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Bürgermeister Georg Epple als Hahn im Korb mit den sechs bayerischen Kalendermädels für den Jungbauernkalender 2017. (v.l.) Caroline (33), Sofia (24), Elena (23), Daniela (27), Veronica (22) und Viktoria (22).

Medienauflauf für Jungbauern-Kalender-Fotoshooting

Apfeldorfs Bürgermeister und die Kalender-Models

Apfeldorf - Der Jungbauernkalender geht mit der Ausgabe 2017 in seine 12. Auflage. Sechs der zwölf sportlichen Frauen kommen aus Bayern – für sie fand das Shooting unter dem Motto „Crossfit auf dem Bauernhof“ beim Schwabbauer in Apfeldorf statt. Da durfte der Bürgermeister nicht fehlen.

Vor über zehn Jahren ins Leben gerufen, erfreut sich den Jungbauernkalender der Bayerischen Jungbauernschaft jedes Jahr größerer Beliebtheit. Die Models darin alles sympatische Mädels, die einen direkten Bezug zur Landwirtschaft und einem Bauerhof haben. Es sind sportliche ungezwungene Geschöpfe ländlicher Natur. So geben sie sich auch bei dem extra angesetzten Pressetermin beim Schwabbauer, dem Hof der Familie Paul am Ortsrand von Apfeldorf. Geradezu ideal gelegen für das Foto-Shooting.

Von wegen schnell mal in den Stall gehen und ein paar Bilder schießen. Fünf Tage lang hat es gedauert, bis die Fotografin zufrieden war. Rund 30 Fotografen und Kameramänner nahmen die Einladung gerne an, vor Ort der Fotografin Anja Koppitsch aus Klagenfurt über die Schulter zu sehen. Passiert ja schließlich nur einmal im Jahr, wenn die Fotos für den neuen Kalender aufgenommen werden. Mit so viel Medienrummel hat Alexander Paul (22), der Juniorchef des Hofes, nicht gerechnet. Doch als Landjugendvorstand genießt er das Hausrecht in vollen Zügen, stürzt sich mitten ins Getümmel.

So viele Leute dürften sich noch nie in den Apfeldorfer Kuhstall verirrt haben: Der Medienauflauf war enorm.

Martin Baumgärtner, Landesvorsitzender der bayerischen Jungbauernschaft, stellt den Pressevertretern das Motto vor: „Crossfit auf dem Bauernhof.“ Trotz der fortschreitenden Modernisierung und der Automatisierung der Landwirtschaft gibt es viele Arbeiten, die die Muskeln von Bauer oder Bäuerin stark beanspruchen. Da kann man sich den Gang zum Fitnessstudio locker ersparen. Das Motto setzt auf dem Schwabbauer-Hof die Fotografin Anja Koppitsch durchdacht um. Kräfteraubende Tätigkeiten wie „Kälberiglu ausmisten“, „Melkstand waschen“ oder das „Kneten des Teigs“ für das frische Bauernbrot wird fotografisch in Szene gesetzt.

Anja geht noch einen Schritt weiter: Klimmzüge an der Stange des Frontladers, Hut ab. Hier zeigt Viktoria aus Schwabmünchen, dass sie neben der Stallarbeit in einem Turnverein aktiv ist. Lockere zehn Klimmzüge am Stück, dabei noch die Beine in Vorhalt. Klar, dass Hof-Juniorchef Alexander Paul sie gerne auf den Händen trägt. Und wenn’s nur fürs Foto ist.

Fast wär uns da einer durch die Lappen gegangen. Die Frage eines Fotografen, wer denn da der Herr im Janker neben Caroline ist, macht neugierig. Neugierig auf den Herrn, auf Caroline sowieso. Es ist Bürgermeister Georg Epple, der die blonde Allgäuerin in Beschlag genommen hat. Er konnte einiges über die gelernte Hotelkauffrau aus Oberstdorf in Erfahrung bringen. Sie bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb mit über 120 Tieren. Wie denn die 33-Jährige zu dem Shooting gekommen ist, will der Schorsch auch noch wissen. „Jünger wirst Du sowieso nicht, wenn nicht jetzt wann dann“, fragte sie sich und gab ihre Bewerbung ab. Jetzt ist sie dabei.

Solche Motive sind letztlich im Kalender zu sehen.

Es wird im Kalender nicht nur ihr blondes geflochtenes Zöpfchen zu sehen sein. Nichts wird dem Zufall überlassen. Vor jeder Aufnahmenserie kommt Nadja Tschinker zum Einsatz. Die Visagistin ist immer mit Pinsel, Tupfer und Sprühflasche hautnah am Geschehen. Die Models selbst haben sich vorher gut eingeölt, Nadja verfeinert es mit ihrem Geheimspray. Es gibt Schweiß, ohne viel zu schwitzen, es wird abgetupft, wo nicht gewollter Schweiß sich breit gemacht hat. Vom dezent nachgezogenen Lidstrich und weiteren Farbgebungen ganz zu schweigen.

150 Mädels hatten sich beworben, 50 kamen in die nähere Auswahl. Bei einem Vorstellungsgespräch in Wien und natürlich Probeaufnahmen wurden am Ende die sechs Kandidatinnen aus Bayern ausgewählt. Die anderen sechs kommen traditionell aus Österreich. „Es wurde vor allem auf Natürlichkeit und Individualität Wert gelegt, was dem Jungbauernkalender seinen Charme verleiht und die Grundlage für den Kalender ist“, erklärt ein sichtlich zufriedener Landesgeschäftsführer Andreas Ganal. So soll durch Ausstrahlung und Selbstbewusstsein der Kalendermädels ein positives Bild der heimischen Landwirtschaft vermittelt werden. Na, wie wär’s jetzt mit einem Urlaub auf dem Bauernhof?

Hans-Helmut Herold

Crossfit auf dem Bauernhof: Bilder vom heißen Shooting in Apfeldorf

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