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Heizten ordentlich ein: Die Kabarettisten von „Maul-Quappen“, die in der Mehrzweckhalle Ingenried kaum ein Blatt vor den Mund nahmen.

Kabarett in Ingenried

Die Maul-Quappen – mit einem Bein im Gefängnis

Ingenried - Die drei „Maul-Quappen“ Franz Lachenmair (65), Hermann Hinter (55) und Andy Schlarnhaufer (70) legten in Ingenried nicht nur den Finger, sondern gleich die ganze Faust in die Wunden der Zeit.

Mal bissig, mal nachdenklich, mal ironisch, manchmal hinterfotzig. „Heizt den Besuchern gehörig ein“, bat eingangs Thomas Echtler.

Die „Maul-Quappen“ ließen sich nicht lange bitten. Mit Musik, Liedern und Kabarett folgten die drei Unterallgäuer aus Türkheim, Buchloe und Schwabmünchen dem Wunsch des TSV-Vorsitzenden. Die 200 Besucher in der Ingenrieder Mehrzweckhalle jedenfalls waren begeistert.

Das Programm der „Maul-Quappen“ folgt keinem festgezurrten Konzept. „Wir stimmen es spontan auf das jeweilige Publikum ab,“ erklärt Franz Lachenmair. Er ist es auch, der mit seinen kabarettistischen Beiträgen für Stimmung sorgt. Vordergründig, hintergründig, dazu eine ganze Menge Blödsinn. Allesamt vereint mit dilettantisch hervorragender Musik.

Da singen die drei ein spanisches Ess- und Trinklied, bevor sich der Franz einem Thema widmet, das seiner Meinung nach die Gesellschaft spaltet. Es ist der Thermomix. „Seither ist Kochen kein Geheimnis mehr.“ Ein aktuelles Thema sei auch der Inhalt einer Frauenhandtasche. „Wer meint, er kennt das Chaos, der hat noch nie auf den Grund einer Handtasche gesehen.“ Als Kabarettist müsse man aufpassen was man sagt, da stehe man immer mit einem Fuß im Gefängnis.

„Beispielsweise darf man auf keinen Fall mehr Neger sagen.“ Das seien jetzt pigmentierte Europäer. In Richtung österreichischer Nachbarn, den Nussern, meinte der Franz, die hätten einen sauguten Kleber für die Vignetten an der Autoscheibe, weniger an den Kuverts, die für die Wahl des Bundespräsidenten bestimmt waren. Franz hatte auch ein Wortspiel nach dem Muster von Willy Astor vorbereitet. „Ich möchte damit die örtliche Intelligenz prüfen.“ Beispiele: „Da steht mitten im Dorf ein Brunnen, ich fragte Wessobrunn ist das?“ Oder auf der Speisekarte bestellt irgend jemand ein Raisting. Dazwischen Lieder in vielen Sprachen.

Am Einsatz verschiedener Instrumente hat es dabei den Abend über nicht gemangelt. Akkordeon, die steirische Ziach, Gitarre, Mandoline, Kontrabass, Tuba Saxophon, Klarinette, Wald- und Flügelhorn. Die drei „Maul-Quappen“ haben gerockt, gewalzert, geswingt, gebluest und auch Walzer gespielt. Ihr Repertoire war eher grenzenlos. Das wurde mit der Zugabe „Der Jäger aus Kurpfalz“, gesungen in zehn Sprachen, deutlich.

Es war ein kurzweiliges Programm über knapp drei Stunden. TSV-Vorstand Florian Echtler meinte, „ein musikalisches und politisches Erlebnis“. Erwin Hartmann aus Schwabsoien fand, „ein rundum gelungener Abend, tolle Musik mit tollen Einfällen“. Zweiter TSV-Vorstand Wolfgang Kögel sagte nur „sau guat“. Dagegen nicht ganz rundum begeistert war mit Hermann Hefele der Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau aus Apfeldorf : „Für mich waren etliche kabarettistische Beiträge a bisserl arg rustikal. Da geht die Kultur den Bach na."

Walter Kindlmann

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