Auch im Pandemiejahr 2020 ein großes Ärgernis: 22 Prozent mehr Unrat wurde im vergangenen Jahr an den Container-Standorten im Landkreis illegal abgelagert. Mit 75,7 Tonnen wurde ein trauriger Rekord erreicht.
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Auch im Pandemiejahr 2020 ein großes Ärgernis: 22 Prozent mehr Unrat wurde im vergangenen Jahr an den Container-Standorten im Landkreis illegal abgelagert. Mit 75,7 Tonnen wurde ein trauriger Rekord erreicht.

Folge der Pandemie

Mehr Müll während der Lockdowns

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Corona-Pandemie hat auch die Verantwortlichen der Abfallentsorgung im Landkreis vor große Herausforderungen gestellt. Seit der Einführung der Abfalltrennung 1993/94 wurde nie soviel Hausmüll abgefahren. Doch es gibt auch gute Nachrichten für die Bürger.

Landkreis – 15 176 Tonnen Restmüll sind im Pandemiejahr 2020 im Landkreis abgefahren worden. Nach Angaben der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) sind das 776 Tonnen mehr (5,4 Prozent) als im Jahr davor. Vor allem während des ersten harten Lockdowns im März und April 2020 seien die Hausmüllmengen drastisch angestiegen, berichtet EVA-Geschäftsführer Fritz Raab. Im zweiten und dritten Quartal habe sich die Menge dann wieder normalisiert. Der erneute Lockdown im Spätherbst habe „bei Weitem nicht mehr zu solchen Steigerungen geführt“, so Raab.

Bürger nutzten freie Zeit zum Entrümpeln ihrer Häuser

Dass viele Bürger den Lockdown dafür nutzten, ihre Häuser zu entrümpeln, spiegelt sich in der Sperrmüllbilanz der EVA wider. Um satte 18 Prozent ist die Menge an den Wertstoffhöfen angewachsen. Zum Leidwesen der EVA hat auch die illegale Ablagerung an den Containerstandorten erneut drastisch zugenommen. 75,7 Tonnen Unrat warfen Bürger bei Nacht und Nebel neben Altglas oder -Kleidercontainer. Das sind 22 Prozent mehr als im Jahr davor. „Auf diesen Rekord hätten wir gern verzichtet“, heißt es von der EVA, die die schwarzen Schafe warnt: Die illegalen Ablagerungen würden seit Langem konsequent nach Hinweisen auf die Verursacher durchsucht. Wer erwischt wird, kann sich auf ein saftiges Bußgeld gefasst machen.

Essen zu Hause lässt auch Biomüll-Menge steigen

Dass die Bürger in der Pandemie häufiger zu Hause gekocht und gegessen haben, zeigt die Biomüll-Menge, die um 6,7 Prozent auf 10 049 Tonnen gestiegen ist. Einmal mehr macht die EVA in dem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass immer noch zu viele „Bio-Müllbeutel“ aus Plastik in den braunen Tonnen landen. Sie verrotten weder schnell genug noch vollständig und müssten aufwändig aussortiert werden.

Mehr Altglas aber weniger Papier

Ebenfalls gestiegen ist in der Pandemie die Altglasmenge (plus 7,8 Prozent) und die Menge der Leichtverpackungen (3,4 Prozent), die über den gelben Sack entsorgt wird (siehe Kasten). Einzig das Altpapier ist weniger geworden: 2020 wurde mit 11 541 Tonnen vier Prozent weniger eingesammelt als im Jahr zuvor. Angesichts der vielen Höchstmengen in den anderen Abfallfraktionen „waren wir vom enormen Rückgang beim Altpapier überrascht“, heißt es dazu. Schließlich habe man davon ausgehen können, dass durch die gestiegenen Online-Bestellungen die Gesamtmenge beim Altpapier stabil bleibe oder sogar zunehme. Aber auch dieses Rätsel hat die EVA gelöst: „Der Hauptgrund liegt darin, dass infolge der Corona-Pandemie weniger Zeitungen, Zeitschriften und Werbeprospekte verkauft oder verteilt wurden“, berichtet sie. Diese würden mehr wiegen als Kartons. Die weitaus höhere Kartonagenmenge habe den Rückgang bei der Zeitungsware gewichtsmäßig nicht kompensieren können.

Müllgebühren bleiben stabil

Für alle, die befürchten, dass mit der Müllmenge auch die Gebühren steigen, hat EVA-Chef Fritz Raab eine gute Nachricht: Die Jahre 2021 bis 2024 sind kalkuliert, „wir konnten den Mitgliedern des Kreistages vorschlagen, die Gebühren weiterhin auf dem bisherigen Niveau zu halten“, sagt der Geschäftsführer der betont, dass die Müllgebühren nun seit 27 Jahren nicht mehr erhöht worden seien.

Hoher Verwertungsquote schont die Deponie

Stabil blieb laut Raab 2020 auch die Quote für die Verwertung der Abfälle. „Wiederum konnten wir 90 Prozent der an uns übergebenen knapp 75 000 Tonnen Abfälle einer stofflichen oder energetischen Verwertung zuführen und so die Deponie schonen.“ Ein solches Ergebnis gelinge nur dank der Unterstützung durch die Bevölkerung und die Gewerbebetriebe.

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