Stadtrat Schongau

Mitarbeiter-Rochade im Rathaus

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Schongau - In der Schongauer Stadtverwaltung stehen einige Personalrochaden an: Der jetzige Hauptamtsleiter Bernd Liebermann wird Leiter des Bauhofs und folgt damit auf Hans Eurisch, der in Ruhestand geht. Liebermanns Nachfolgerin wird die erst 27-jährige Bettina Schade.

Ein Hauptamtsleiter, der am Schreibtisch über Personalangelegenheiten entscheidet, als Bauhof-Chef, der in Arbeitsklamotten auch mal zupacken muss? Klingt im ersten Moment merkwürdig. „Wir haben uns schon längere Zeit Gedanken gemacht, welches Anforderungspotenzial der neue Bauhof-Leiter haben sollte“, sagt dazu Bürgermeister Falk Sluyterman. „Wir wollen den Bauhof optimieren, die Wirtschaftlichkeit mehr in den Vordergrund rücken.“ Man wollte weg vom Praktiker und Handwerker, wie es Eurisch war, hin zum Techniker und Verwalter. „In meiner Zeit im Bundesverkehrsministerium hatten wir oft solche Leute in diesen Positionen“, sagt Sluyterman.

So rückte Liebermann, der anfangs noch gar nicht zur Debatte gestanden habe, in den Fokus. Der 58-Jährige ist seit 1998 Hauptamtsleiter und war zuletzt gesundheitlich angeschlagen. „Das ist in diesem stressigen Job nach der langen Zeit nachvollziehbar“, so der Bürgermeister. Es habe dann gut gepasst mit der Eurisch-Nachfolge: Liebermann habe einige Semester Bauingenieur studiert und in seiner Anfangszeit am Schongauer Rathaus auch als Verwaltungsfachmann im Bauamt gearbeitet. „Er schraubt auch gerne an seinem Motorrad herum und hat technisches Wissen“, sagt Sluyterman schmunzelnd. „Er freut sich auf den Job.“ Dienstantritt ist der 1. Juli.

Damit wurde ein begehrter Abteilungsleiter-Posten frei. Acht Bewerbungen habe es gegeben, mit sechs Interessenten seien Gespräche geführt worden, sagt Sluyterman. Hat sich keiner aus dem bisherigen Team beworben? „Doch, aber die haben nicht daran festgehalten“, sagt Sluyterman. Die Wahl fiel schließlich auf Bettina Schade, die Sluyterman bereits gut kennengelernt hat: Als Rechtsreferendarin am Landgericht München hat sie vergangenes Jahr einen Teil ihrer praktischen Ausbildung bei der Stadt Schongau gemacht und war verantwortlich für die Lärmschutz- und Feuerwehrsatzung. „Sie ist sehr qualifiziert, eine echte Schongauerin, kennt das Haus und für die Stelle prädestiniert“, schwärmt Sluyterman.

Praktische Erfahrung wird nachgeholt

Diplom-Juristin ist Schade bereits, das war die Voraussetzung, dass sie sich überhaupt bewerben kann. Derzeit ist sie in den schriftlichen Prüfungen zum zweiten Staatsexamen und wird dann im Herbst als Volljuristin bei der Stadt anfangen. „Bereits ab Juli wird sie sich einarbeiten“, so Sluyterman. Natürlich fehle ihr praktische Erfahrung, „aber das ist nachholbar. Wir werden sie natürlich auf Fortbildungen schicken“, sagte der Bürgermeister. Sie werde sich aber rein auf ihre Aufgabe als Geschäftsstellen-Leiterin konzentrieren und nicht als Justitiarin bei der Stadt arbeiten.

Das ist aber noch nicht alles an Änderungen. Durch den Wegfall der städtischen Parkraumüberwachung fällt zusätzlich zu den zwei Mitarbeiterinnen, die die Stadt verlassen, auch eine Stelle mit zwölf Wochenstunden weg, die erst im Dezember besetzt wurde. „Die kann sich vielleicht beim Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Oberland bewerben“, sagt Sluyterman.

Auch organisatorisch will Sluyterman einiges umstellen, „um effektiver zu werden“, zum Beispiel beim Bürgerservice – ohne aber zusätzliches Personal einzustellen. So sollen er und Schade zusammen eine zweite Vorzimmerdame bekommen, dafür verlasse eine Angestellte aus gesundheitlichen Gründen die Stadt. Größer ist die Umstellung im Bauhof, der bisher dem Bauamt unterstellt war und künftig zum Bereich von Stadtförster Klaus Thien gehört. „Die sind zusammen mit der Gärtnerei viel in der Fläche unterwegs, sehen viel – das ist eine sinnvolle Umstrukturierung“, sagte Sluyterman.

Rubriklistenbild: © dpa

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