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Essen, trinken, einkaufen und ins Gespräch kommen sollen die Kunden und Besucher im neuen „MühlenMarkt“ der Herzogsägmühle in der Weinstraße in Schongau.

MühlenMarkt der Herzogsägmühle in Schongau eröffnet

Versorgungslücke in Schongau mit Inklusion geschlossen

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Schongau - Ein Ort der Begegnung, des Einkaufs, an dem Inklusion gelebt wird: Am Dienstag ist der „MühlenMarkt“ der Herzogsägmühle in der Schongauer Weinstraße eröffnet worden.

Seit fast zehn Jahren kennt man in der Schongauer Altstadt am östlichen Ende der Weinstraße die beiden Herzogsägmühle Läden „gebrauchs.gut“ mit handwerklichen Produkten aus den Werkstätten des Diakoniedorfs sowie den „lebensmittel.punkt“ mit Lebensmitteln, Wurst- und Backwaren aus der Herzogsägmühle. Die sind jetzt am anderen Ende der Weinstraße im Schongauer „MühlenMarkt“ zusammengefasst und vergrößert worden.

„An diesen Anblick könnte ich mich gewöhnen“, sagte gestern Vormittag Hans Rock, Fachbereichsleiter „Wohnen für Menschen mit Behinderung“, bei der Eröffnung des „MühlenMarkts“ vor zahlreichen Gästen in den neuen Räumlichkeiten. „Ich würde mir wünschen, dass immer so viele Menschen hier wären, denn die Verbindung aus Begegnung und Einkaufen ist das Programm für unseren Markt.“

Sichtliche Freude bei der Markt-Eröffnung: Fachbereichsleiter Hans Röck (re.) und Bürgermeister Falk Sluyterman.

Wobei er bemerkte, dass dieses Programm schon im September vergangenen Jahres begonnen habe, denn da sind zwei Wohngruppen der Herzogsägmühle in die Obergeschosse des Hauses eingezogen. „Mittendrin, statt außen vor“ gelte daher für dieses Haus im doppelten Sinne im Hinblick auf die oft-zitierte Inklusion: „Hier haben die Beschäftigten einen würdigen Arbeitsplatz. Die, die hier wohnen und arbeiten, geben dem Projekt ein Gesicht.“ Kunden und Gäste würden im „MühlenMarkt“ vergeblich nach Herzogsägmühle suchen: „Sondern ganz unterschiedliche Menschen treffen und kennenlernen, einzigartig und besonders, wie in ihrem normalen Umfeld.“

Ruth Connolly, die kaufmännische Leiterin des Fachbereichs, erläuterte den zahlreichen Eröffnungsgästen die Besonderheiten des „MühlenMarktes“. In dem finden die Schongauer wie gewohnt ein umfangreiches Lebensmittel-Sortiment, frische Back- und Wurstwaren aus Herzogsägmühle, einen Mittagsimbiss sowie die bekannten Eigenprodukte aus den Herzogsägmühler Werkstätten.

Im ersten Stock gibt es zudem eine Ausstellung, die Eindrücke aus den Wohnbereichen vermittelt, sowie eine offene Nähstube und eine Töpferwerkstatt. „Da können die Kunden und Besucher sehen, wie unsere Produkte hergestellt werden“, sagte Connolly. „Die neuen, größeren Räumlichkeiten sind ein Gewinn, weil wir so viele unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten können.“ Statt der bisher elf Beschäftigten sind es nun 15 bis 20 Mitarbeitende in zwei Schichten.

Und für die gibt es im ersten Stock zudem Ruheräume. „Das ist ganz toll, dann können sie sich auch mal zurückziehen, wenn sie Ruhe brauchen“, so Connolly weiter. Es seien tolle und interessante Arbeitsplätze, fast wie auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt. „Und das wäre auch unser Wunsch: Das das Arbeiten hier für einige unserer Beschäftigte ein Sprungbrett hin in den ersten Arbeitsmarkt wird.“

Ergänzt wird das Markt-Angebot durch ein kleines Samocca-Café, führte Connolly weiter aus. Dahinter verbirgt sich ein Projekt der Ostalb-Werkstätten, die hochwertige Kaffeesorten rösten und verkaufen – wobei in Schongau nicht selbst geröstet werde. Die erste Packung einer dieser Kaffeesorten, eine Schongauer Mischung, erhielt direkt Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman.

Der zeigte sich sichtlich erfreut über die neuen und größeren Räumlichkeiten des Marktes, mit dem Herzogsägmühle eine gewissen Versorgungslücke in der Schongauer Altstadt schließe. „Vielmehr noch, sie schließen eine Marktlücke mit Inklusion“, sagte er in Richtung der Herzogsägmühle-Beschäftigten.

Den geistlichen Segen erhielten Markt und Mitarbeiter anschließend von Pfarrer Hartmuth Stamm. „Wir alle sind dankbar für diesen Ort des Kaufens und des Wohnens, in dem Behinderte mittendrin, statt außen vor sind“, knüpfte er an die Worte von Hans Rock an. „Und der Segen Gottes liegt schon lange auf den Menschen und dem Laden hier.

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