Musikalische Pilgerreise

Wies - Zu einer musikalischen Pilgerreise geriet das Konzert der Werkgemeinschaft Musik in der Wieskirche.

„Freuen Sie sich über eine Musik, die zu Herzen geht.“ Das wünschte Gottfried Fellner den Besuchern des Konzerts der Werkgemeinschaft Musik in der voll besetzten Wieskirche. Der Wiespfarrer sagte, er freue sich über den musikalischen Eros in der schönsten Rokoko-Kirche. Und er bedankte sich bei den 140 Musikern, Solisten und dem Chor über die dem Gotteshaus angepasste Musikauswahl mit Werken von Johannes Brahms, Francis Poulene und Antonin Dvorak.

„Diese Musik vermittelt den Glauben einer Pilgerreise.“ Das Konzert war das Ergebnis einer Werkwoche in der Katholischen Landvolkhochschule Wies, zu der sich Sänger und Instrumentalisten aus der gesamten Bundesrepublik sowie aus Polen, Frankreich und den Niederlanden eingefunden hatten.

Thomas Kraemer, Organisator der Werkwoche, sagte, „eine Woche, den ganzen Tag stramme, anspruchsvolle Arbeit mit kleinen Verschnaufpausen.“ Die musikalische Schwerarbeit der beiden Dirigenten Gernot Süßmuth und Dominik Beykirch hat sich gelohnt. Die „Sinfonie Nr. 1 c-Moll op 68“ von Johannes Brahms, das „Gloria für Sopran-Solo, Chor und Orchester“ von Francis Poulene und Antonin Dvoraks „Te Deum für Sopran- und Bass-Solo.“ Alles Werk zum Lob Gottes. Das Motto dieses Konzerts laute, so Thomas Kreamer „durch die Nacht zum Licht.“

Zum Auftakt des gut zweistündigen Konzerts wählte die Werkgemeinschaft die „Sinfonie Nr. 1“ von Johannes Brahms, die Hans von Bülow als die „zehnte Beethoven Sinfonie“ bezeichnet hatte.

Beethovens Art wird von Brahms fortgesetzt durch das Aufstellen eines Kopfmotivs, das allen Sinfonie-Sätzen zugrunde liegt und dadurch außer der geistigen Einheit noch eine musikalische Einheitlichkeit verbürgt.

Die Ausdrucksprache von Brahms ist anders als die seines großen Vorgängers: Die Themen schwingen weiter aus, die Harmonik ist bunter, und das Orchester klingt, obwohl es nicht anders besetzt ist als das Beethovens, wärmer, weicher und voller.

Eine Sinfonie, geladen von Kraft und Qual, volkstümlich, einfach, stark. Im vierten Satz bringen die Geigen mit breitem Strich (Allegro) das Freudenthema, ähnlich dem aus Beethovens Neunter.

Dietmar Hiller, er hat die einzelnen Stücke angekündigt, beeindruckte mit geradezu unverschämtem Fachwissen und feinem Humor, sagte, „erst im letzten Satz platze bei Brahms der Knoten“. Und wenn man Brahms ärgern wollte, dann musste man nur sagen„ das klingt wie Beethovens Freudenmelodie.“

Von Francis Poulences „Gloria für Sopran-Solo, Chor und Orchester“, sagte Dietmar Hiller, dabei handele es sich um geistliche Musik, die den Eindruck der Kirche verstärkt, ohne dass sie dem Gottesdienst unterworfen sei. Die Musik dürfe in grelleren Farben arbeiten als es in Gottesdiensten üblich sei. Friedericke Beykirch beeindruckte dabei mit ihrer wunderbaren Sopranstimme.

Das Gloria mit Inbrunst, Gebet, Jubel und Aufschrei verbreiten ein Wechselbad der Gefühle. Auf das laute Gloria folgt das ebenso laute „Te Deum“ von Antonin Dvorak. „Es soll Himmel und Erde zu einer Einheit verbinden“, erklärte Dietmar Hiller. dazu Den Schluss bildet schließlich mit Überschwang das mächtige „Halleluja“.

Orchester, Chor und die beiden Solisten Sabine Zimmermann (Sopran) und Florian Rosskopp (Bass) haben prächtig harmoniert. Das Konzert war ein musikalischer Genuss. Die Besucher bedankten sich mit Minuten langem stehendem Applaus.

walter kindlmann

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