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Spielen ein mitreißendes Musical, das zum Nachdenken anregt: Die Gruppe „Global Playerz“ mit v.l. Sonni Maier als Skazz, Marcel Gewehr als Gabe und Susan Lachermund als Nia setzt sich für eine gerechtere Welt ein.

„Global Playerz“-Show in Steingaden

Mitreißendes Fair Trade-Musical in der Steingadener Mittelschule

Steingaden - Was können wir tun, damit es in der Welt ein bisschen gerechter zugeht? Einen Denkanstoß dazu lieferte das Musical „Global Playerz“, dass für die Schüler der Mittelschule Steingaden und die 7. Klassen aus Rosshaupten im Pfarrsaal Steingaden gezeigt wurde.

Das Thema liegt sozusagen nahe: Steingaden ist seit dem Jahr 2014 Fair-Trade-Gemeinde, die Mittelschule ist Fair Trade-Schule. Das heißt, sie setzt sich für fairen Handel ein.

Maria Niggl, Fair Trade-Beauftragte an der Mittelschule Steingaden, ist in diesem Zusammenhang auf das Punkmuscial „Global Playerz“, das dieses Jahr mit dem Fair Trade-Award in Bronze ausgezeichnet worden ist, aufmerksam geworden. Zusammen mit Pater Petrus-Adrian, der Fairtrade-Steuerungsgruppe und dem katholischen Frauenbund in Steingaden, ist es gelungen, die Veranstaltung für die rund 200 Schüler zu einem geringen Unkostenbeitrag zu finanzieren und nach Steingaden zu holen. „Eine gute Kooperation von Schule und Ort“, wie Schulleiter Jürgen Jarsdörfer betont.

Die Schauspieler Sonni Maier, Marcel Gewehr und Susan Lachermund engagieren sich im Verein „Künstler für Gerechtigkeit“. Geschrieben wurde das Stück, das mit einfachen Mitteln und eingängigen Songs Schülern die Problematik der Ausbeutung von sogenannten Entwicklungsländern nahebringt, von Sonni Maier. Und das mit einer Story, die Jugendliche durchaus anspricht.

Zum Inhalt: Skazz (Sonni Maier), Nia (Susan Lachermund) und Kathy haben eine Band. Finanziert wird das Ganze von Nias Vater, einem reichen Schokolade-Fabrikanten, der seiner Tochter jeden Wunsch erfüllt. Der große Durchbruch scheint zum Greifen nah. Die drei erhalten die Einladung zu einem Song-Contest. Natürlich erwartet ihr Sponsor einen Song über Schokolade.

Zu dumm nur, dass Kathy nicht da ist. Sie besucht zum ersten Mal die Heimat ihrer Eltern, Ghana, und wird mit der erschreckenden Realität in armen Ländern konfrontiert. Slums, Unterernährung, Landraub, Lohnausbeutung und Kinderarbeit. Auf den Feldern rund um das Dorf von Kathys Familie werden nur noch Pflanzen für Treibstoff angebaut, während die Menschen Hunger leiden. Arbeit gibt es auf einer großen Kakao-Plantage, die allerdings mit Stacheldrahtzaun und Wachleuten abgeschirmt ist.

Als Kathy versucht, mit den dort arbeitenden Kindern Kontakt aufzunehmen, wird sie angeschossen. Als dann noch herauskommt, dass der Investor Nias Vater ist, schmeckt die Schokolade plötzlich nicht mehr. Die Mädchen wollen nicht mehr so weitermachen, als wäre nichts passiert. Nur gut, dass Gabe (Marcel Gewehr) als guter Engel auftaucht und Kathys Platz in der Band übernimmt.

Mit dem Song „Lass uns die Welt retten“ treten sie beim Song-Contest an und siegen. Die Meinung „Ich kann nichts bewegen“ lassen die drei nicht gelten. Denn schließlich kann auch eine kleine Mücke ziemlich nerven. Und jeder kann selbst bestimmen, wie er lebt und sein Konsum-Verhalten ändern. Zum Beispiel Benzin sparen und faire Produkte kaufen. Damit die Welt irgendwann auch für die Menschen in armen, von Industriestaaten ausgebeuteten Ländern lebenswert wird.

Im Anschluss an das mitreißende Stück konnten die Schüler noch Fragen stellen. Die drehten sich allerdings eher um die Produktion und Ausstattung des Stücks, das die jungen Zuschauer sehr beeindruckt hat. Zudem gab es für die Besucher eine Liste mit zehn Punkten, die helfen können, die Welt ein wenig besser zu machen.

Ursula Fröhlich

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