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Blick von oben: In die vier Aushübe rund um den Marienbrunnen werden Bäume gepflanzt. Deutlich zu erkennen ist auch der Wassergraben mit kleinem Becken, der sich links des Brunnens erstreckt.

Marienplatzgestaltung in Schongau

Kugelahorn kann kommen

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Schongau - Kugelahorn, Kletterrose, Trinkwasserbrunnen und verschiebbare Holzbank: Die Umgestaltung des Marienplatzes ist in vollem Gange, die Schongauer Fußgängerzone rückt immer näher.

Das Unbekannte hinter dem stählernen Bauzaun mit Werbeplakaten macht neugierig. Was werkeln die Arbeiter da im Verborgenen? Schongaus Tiefbauchef Martin Blockhaus nennt es „nichts Großes, viele Kleinarbeiten“. Das Ergebnis aber soll bis zur Einweihung am Samstag, 18. Juni, äußerst vielversprechend sein – eine aufenthaltsfreundliche Fußgängerzone für Jung und Alt. Mit Bäumen, Bänken, Schirmen und Wasserelementen.

„Dass sich die Leute wohlfühlen, die Kinder ein bisschen spielen können“, sagt Blockhaus. Und dass Cappuccino, Vanilleeis, Pizza Margherita oder Döner mit Allem (und ein bisschen scharf) noch besser schmecken, die Lust auf einen Besuch der Altstadtgeschäfte steigt. Optiker, Elektrofachmann, Modegeschäftsinhaber, Gastronomen und Gemüsehändler wünschen sich das in jedem Falle.

Umgestaltung kostet insgesamt rund 300 000 Euro

Konkret sieht die rund 300 000 Euro teure Gestaltung so aus: Südlich des Marienbrunnens schließt sich ein kleiner Wassergraben mit Becken an, ideal zum Füße reinhängen oder pritscheln für die Kleinsten. Um den Marienbrunnen werden vier Bäume in überschaubarer Größe gepflanzt. Baumart: Kugelahorn – dünner Stamm, dichtes, buschiges Haupt, der dank bestimmter Technik auch nicht zu verdursten droht. „Damit die Wasserversorgung der Bäume vor äußeren Einwirkungen geschützt sind, pflanzen wir sie in zwei auf zwei Meter große Stahlwannen in den Boden hinein“, erklärt Blockhaus.

Das Wichtigste aber sind die Sitzgelegenheiten. Neben einem zentral platzierten Podest werden zehn Bänke aus Holz, jeweils zwei Meter lang, aufgestellt. „Im inneren Bereich des Marienplatzes ohne Lehne, damit sich die Bürger in beide Richtungen setzen können“, sagt Blockhaus. Außen herum mit Lehne. „Das ist vor allem für die älteren Leute wichtig.“

Interessant ist, dass die Bänke nicht fest im Boden verankert, dadurch ohne großen Aufwand verschiebbar sind – zumindest mit vereinten Kräften. „Eine Bank wiegt 130 Kilo“, sagt Blockhaus, der aufgrund des stattlichen Gewichts keine Vandalismus-Gefahr befürchtet. Gleiches gilt für sechs Sonnenschirme, die zwischen Wasserrinne und Ballenhaus dank zehn Verankerungen ebenfalls flexibel aufgestellt werden können.

Apropos Hitze. Eines der Highlights der Marienplatzgestaltung wird ein Trinkwasserbrunnen auf Höhe Rentamtstraße. „Der sieht zwar nicht so stylisch aus, aber ist vor allem für Radlfahrer eine super Sache“, sagt Blockhaus. Passend dazu entstehen in der Rentamtstraße sowie auf der Westseite des Ballenhauses jeweils zehn Abstellplätze für Fahrräder. Autos sieht man dagegen künftig keine mehr – zumindest fast.

Die Fußgängerzone beginnt auf der Westseite erst ab Höhe Löwenstraße, sodass gegenüber der Alten Post Raum für sechs Autoparkplätze bleibt. Außerdem wird auf der Ostseite des Ballenhauses ein Parkplatz für Behinderte freigehalten – mehr Platz für Kraftfahrzeuge gibt’s allerdings nicht mehr, auch nicht seitlich des Platzes. Dort stehen künftig Infotafeln, die auf Seitenstraßen-Geschäfte hinweisen. Und Kletterrosen, die unter anderem die Wände des Finanzamt-Gebäudes hochklettern.

Infotafeln weisen auf Geschäfte in Seitenstraßen hin

Wenn zur Dämmerung dann auch noch die im Boden installierten Strahler anfangen, Ballenhaus und Maria (Statue auf Marienbrunnen) zu erleuchten, ist die romantische Stimmung in Schongaus Altstadt perfekt. „Ich jedenfalls freue mich drauf“, sagt Blockhaus, der mit den Bauarbeiten bislang sehr zufrieden ist. „Wir dürfen nicht trödeln, liegen aber voll im Zeitplan.“

Bereits eine Woche vor der offiziellen Einweihung geht Schongaus Fußgängerzone in Probebetrieb. Unter anderem wird dann getestet, für wieviel Verwirrung der neue Schilderwald sorgt. „Das ist eine große Umstellung“, sagt Blockhaus, der eine ganze Litanei an Verkehrszeichen bestellt hat. Statt Parkplatz-Kennzeichnung zieren den Platz bald Spielstraßen- und Fußgängerzonen-Schild – unter anderem.

Platzgestaltung der Bürger

Die Gestaltungselemente des Marienplatzes wurden von den Bürgern vorgeschlagen (wir berichteten).

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