch der Bürgermeister betonte eingangs, dass ihn das Thema persönlich unter den Nägeln brenne: „Wir hinken unserem Zeitplan fast drei Monate hinterher.“ Die Abstimmung muss nun aber doch bis mindestens Dienstag warten, unter anderem deshalb, weil die Landschaftsplanerin die Unterlagen erst am Abend vor der Sitzung erhalten hatte, die Vorbereitungszeit einfach zu knapp ausgefallen war.

Inhaltlich hat sich offensichtlich an dem, was bereits diskutiert worden ist, nicht viel geändert, großes Streitthema blieb jedoch der Grüngürtel für das Baugebiet. Zwei Parzellen liegen derzeit außerhalb des Flächennutzungsplanes. Um eine FNP-Änderung zu vermeiden, könnte man nach Ausführung von Gemeinderat und Planer Alois Suiter den Grüngürtel an der Ostseite verbreitern und drei Meter mit der Baugrenze abrutschen. Was die Gestaltung des Grüngürtels anbelangt, „widersprechen sich da zwei Geister“, so Suiter. Einerseits solle das Baugebiet abgegrenzt werden, andererseits wolle auch niemand gegen eine grüne Wand blicken. Weil zudem in weiter Zukunft geplant sei, das Baugebiet Richtung Osten zu erweitern, sei ein breiter Grüngürtel ebenfalls nicht sinnvoll. Dem widersprach Landschaftsplanerin Frank-Krieger: „So üppig wird das Grün nicht, da braucht man keine Angst zu haben, auf fünf Metern können Sie nur einen Baum und eine Strauchreihe pflanzen.“

Wirklich schön fand jedoch auch Rathauschef Hinterbrandner die Plananforderungen seitens der Behörden nicht, schränkte dann aber ein: „Manche Dinge muss man sich aber auch schönschauen, man kann damit leben.“ Als dann aber weitere Vorschläge eingebracht wurden, wie die von Vizebürgermeister Markus Socher, die Südachse des Bebauungsgebietes von Bepflanzungen ganz frei zu lassen, und die Uhrzeiger sich immer rascher drehten, griff Hinterbrandner dann doch in die Diskussion ein. Seine Vorgabe: Keine Flächennutzungsplan-Änderung, ändern ohnehin nur nach dem Motto „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Auch Socher wollte die Pläne nicht noch einmal umwerfen, nötigenfalls solle die Gemeinde auf ein Baugrundstück verzichten.

Damit es zu keinen weiteren zeitlichen Verzögerungen kommt, steht der Bebauungsplan Lechweg-Ost am Dienstag, 16. Dezember, auf der Tagesordnung der Jahresabschluss-Sitzung. Die Bernbeurer Gemeinderäte tagen bereits um 19 Uhr.

Elke Robert

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