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Bierbarde lädt zum „Nippel schaun“

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Michi Dietmayr singt im Kuhstall in Schwabbruck über „Fuaßboi, Frauen und andere G’schichten“. foto: fröhlich © uf

Beim Auftakt zum Kulturherbst im Kuhstall beim Schäferwirt traf ein „Bierbarde“ auf Biersommeliers. Bereits zum fünften Mal war der Liedermacher Michi Dietmayr aus München zu Gast. Das Ergebnis: Viel Schweiß und.....

Schwabbruck – Schwitzen kann er, wie „Lukas Podolski beim Buchstabier-Wettbewerb“. So war bei Michi Dietmayr das wichtigste Utensil auf der Bühne neben seiner Gitarre ein blaues Handtuch, mit dem er sich immer wieder über seinen unbehaarten Schädel fuhr. Den Titel „Bierbarde“ hat ihm angeblich die Bildzeitung einmal verliehen.

Ob es daran liegt, dass seine Lieder besonders Spaß machen, wenn man einen gewissen Bierpegel hat? Wirt Stephan Kögl hatte auf jeden Fall vorgesorgt und seine Biersommelier-Kollegen, mit denen er die Ausbildung gemacht hat und die sich einmal im Jahr treffen, zur Veranstaltung eingeladen. Die hatten besondere Biere im Gepäck, die die Besucher nach Herzenslust kosten konnten, was die Stimmung im Saal in ungeahnte Höhen trieb.

„Michi Dietmayr kann heute auf jeden Fall nicht seinen Hit ‘Koa Bier mehr’ bringen. Dafür haben wir gesorgt“, so Stephan Kögl. Was den ausgewiesenen Bierbarden nicht davon abhielt, das Lied über den unfreiwilligen Gerstensaft-Entzug zu bringen. Ansonsten thematisierte er in seinen Songs alles „was schee is“, sprich „Fuaßboi, Frauen und andere G’schichten“. Sprich mit Songs, wie „Nippel schaun“, „Mamis beim Fuaßboi“, „Schatz, heute nicht“ oder „Hausarrest“.

Dazwischen unterhielt er das Publikum mit Schwänken aus seinem Leben, sprich pubertierenden Töchtern oder Ehefrauen, die sich im Elternbeirat engagieren, Tupperparties veranstalten und nur noch vegan kochen. Da durfte auch das „Liebeslied in Ost-Dur“, ein erotisches Intermezzo mit einer Hammer-Ossi-Frau und der Beweis, dass man auch mit Dialekt verhüten kann, nicht fehlen. Dafür, dass er die Jugend manchmal nicht versteht, sorgen nicht zuletzt Sätze, wie „Chill amal dein Leb’n“, „Check mal deine Base“, „mach ich Foto von dich, stell ich Facebook – Scherz!“, die seine Tochter ihm um die Ohren haut oder „Hey geil Oida, du bist mein Klingelton!“, was er unlängst von einem jüngeren Konzertbesucher zu hören bekam.

Zumindest in den eigenen vier Wänden hält der gelernte Sozialpädagoge mit „Griaß di oide Scheihausbürscht’n, da Babo in The House, des bin fei i!“ dagegen. Kein Wunder, dass er einmal von einer Künstler-Kollegin in Wien zu hören bekam: „Hey du bist der volle Prolet!“

Das ficht Michi Dietmayr nicht an. Mit dem Titel „I hab an Frosch o’g’soacht“ setzt er noch eins drauf und animiert die Frauen und Männer im Publikum mit Textzeilen wie „Hunger Pipi, kalt“ und „Fuaßboi, Schweinsbraten und a Halbe Bier“ gegeneinander anzusingen. Den Besuchern gefiel es und sie amüsierten sich prächtig. Für den begeisterten Schlussapplaus wurden sie noch mit drei Zugaben belohnt. Und dass Michi Dietmayr auch anders kann, bewies er mit seinem letzten Lied „Schenk ma a Liacht“.

Ursula Fröhlich

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