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Mann (25) kann sich vor Gericht nicht mehr an Sauf-Diebstahl in Schongau erinnern

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Schongau - Ein 25-Jähriger soll an einem feuchtfröhlichen Abend in Schongau ein Handy und einen Schlüsselbund geklaut haben. Vor Gericht wollte er jetzt davon nichts mehr wissen.

Gleich zwei Polizeibusse parkten vor dem Weilheimer Amtsgericht, als sich ein 25-Jähriger dort wegen Diebstahls verantworten musste. Er soll an einem feuchtfröhlichen Abend Handy und Schlüsselbund geklaut haben.

Denn der Angeklagte verbüßt derzeit eine Haftstrafe in der JVA Kempten und der Kumpel, mit dem er damals in Schongau unterwegs war, wurde aus der JVA Kaisheim gebracht. Laut Anklage hat der 25-Jährige zusammen mit seinem Kumpel zwischen 0 und 3 Uhr am 10. Dezember 2010 einen Schlüsselbund und ein Mobiltelefon geklaut.

Die beiden wohnten zu der Zeit in Augsburg und fuhren öfter mit dem Zug nach Schongau. So auch an jenem Tag, um den es vor Gericht ging. Beide waren zu der Zeit drogenabhängig. Der Angeklagte konsumierte regelmäßig Heroin, Benzodiazepine und Alkohol. Nach der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft tranken sie an jenem Abend Bier in einer Schongauer Kneipe, als sie mit einem anderen Gast, einem Mann aus Schongau, ins Gespräch kamen. Schnell wurde aus der Zweier- eine Dreier-Trinkrunde. Der Schongauer zahlte die Zeche.

Was dann genau geschah, daran konnte oder wollte sich keiner der beiden Augsburger so recht erinnern. Auf jeden Fall waren am Ende der feucht-fröhlichen Nacht das Handy und der Schlüssel des Schongauers verschwunden. Gegen 3 Uhr trennten sich die drei, und der Schongauer ließ sich im Taxi nach Hause fahren. Als er seine Wohnung aufschließen wollte, merkte er, dass sein Schlüssel weg war. Er wollte ein Taxi rufen. Das ging aber nicht, weil das Handy auch verschwunden war.

Das Handy tauchte nie wieder auf, der Schlüssel landete über Umwege bei der Polizei. „Ich weiß, dass wir getrunken haben, diverse Sachen an Alkohol“, sagte der Angeklagte vor Gericht. „Weiter habe ich keine Erinnerung mehr.“ Er wisse bloß, dass er irgendwann wieder in Augsburg gewesen sei. Sein Kumpel hatte in der polizeilichen Vernehmung ausgesagt, dass der 25-Jährige Handy und Schlüssel geklaut habe. Daran konnte er sich aber in der Verhandlung nicht mehr erinnern. „Ich weiß heute nicht mehr, was ich vor eineinhalb Jahren gemacht habe“, sagte der junge Mann. Auch wenn Richter Martin Hausladen dem Erinnerungsvermögen des Kumpels durch eine Sitzungsunterbrechung und die Ermahnung, jetzt endlich die Wahrheit zu sagen, etwas auf die Sprünge half, blieben die Angaben des Kumpels wenig aufschlussreich, und so wurde dieser wieder in die JVA Kaisheim gefahren.

Da der angeklagte 25-jährige Mann ohnehin wegen einer ganz anderen Straftat im Gefängnis sitzt, beschloss Richter Hausladen, das Verfahren einzustellen. Die Begründung: Die zu erwartende Strafe würde nämlich neben der schon verhängten Strafe nicht weiter ins Gewicht fallen.

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