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Diskussionswürdige Planung: Auf dem eingerahmten Grundstück in Hohenfurch soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. Das bestehende Gebäude wird abgerissen. 

Gemeinderat vertagt Entscheidung

Mehrfamilienhaus in Hohenfurch sorgt für Diskussionen

Hohenfurch - Der Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten ist im Gemeinderat zur Grundsatzdiskussion über die Ortsentwicklung ausgeartet. Die Abstimmung wurde vertagt. Jetzt soll sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen.

An und für sich hatten die Gemeinderäte gegen die Planung wenig einzuwenden. Das Mehrfamilienhaus, das auf einem Grundstück in Nachbarschaft des Rewe-Markts entstehen soll, ist „optisch nicht schlecht gestaltet“, befand Martin Baab. Er stieß sich allerdings an der Kniestockhöhe, die seines Erachtens „nicht genehmigungsfähig“ ist. „Das ist ein richtiges dreigeschossiges Gebäude und viel zu wuchtig für die Umgebung“, sagte er. „Beim Ausbau von Höfen kriegen wir heute eine Größenordnung, bei der wir aufpassen müssen, dass es nicht zu viel ist“, pflichtete Josef Schmidbauer bei. Die Gestaltung der geplanten Wohnungen fand er allerdings interessant. „Da ist für jeden was dabei.“ Allerdings müsse man auch die Folgen eines größeren Wohnungsangebots beachten.

Durch derzeit 41 Bauanfragen gebe es ohnehin in den kommenden zwei Jahren einen Bevölkerungsanstieg, der sich wiederum auf gemeindliche Einrichtungen wie den Kindergarten auswirke. „Wir müssen aufpassen, was wir für eine Ortsvergrößerung kriegen“, so Schmidbauer. „Darauf haben wir Einfluss. Durch Ausweisen von neuem Baugrund“, wandte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang ein.

Eine klare Lösung forderte zweiter Bürgermeister Josef Epple: „Wir sollten den Dorfkern neu überplanen, dann brauchen wir hier nicht mehr herum zu diskutieren!“ Auch er hielt das Mehrfamilienhaus von der Größe her für „nicht ortsfähig“, fand aber, dass es „versteckt hinten drin“ doch ins Gesamtbild passe.

Bedenken ganz anderer Art meldete Manfred Gornig an: „Das Gebäude liegt neben der Kühlanlage des Rewe-Markts. Nicht, dass da lärmschutz-mäßig etwas auf uns zukommt.“ Diese Bedenken teilte Guntram Vogelsgesang nicht, da die Anlage durch eine vier Meter hohe Lärmschutzwand abgeschirmt wird.

Bedenken mit Blick auf die Gleichbehandlung von Bauvorhaben meldete Sieglinde Schuster an: „Wenn wir uns jetzt an der Größe stören, haben wir beim Kohler falsch entschieden. Das wird ein Klotz und nicht mal schön. Dagegen ist das hier eine Villa.“ Dem schloss sich auch Martin Baab an: „Eine g’scheide Architektur ist wohltuend.“ Josef Schmidbauer merkte an, dass man eine Umfeldbetrachtung machen sollte, da rundum kleinere Häuser liegen. Dazu bemerkte Bauherrin Ute Lankes-Fichtl, dass das Haus nicht höher werde als das dahinter liegende.

Schließlich wurde einstimmig beschlossen, den Bauausschuss einzuberufen und die Entscheidung bis nach einer Ortsbesichtigung am 1. Dezember zu vertagen.

Zur allgemeinen Bausituation im Ort verkündete Guntram Vogelsgesang, dass die Gemeinde in diesem Jahr alle Bauplätze verkauft habe und in einem dreiviertel Jahr weitere drei Bauplätze ausweisen werde. Die Überplanung des Ortskerns soll im Rahmen einer Klausursitzung behandelt werden.

Ursula Fröhlich

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