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Intakte Schul-Familie: Die Peitinger Mittelschüler feierten ihren Abschied wie gewohnt in der Turnhalle.

Mittelschule Peiting

„Jeder wird seinen Weg gehen“

Peiting - Die Schüler von 9a, 9b und M10 der Peitinger Mittelschule wurden ins Erwachsenen-Leben entlassen. Zehn M-Schüler haben eine Eins vor dem Komma – das gab’s noch nie!

Viele Dankesworte wurden ausgesprochen, Lobeshymnen gesungen: Alleine daran konnte man sehen, wie viele Menschen beteiligt sind, um eine intakte Schul-Familie wie die der Peitinger Mittelschule komplett zu machen und aufrecht zu erhalten. Vertreter von Gemeinde, der Banken und nicht zuletzt der Industrie waren gestern Vormittag in der Peitinger Mittelschule nicht nur zu Gast. Sie sorgen auch unter dem Jahr immer wieder dafür, dass die Peitinger Mittelschüler auch nach der schulischen Ausbildung gerne gesehene Gäste in Bewerbungsgesprächen sind.

So gab es für die Besten immer wieder schöne Preise – sicher ein guter Ansporn, sich auch in der Ausbildung richtig reinzuhängen. Wer sein gesetztes Ziel jetzt nicht erreicht habe, solle jedoch keinesfalls den Kopf hängen lassen, betonte Rektor Jochen Böhm. Jeder wird seinen Weg gehen.

Neben vielen wohlwollenden Worten gab es eine Akrobatik-Einlage der Schüler, ein bisschen Musik. Und Gelächter um kleine Multimedia-Shows am Computer, die zwar auf Freude über den bestandenen Abschluss, aber auch auf ein bisschen Wehmut über den Abschied von dieser schönen, oft unbeschwerten Zeit schließen ließen. Sogar der Hausmeister gratuliert hier „seinen“ Schülern am Rednerpult. Und der Rektor stellte den Absolventen nicht etwa den Koffer vor die Tür. Vielmehr packte er ein älteres Exemplar dieser Gattung symbolisch mit Gegenständen, die seine Zöglinge immer im Leben brauchen werden: Eine Decke für Wärme und Schutz, ein Seil für Halt, eine Kerze, damit ihnen ein Licht aufgehen möge, ein Hut, um gut auf schlechtes Wetter vorbereitet zu sein, ein Jahrbuch für Erinnerungen, Gummibärchen für Lob und Anerkennung – und nicht zuletzt auch eine harte Semmel. Um sich durchbeißen zu lernen im Leben.

Das Durchbeißen haben die Schüler jetzt erst mal in Form extremen Lernens auf Quali (9a und b) und Mittlere Reife (10M) hinter sich. „Aber ihr werdet, wenn ihr bestimmte Ziele vor Augen habt, weiter lernen und büffeln müssen“, erinnerte Bürgermeister Michael Asam in seiner Rede. Im Glauben an die eigene Zukunft bestätigte Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader den Nachwuchs – nachdem er einen eigenwilligen rhetorischen Ausflug in die griechische Finanzwelt gemacht hatte. Aber auch den haben die Schüler in diesen zweieinhalb Stunden Festakt gut überstanden. So schnell kann einen Peitinger Mittelschüler eben nichts erschüttern.

Wie rücksichtsvoll, helfend und anpackend diese jungen Menschen schon jetzt Zukunft mitgestalten, das hat sich auch im Laufe der vergangenen Wochen gezeigt: Um die vier syrischen Flüchtlingskinder, die an der Peitinger Mittelschule unterrichtet werden, haben sich die Schüler gleich herzlich gekümmert. Trotz Sprachbarriere seien erste Freundschaften geknüpft worden, berichtet Jochen Böhm. Schließlich gibt es laut Böhm jedoch eines, was Flüchtlingskinder und Peitinger Schüler verbinde: Den Wunsch, die nächste Lebensphase zu meistern und „die Sehnsucht nach einer friedlichen Zukunft“.

bas

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