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Stimmungsvoll ging es zu beim Jahreskonzert der Rottenbucher Musikkapelle. Links im Bild stehend die beiden jungen Solistinnen Theresa Kölbl und Antonia Weiß, die zum ersten Mal in der Kapelle mitspielten. 

Musikkapelle Rottenbuch

Hinein ins Reich der Opern-, Märchen- und Filmmusik

Rottenbuch – Am zweiten Weihnachtsfeiertag war es wieder soweit: Traditionsgemäß alle zwei Jahre präsentiert die Rottenbucher Musikkapelle am Stephanitag ihr Jahreskonzert. Und das ist immer ein bedeutendes Ereignis, wie der Besucherstrom bezeugte. Der Saal im Fohlenhof war bis auf den letzten Platz besetzt.

Mit 62 aktiven Mitgliedern zählt die Rottenbucher Musikkapelle zu einer der größten im Landkreis. Vor allem die Jugendarbeit steht hier im Vordergrund, und so konnten bei diesem Konzert gleich mehrere Neulinge ihr Können zum Besten geben. Und einige davon traten sogar schon bei ihrer Premiere in der Musikkapelle als Solisten auf.

Dabei sah das bei Weitem nicht immer so rosig aus bei den Rottenbucher Musikern. 1970 stellte die Blaskapelle gar ihre Tätigkeit ein, da keiner gefunden werden konnte, der die Leitung der Truppe übernahm und sich auch noch um die Ausbildung des Nachwuchs kümmern würde. Eine schwierige Zeit war das damals für Rottenbuch, denn zu Veranstaltungen mit musikalischer Umrahmung mussten Kapellen aus den Nachbarorten eingeladen werden.

Aber dann stellte sich 1972 Karl Echtler, von 1984 bis 1996 Bürgermeister von Rottenbuch und einer der Neugründer der Blaskapelle nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Seitdem ist Rottenbuchs Blaskapelle stetig gewachsen.

Und ihre Größe und Weltoffenheit spiegelte jetzt das Programm wider, das die Blaskapelle zu bieten hat. Dirigent Michael Luther führte das Publikum mit seinen Musikern weit hinein in das Reich der Opern-, Märchen- und Filmmusik. Eine besonders schwierige und anspruchsvolle Aufgabe für eine Blasmusikkapelle, die in Rottenbuch mit Bravour gemeistert wurde.

Gewaltig gleich der Auftritt beim „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner. Nach einer schwungvollen „Bodenseepolka“ von Alexander Pfluger begab sich Luther mit seinen Musikern in die schwierigen Gefilde der Filmmusik. „Das ist eine Herausforderung für jeden Mitwirkenden“, fand auch Andreas Keller, der zusammen mit der Flötistin Pia Gindhard locker und informativ durch das Programm führte.

Das gute Gelingen der anspruchsvollen Stücke wie Musik von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von John Williams, „Cinderellas Dance“ aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ vom tschechischen Komponisten Karel Svoboda, oder Musik aus dem Film „Robin Hood – König der Diebe“ führte Keller auf die ruhige und geduldige Art des Dirigenten zurück. Zu Recht, denn die einzelnen Werke wurden nicht nur technisch hervorragend gespielt, sondern mit viel Ausdruckskraft dargeboten.

Kein bisschen Lampenfieber schienen die jungen Trompeten-Solistinnen Theresa Kölbl und Antonia Weiß bei dem Stück „Träumende Trompeten“ von Alexander Pfluger zu haben. Souverän und locker spielten sie ihren Part, ebenso glänzten die Trompeter Thomas Eiler junior und Roman Gindhart bei dem Stück „Zwei Mexikaner in Böhmen“.

Premiere hatte an diesem Abend auch Stefan Heiland. Als nun zweiter Dirigent löste er Richard Schauer ab, der 15 Jahre dieses Amt innehatte. Mit einem schwungvollen „99er Regimentsmarsch“ und der „Gartenpolka“ von Antonin Borovicka gab Heiland konzentriert und sicher seinen Einstand.

Regina Wahl-Geiger

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