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Marienheim-Bewohner ging stiften

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Peiting - Alkoholisiert und ohne Personalien griff die Bundespolizei Ingolstadt am Mittwochnachmittag einen Schwarzfahrer auf. Der 43-Jährige hatte sich auf dem Weg zur Arbeit abgesetzt.

Ohne Fahrschein und Bargeld hatte sich der Mann in den Regionalexpress von München nach Ingolstadt gesetzt - und das auch noch total betrunken. Darum verständigte der Zugbegleiter die Polizei. Die nahm den Mann mit auf die Dienststelle und zapfte ihm Blut ab. 1,8 Promille ergab der Wert, heißt es im Polizeibericht. Am Abend wurde der 43-Jährige dann von seinem Betreuer abgeholt. Eigentlich hätte dies die Polizei erledigen müssen, „doch die beiden haben so ein gutes Verhältnis, dass es uns so richtiger erschien“, sagt Franz Straif, sozialtherapeutischer Leiter des Marienheims.

Der 43-Jährige war per Gerichtsbeschluss ins Heim eingewiesen worden. „Das passiert bei Menschen, die eine Gefahr für sich oder andere darstellen“, erklärt er. Schon „seit geraumer Zeit“ ist der 43-Jährige im Marienheim untergebracht. „Es ist unser Ziel, die Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt Straif weiter. Darum werde die Entwicklung der Bewohner genau unter die Lupe genommen. Sobald der Patient stabil genug sei, werde versucht, ihm wieder mehr Eigenverantwortlichkeit zu gewähren. Im Fall des 43-Jährigen schien es soweit: Er wurde mit einer Arbeit in der Herzogsägmühle betraut, musste danach aber wieder ins Heim zurückkehren. Die Freiheit war ihm wohl zuviel. Noch auf dem Weg zur Arbeit meldete er sich krank und begab sich auf Sauftour. „Während wir dachten, er sei sicher in Herzogsägmühle angekommen, war er schon stiften gegangen.“

Eigentlich sollte der Bewohner des Marienheims in ein paar Monaten in eine ambulante Wohnanlage entlassen werden. Daraus wird nach seinem Ausflug leider nichts. „Bei ihm liegt eine Suchtproblematik vor. Deshalb wird er eventuell in eine andere Einrichtung verlegt, die in dem Bereich ihren Schwerpunkt hat“, so Straif. sabine krolitzki

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