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durch auflösung der Mittelschule Rott

Mehr Flexibilität und bessere Ausstattung

Rott - Es hörte sich auf den Blick ziemlich dramatisch an, was die Gemeinderäte von Kinsau, Apfeldorf und einigen weiteren Gemeinden im Schulverbund Fuchstal-Rott auf der Tagesordnung stehen hatten: „Auflösung der Mittelschule Rott“. Letztlich ist aber dann doch alles nicht so tragisch: Die Mittelschule Rott soll künftig als Zweigschule zur Mittelschule Fuchstal gehören.

Für die Schüler – da sind sich alle Beteiligten sicher – wird sich nichts ändern. „Die werden das gar nicht merken“, vermutete Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dass die Kommunen überhaupt mit dem Thema konfrontiert waren, hat damit zu tun, dass in dieser Umstrukturierung die Gemeinden im Schulverband formell angehört werden müssen.

Die Mittelschule Rott soll ab August 2016 ein Teil der Mittelschule Fuchstal werden. Warum, das erklärt Rudolf Schönau, fachlicher Leiter im Staatlichen Schulamt des Landkreises Landsberg, so: „Rott hat sich in den vergangenen Jahren mit den Schülerzahlen schwer getan, die drei berufsbildenden Zweige Technik, Soziales und Wirtschaft zu bedienen“, sagte Schönau. „Und man kann mit drei Schülern keinen Wirtschaftszweig durchführen.“

Derzeit sieht es so aus: Rott hat 125 Schüler, Fuchstal 210. Nicht gerade viel. Die Ursache ist nicht nur der Geburtenrückgang, sondern auch der Umstand, dass inzwischen immer mehr Kinder auf das Gymnasium übertreten. Nach der Zusammenlegung wird Fuchstal der Hauptstandort, wo der dortige Schulleiter Thomas Herbst künftig über die Verteilung der Klassen entscheidet. Herbst, so meint Schönau, kenne die Verteilung der Schüler auf die Wohnorte am besten. Ob der Schulleiter nun nach den inhaltlichen Zweigen oder nach Klassen die Schüler verteilt, vermag Schönau noch nicht zu sagen. Möglich etwa, dass der technische oder der wirtschaftliche Bereich aufgrund der guten Ausstattung mit Computern und Werkräumen in Rott stattfindet. „Er wird die Klassen sicherlich gezielt bilden, und das im Interesse der Schüler“, sagte Schönau, „damit sie einen festen Ort haben, wo sie lernen, ohne viel herumzufahren.“

Für die Lehrer hingegen könnte es eventuell zu Nachteilen kommen – durch größere Entfernung vom Arbeitsort zum Wohnort, so Schönau: „Aber die können sich auch versetzen lassen.“ Wahrscheinlich größter Vorteil für das Schulamt: die Einsparung einer Rektorenstelle.

Noch wird ein Grundschul-Leiter gesucht

Nachdem der derzeitige Rotter Schulleiter Tobias Pupeter nach Weilheim wechselt (wir berichteten), wird in Rott noch ein Leiter der Grundschule gesucht: Denn diese ist von der Zusammenlegung nicht betroffen, die Stelle ist aber noch nicht ausgeschrieben. Schönau sieht neben dieser Einsparung vor allem organisatorische Vorteile: mehr Stabilität, mehr Flexibilität, eine bessere Auslastung. „Aus unserer Sicht ist eine größere Schuleinheit viel besser zu planen.“

Alle beteiligten Gemeinden im Schulverband werden nun angehört, laut Schönau folgte bislang einstimmige Zustimmung. So etwa auch in Apfeldorf, wo in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Änderung zugestimmt wurde. „Wir in Apfeldorf begrüßen das“, sagte Bürgermeister Georg Epple. „Als Schulverband funktioniert das Ganze effizienter, und die Schülerzahlen werden leider nicht mehr.“

Auch in Kinsau wurde das Thema abgenickt. Bürgermeister Marco Dollinger, der sich bei der Infoveranstaltung in Rott im Vorfeld umfassend informiert hatte, stimmte Epple zu: „Unsere Schüler fahren ohnehin schon nach Fuchstal und Rott in die Schule, ich sehe da keine Nachteile.“

Klaus Mergel

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