1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau

Moderne Nomadin mit Zebra-Pferd

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ein Begrüßungskomitee gab’s bei der Ankunft in Schongau. fotos: uf

Schongau - Das Leben hat sie von Schildow bei Berlin nach Schongau getragen. 54 Tage war Christina Stern (25) mit ihrem Pferd Fuchur auf über 1000 Kilometern unterwegs.

Das Leben hat sie von Schildow bei Berlin nach Schongau getragen. 54 Tage war Christina Stern (25) mit ihrem Pferd Fuchur auf über 1000 Kilometern unterwegs. Am Samstag kam sie in der Lechstadt an und wurde von der Stiftung Scheuklappen feierlich auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz empfangen. Ihr Ritt ist Teil der Aktionswoche für mehr Toleranz, die am heutigen Abend um 17 Uhr in der Aula der Mittelschule eröffnet wird. Dort kann man auch Christina mit ihrem Pferd treffen.

Von Berlin nach Schongau auf einem Zebra-Pferd? - Verrückte Idee. „Ich war mir anfangs gar nicht so sicher, dass wir es schaffen“, meint Christina Stern, die sich erst vor einem Jahr das Pferd zugelegt und reiten gelernt hatte. Im Verlauf der Reise wurde aus der Unsicherheit allmählich Sicherheit.

Und schließlich ist sie wirklich pünktlich zur Aktionswoche der Stiftung Scheuklappen in Schongau angekommen. Im Gepäck hatte sie eine Vielzahl von Bildern ihrer Reise, die in der Ausstellung in der Mittelschule zu sehen sind.

Nicht nur von A nach B reiten war das Ziel. „In der Begegnung mit den Menschen, wie in Begegnung mit mir selbst hier und da schwarz-weiße Denkmuster zu lösen und Toleranz zu fördern“, hatte sich Christina Stern vorgenommen. Zu diesem Zweck hatte sie eine Tafel dabei, auf die jeder, der wollte einen Toleranz-Wunsch schreiben konnte und damit fotografiert wurde.

Das Zebra-Pferd war ein Blickfang und förderte auch das Interesse an ihrer Aktion. Fuchur, der eigentlich weiß ist wurde dafür alle zwei Tage komplett bemalt. Für den Körper verwendete Christina Sprühfarbe auf Lebensmittelbasis, die von der Firma, die auch die lila Milka-Kühe bemalt hat, gesponsert wurde. Das Gesicht des Pferds bemalte sie mit Schminkfarben. Eine Prozedur, die regelmäßig eine Dreiviertelstunde Zeit beanspruchte und die sich das Pferd geduldig gefallen ließ.

Übernachtet wurde unterwegs auf Bauernhöfen oder im Zelt. Darin hat Christina Stern Erfahrung. Seit drei Jahren hat sie ihren festen Wohnsitz aufgegeben, Besitztümer auf ein Minimum beschränkt und lässt sich mit ihren wenigen Habseligkeiten und ihrem Zelt „vom Leben tragen“.

Die Entscheidung kam durch eine einsame Trekking-Reise durch Peru und die Anden und anschließend die Mitarbeit bei einem Wildkatzen-Projekt in Bolivien. „Ich brauche etwas anderes als WG und Psychologie-Studium in Berlin“, wurde Christina Stern klar und sie zog in ihr Zelt, verbrachte viel Zeit mit Meditieren und Yoga und folgte nur noch ihrem Gefühl quer durch Europa. Das führte auch zum Pferdekauf. „Ich dachte mir, es wäre schön, ein Pferd zu haben, das mein Gepäck trägt und mit dem ich nach Spanien reiten könnte“, lächelt die moderne Nomadin.

Jetzt ist es erst einmal Bayern geworden, wo es Christina Stern und Fuchur so gut gefällt, dass sie sich vorstellen kann, zu bleiben: „Vielleicht können wir hier irgendwo einen Platz finden. Als Plan B bleibt immer noch Spanien.“ Vorerst steht erst einmal die Aktionswoche der Stiftung Scheuklappen auf dem Plan, während der Christina Stern und Fuchur auf einer Obstwiese beim Reßle-Biohof untergekommen ist.

Der Reisebericht

von Christina Stern ist im Internet unter www.equilibrum.de zu finden. Ausstellung „Spring um die Welt“ vom 21. bis 24. Mai ab 8 Uhr in der Aula der Mittelschule. Donnerstag 18.30 Uhr Treffpunkt zum „Lichtermarsch gegen Rechts“ an der Mittelschule. 24. bis 26. Mai Festival des Kulturfördervereins „Grüne Sonne“ am Bürgermeister-Schaegger-Platz. Infos unter www.stiftung-scheu

Auch interessant

Kommentare