Hautkrebs sollte man nicht auf die leicht Schulter nehmen.

Deermatologen schlagen Alarm

Immer mehr Patienten mit Hautkrebs

Schongau - Am 13. September ist Tag des hellen Hautkrebses. Und dass dieser Tag seine Berechtigung hat, zeigt, dass sich die Zahl Betroffener in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt hat. Im Schongauer Land liegt die Zahl noch höher.

Eine Studie der Kaufmännischen Krankenkasse macht deutlich: Immer mehr Menschen sind wegen des hellen Hautkrebses in ärztlicher Behandlung. Bundesweit geht man von einer Steigerung um 118 Prozent aus, im Schongauer Raum dürfte diese Zahl laut dem Dermatologen Dr. Gottfried Krebs sogar noch höher sein. „Das Bewusstsein für diese Erkrankung nimmt immer mehr zu“, hat er in seiner Schongauer Praxis festgestellt und ergänzt: „Wir registrieren deutlich, dass immer mehr Menschen zur vorbeugenden Untersuchung kommen.“

Warum mehr Hautkrebs-Erkrankungen im Schongauer Raum als bundesweit? „Weil es hier auf dem Land viele Bauern gibt, die im Freien arbeiten.“ Und diese Personengruppen sind nun mal besonders anfällig.

Also auch Bauarbeiter, die in den Sommermonaten tagtäglich oft über viele Stunden der prallen Sonne ausgesetzt sind. Krebs hat aber auch noch einen anderen Grund für die deutlich höhere Zahl, sagt, „dass wir hier höher liegen als im bundesdeutschen Durchschnitt und somit der Sonne auch noch stärker ausgesetzt sind“. Die UV-Belastung sei auf dem Land in Bayern schlicht und einfach wesentlich stärker als andernorts.

Vor allem treffe die Erkrankung ältere Menschen. Krebs: „Da wirken sich Freizeitgewohnheiten von früher aus.“ Hintergrund: Sonnenschutzcremes oder -milch von vor 30 Jahren hätten noch nicht annähernd die Lichtschutzfaktoren gehabt, die heutzutage Standard seien.

Ein wesentlicher Grund dafür, dass heutzutage viel mehr Vorsorge betrieben werde, sei auch dadurch zu erklären, „dass die Krankenkassen ein Hautkrebs-Vorsorge-Programm ab einem Alter von 35 Jahren im zweijährigen Turnus im Leistungskatalog etabliert hätten. Und dieses für den Patienten kostenfreie Angebot führe zu deutlich besseren Erfassungsmöglichkeiten.

So spricht der Schongauer Hautarzt von „mindestens 20 Patienten, die wegen Hautkrebserkrankungen oder Hautkrebs-Prävantion die Praxis aufsuchten.

Krebs, der jedes Jahr einige Monate in Spanien verbringt, weiß aus dort gesammelter Erfahrung, wie man es nicht machen sollte. „Egal, ob Deutsche, Briten oder Spanier: Viele knallen sich auch heute noch auf ihre Liegen und setzen sich dabei der Sonne ungeschützt aus. Zumindest sei aber feststellbar, dass die Kleinkinder heutzutage gegenüber der Sonne besser mittels Kopfbedeckungen geschützt werden.

Betroffenen gibt der erfahrene Dermatologe mit auf den Weg, dass derjenige, der eine besonders helle Haut habe oder empfindlich auf Sonnenlicht reagiere, einen entsprechend starken Sonnenschutz auflegen müsse. Und an die Jüngeren gewandt, stellt Krebs fest, „dass sich Versäumnisse zwar nicht sofort, aber später einmal auswirken werden.“

Derweil wird seitens der KKH darauf hingewiesen, dass bei einigen Hautkrebsarten frühe Entdeckungsmöglichkeiten bestünden. Entscheidend für den Therapieerfolg sei, die Krankheit in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln.

spe

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