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Gruppenbild mit teilnehmenden Schülern: (hinten v.l.) Dr. Elisabeth Wagner, Schulleiter Armin Eder, Wolfgang Hümmer vom Seniorenbeirat, Lehrerin Rebecca Huber sowie die beiden „Jugend forscht“-Preisträgerinnen Laura Sauer (vorn 2.v.r) und Maren Zwafelink (r.).

Seniorenbeirat und Realschule

Mobil durch die Altstadt

Schongau - Der Schongauer Seniorenbeirat möchte mit Schülern der Pfaffenwinkel-Realschule herausfinden, wo in der Altstadt Tücken für Menschen mit eingeschränkter Mobilität lauern und wie man diese Beseitigen könnte. Als Vorbild dient das Projekt der „Jugend forscht“ Gewinner Laura Sauer und Maren Zwafelink aus Landsberg.

Die Altstadt und mit ihr die neu eingerichtete Fußgängerzone ist das Herzstück von Schongau. Aber wie gut sind die öffentlichen Plätze, Straßen, Wege, Gassen, Cafés, Restaurants, Banken und Geschäfte auf den Besuch älterer Leute und generell auf Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, eingestellt? Dieser Frage will der ortsansässige Seniorenbeirat nachgehen. Unterstütz wird er dabei von zehn bis zwölf Schülern der Schongauer Pfaffenwinkel-Realschule.

„Bei der Einweihungsfeier der Fußgängerzone hat Bürgermeister Falk Sluyterman ja darauf hingewiesen, dass alle Bürger Verbesserungsvorschläge vorbringen können. Darum wollen wir jetzt untersuchen, wie gut Schongau auf Rollatoren und Rollstühle eingestellt ist“, erklärt Seniorenbeirats Vorsitzende Dr. Elisabeth Wagner. Auf die Idee gebracht haben sie die Untersuchungen von Laura Sauer, 11 Jahre alt, und Maren Zwafelink, 14 Jahre alt. Die beiden Schülerinnen des Ignaz-Kögler-Gymnasiums haben die Landsberger Altstadt dahingehend erforscht, ob sie dem demografischen Wandel gewachsen ist und den Bedürfnissen einer immer älter werdenden Gesellschaft entspricht. Für ihre Recherche machten sich die beiden Siebtklässlerinnen mit einem Rollator auf und vermerkten Durchgänge, Abstellmöglichkeiten, Stufen, Hindernisse und Gefälle, die gut passierbar waren oder ihnen Schwierigkeiten bereiteten, in einer Karte. Ebenso verfuhren sie bei allen Läden, Cafés, Restaurants und Banken im Stadtkern.

Der Aufwand hat sich bezahlt gemacht

Über gut ein Jahr erstreckte sich das Projekt der beiden Jugendlichen mit der Vorbereitungsphase, der Auswertung ihrer Ergebnisse, der Anfertigung der Karte mit dem Computerprogramm Stepmap und die Ausformulierung ihrer Resultate. Ein Aufwand der sich ausgezahlt hat. Nicht nur den Regionalentscheid von „Jugend forscht“ konnten die beiden in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften für sich entscheiden, sie überzeugten auch die Jury auf Landesebene mit ihrer Arbeit „Mit dem Rollator unterwegs – ist Landsberg am Lech bereit für den demografischen Wandel?“.

Bei dem Vorbereitungstreffen am vergangenen Mittwoch für die Rollatorbegehung der Schongauer Altstadt teilten Laura Sauer und Maren Zwafelink den Realschülern und den Vertretern des Seniorenbeirats ihre Erfahrungen mit, denn diese möchten sich an der Vorgehensweise der Landsberger Gymnasiasten orientieren.

In Schongau sollen die Rollatorbegehungen in der zweiten Juli Woche starten. Diesen Termin haben Schulleiter Armin Eder und die betreuende Lehrerin Rebecca Huber ins Auge gefasst. In drei bis vier Gruppen werden die Fünft-, Sechst-, und Siebtklässler auch noch im neuen Schuljahr in Schongaus Stadtmitte unterwegs sein.

Es gab schon einen Probeversuch

Einen ersten Probeversuch, Schongau mit den Gehhilfen zu erkunden, gab es übrigens auch schon. Einige Schüler wurden in der Mittagspause direkt vor dem Vorbereitungstreffen beim Leiter des Heilig-Geist-Spitals Christian Osterried vorstellig und informierten ihn über ihre zukünftigen Pläne und fragten ob sie dafür Rollatoren und Rollstühle ausleihen dürften. Osterried zögerte nicht lange und schnell wurden drei vakante Exemplare gefunden.

Die Ergebnisse der Feldstudie dürfen gespannt erwartet werden und vor allen Dingen wie auf die daraus resultierenden Verbesserungsvorschläge eingegangen wird.

Franziskus Reich

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