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Meeresschützer aus Schwabsoien

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Matthias Ziert
setzt sich ehrenamtlich für den Meeresschutz ein.
Matthias Ziert setzt sich ehrenamtlich für den Meeresschutz ein.

Schwabsoien - Matthias Ziert ist Ingenieur. Dass er mittlerweile fast genau so viele Stunden im Büro einer Organisation zum Schutze des Mittelmeeres verbringt, hätte er früher nicht gedacht.

Es war wohl eine Art geplanter Zufall. Matthias Ziert (44) aus Schwabsoien interessierte sich für ein Buch über Meeresbiologie. Der Autor heißt Robert Hofrichter aus Salzburg, und „der macht regelmäßig Urlaub auf den Seychellen“. Ziert wusste das und vereiste selbst auf den Inselstaat im Indischen Ozean, in der Hoffnung, „einen der weltbesten Meeresforscher“ persönlich anzutreffen.

Dass sich Hofrichter tatsächlich zur gleichen Zeit auf der Insel aufhielt und Ziert ihn kennenlernen durfte, war letztlich dann doch „purer Zufall“. Mittlerweile sind die beiden eng miteinander befreundet und kämpfen über die gemeinnützige Organisation namens „mare-mundi“ (aktuell 250 Mitglieder) für die gleiche Sache: Das Ansammeln von Wissenschaften, um nachhaltig das Mittelmeer zu schützen.

Und dazu bedarf es viel - ehrenamtlicher - Arbeit. Während Hofrichter als erster Vorsitzender die Welt bereist und die Meere vor Ort erforscht, zieht der Schwabsoiener Matthias Ziert als sein Stellvertreter die Fäden im Hintergrund. „Ich bin sozusagen für die Geschäftsleitung zuständig.“ Für den Papierkram eben. Koordinieren, Sponsoren an Land ziehen, vereinsrechtliche Dinge abklären. Er hält Hofrichter, „wenn man so will“, den Rücken frei.

Letztlich verfolgen die beiden jedoch die gleichen Ziele: Zuerst soll ein weiteres Buch „mit rund 1300 Seiten“ auf den Markt gebracht werden, das den Ist-Zustand des Mittelmeers sehr detailiert und informativ darstellt. „Da geht es unter anderem um die Veränderung der Lebensräume aufgrund des Klimawandels oder die Vermüllung des Meeres“, verrät Ziert bereits im Voraus. Gleichzeitig ist effektive Aufklärungspolitik zum Schutze des Mittelmeers geplant. „Wir gehen mit einem Info-Stand auch direkt auf die Leute zu.“

Und das wohl Wichtigste: Das Erstellen einer Internetplattform, auf der alle wissenschaftlich belegten Informationen rund um das Mittelmeer frei zur Verfügung gestellt werden sollen. Dafür verbringt Ziert neben seinem Vollzeit-Job als Ingenieur in München mittlerweile „20 bis 30 Stunden“ zusätzliche Arbeitsstunden nur für mare-mundi - wöchentlich. „Das Wochenende gehört dem Verein.“ Zumindest, solange der Winter so schneearm ist wie in diesem Winter. Denn bei allem Engagement zur Büroarbeit: Ziert liebt die Natur. Egal ob Sommer, Sonne, Strand und Meer oder steiles Gebirge. Ziert ist zum Alltagsausgleich einfach „gerne draußen“.

Deshalb wird auch künftig der Mittelpunkt dieses aufregenden, multikulturellen Lebens von Ziert sein Wohnort Schwabsoien sein. Den schönen Ort mit traumhaftem Blick in die Alpen möchte er einfach nicht verlassen. Auch nicht, wenn ihn Hofrichter künftig in die spannenden Forschungsarbeiten direkt am Mittelmeer - vor Ort - näher einweiht.

Johannes Schelle

Weitere Informationen zu

mare-mundi gibt es im Internet unter www.mare-mundi.eu.

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