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Noch ist das Autoteilen in der Region ein Nischenmodell.

Marktgemeinderat

Mehr Wohnraum durch Carsharing?

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Carsharing spielt in Peiting aktuell noch kaum eine Rolle. Eine Idee, die das ändern könnte und gleichzeitig mehr Wohnraum ermöglichen würde, hat Thomas Elste (Grüne) am Dienstag dem Marktgemeinderat präsentiert.

Peiting – Wer ein Haus oder eine Wohnanlage baut, dem schreibt die Stellplatzsatzung der Marktgemeinde genau vor, wie viele Parkplätze zu errichten sind. Schließlich ist davon auszugehen, dass die Bewohner später einmal über mindestens ein Auto pro Wohneinheit verfügen. Und die sollen natürlich nicht auf öffentlichen Straßen geparkt werden. Doch Stellplätze kosten nicht nur Geld, sondern auch Platz. Platz den man, so findet Thomas Elste, besser nutzen könnte.

Seine Idee, die der der Grünen-Gemeinderat am Dienstag im Gemeinderat vorstellte: Bauträger sollten weniger Stellplätze als eigentlich gefordert bauen dürfen, wenn sie dafür gleichzeitig ein Carsharing-Angebot für die Bewohner ins Leben rufen. Diese müssten sich dann verpflichten, 20 Jahre lang auf einen Zweitwagen zu verzichten. Durch die rasante Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens werde das eigene Auto in nächster Zeit immer mehr an Bedeutung verlieren, prophezeite Elste, mit einer solchen Lösung wäre man für diese Zukunft gerüstet.

Auf das Konzept gestoßen war der Grünen-Gemeinderat in Landsberg, wo es laut Elste im Neubaugebiet Urbanes Leben am Papierbach auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik umgesetzt werden soll. „Das ist eine Win-Win-Situation für alle“, betonte er. Der Bauträger spare Geld, weil er weniger Parkplätze errichten müsse. Da ein Teil dieser eingesparten Kosten in das Carsharing-Angebot flössen, biete dieses gleichzeitig attraktivere Konditionen als der normale Markt. Und auch die Gemeinde profitiere: Weniger Autos führten zu weniger Verkehr im Ort. Der durch den Verzicht auf Stellplätze frei werdende Platz könnte zudem für die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum genutzt werden, so Elste.

Sein Antrag, diese Möglichkeit in die Stellplatzverordnung aufzunehmen, stieß im Gremium allerdings auf wenig Gegenliebe. Landsberg habe mit knapp 30 000 Einwohnern eine ganz andere Nachfrage, sagte Norbert Merk (CSU). Man könne die Lechstadt und Peiting nicht miteinander vergleichen. Im ländlichen Raum werde Carsharing kaum nachgefragt. „Für mich geht es bei dem Konzept einzig um monetäre Interessen des Bauträgers.“ Schließlich spare der sich bei Kosten von 25 000 Euro pro Tiefgaragenplatz einen Haufen Geld.

Christian Lory (SPD) gab zu bedenken, dass man die Einhaltung kaum kontrollieren könne. Denn wer garantiere, dass sich im Falle eines Verkaufs der Wohnung oder des Hauses der neue Besitzer an die Auflage halte? Als Beispiel führte er die Reihenhäuser im Birkenweg an, wo man der Garagenhof bewusst abseits gebaut habe. Da gebe es bereits die ersten Anträge, Stellplätze direkt am Haus zu errichten.

Ganz so schwarz wollte es Herbert Salzmann (SPD) nicht malen. Allerdings sah auch er Probleme, was eine Aufnahme in die Satzung angehe. Er schlug vor, Bauträger auf die Möglichkeit hinzuweisen und im Einzelfall zu entscheiden, ob es Sinn mache.

Diesen Weg befürwortete auch Bürgermeister Michael Asam. Der Antrag sei gut gemeint, er wolle ihn daher nicht einfach abschmettern. „Wir werden das als Angebot für Bauträger im Hinterkopf behalten.“

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