Seine Freude hatte Pfarrer Gerhard Gumpinger beim Leonhardiritt im vergangenen Jahr. foto: archiv

„Mir werden auch die Grantler fehlen“

Rottenbuch - Pfarrer Gerhard Gumpinger (50) hat die Herzen der Gemeinden Rottenbuch, Schönberg, Wildsteig und Böbing gewonnen. Vor seinem Weggang blickt Gumpinger zurück.

-Was war eigentlich Ihr Berufswunsch?

Meine Mutter erzählte mir immer, dass ich schon als Fünf- oder Sechsjähriger gesagt hab’: Ich werde entweder Hirte, Bauer oder Pfarrer. Später wollte ich Gärtner werden, mein Vater drängte mich Bürokaufmann zu werden. Doch in meiner Tätigkeit als Pfarrer sind die vier anderen Berufe enthalten. Wobei die Büroarbeit meine geringste Leidenschaft ist.

-Wie war Ihre Jugend?

Zum Teil waren vier Generationen in meinem Elternhaus und das war für mich immer schön. Mein Vater war Maurerpolier, Fußballer und Trainer und am Wochenende kaum daheim, darum wollte ich nie Fußballspielen. Später wurde er häuslich, kochte und tat alles nur erdenkliche, aber da war ich schon nicht mehr daheim. Von meiner Mutter und Oma habe ich den Glauben gelernt. In den vergangenen 14 Jahren kam meine Familie immer zu kurz.

-Was bedeutet Ihnen der Pfarrverband St. Franz Xaver?

Ihn gibt es schon seit über 30 Jahren, aber als ich 2001 herkam nur auf dem Papier. Jede Pfarrei hatte seine Seelsorger, und ich war zwar Pfarrverbandsleiter, aber es war nicht leicht, als jüngster Priester die Leitung zu übernehmen. Erst als ich 2002 den Pfarrverband Rottenbuch in Pfarrverband St. Franz Xaver umbenannte, gegen den Willen aller meiner Vorgesetzten, da begannen die Pfarreien zusammenzuwachsen. Mir sind alle ans Herz gewachsen.

- Was fällt Ihnen zu Rottenbuch ein?

Ein Dorf mit einer außerordentlichen Geschichte, einer herrlichen Kirche, in der Liturgie gefeiert werden kann, und die für mich ein Bilderbuch des Glaubens ist.

- Böbing?

Anfangs war ich dort nur „da Rottabuacha Pfarra“, doch das hat sich schnell geändert. Die Kirche dort erinnert mich immer an den Psalmvers: „Mein Gott ist meine feste Burg“. Und wenn ich von der östlichen Seite wieder auf Böbing zufuhr und die Kirche sah, dachte ich immer: „Jetzt bist wieda dahoam!“

- Wildsteig?

Ich hatte dort die längsten Pfarrgemeinderatssitzungen und die lustigsten. Eine Kirche, wo ich mich wohlfühle. Ein Dorf, das sich seine eigenen Feiertage bewahrt hat, wie das Patrozinium St. Jakob und das Josefifest.

- Schönberg?

Bis auf eine Ausnahme wurden immer alle Schönberger Kinder Ministranten, auch an den Werktagen waren immer Kinder im Gottesdienst. Und vor allem die Adventsmessen am Dienstag waren ein besonderes Ereignis. Eine Pfarrei, die ihre Kirche wunderschön renovieren ließ und mitgearbeitet hat. Leider gab es nachher großen Ärger, den die Pfarrei ausbaden musste, obwohl die zuständigen Behörden in München dies hätten wissen müssen.

- Ihr schönstes Erlebnis in den 14 Jahren im Pfarrverband?

Etwas Besonderes war für mich immer, wenn am Palmsonntag der Esel der Familie Fasching, Winni Phu mit Namen, an der Prozession teilnahm. Ein Bub aus dem Pfarrverband durfte dabei immer als Jesus auf ihm reiten.

fro

Das komplette Interview gibt es in der Printausgabe zu lesen.

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